Klaus Albrecht Schröder und die Albertina trauern um Gustav Peichl

Der Architekt und Karikaturist ist 91-jährig in Wien verstorben

Wien (OTS) - „Tief erschüttert müssen wir den Tod eines großen Architekten, eines scharfzüngigen Zeichners und eines wunderbaren Menschen beklagen.

Gustav Peichl zählt mit seiner Architettura parlante zu den Bahnbrechern der Postmoderne, der der Ironie und dem Witz einen wichtigen Platz in seinen Gebäuden eingeräumt hat. Zugleich hatte Peichl einen einzigartigen Sinn für das Spiel mit dem Genius Loci in seinen Entwürfen, wie ich selbst als Bauherr für den Umbau des Kunstforums 1985 erleben durfte.

Als Karikaturist hat Gustav Peichl jahrzehntelang die österreichische Innenpolitik und Kultur kommentiert: Mehr noch als seinen analytischen Witz habe ich dabei immer seine hohe Kunst der Reduktion und der ästhetischen Pointierung bewundert.
Gustav Peichl zählt mit seinem reichen zeichnerischen Schaffen zweifelsohne zu den größten Karikaturisten der Kunstgeschichte und ist Honoré Daumier absolut ebenbürtig.

In den 70er und 80er Jahren war Peichl mit seinen ORF Landesstudios einflussreich und international beispielgebend wie nur wenige seiner Zunft. Die Bonner Bundeskunsthalle hat ebenso Architekturgeschichte geschrieben wie Peichls Erweiterung des Städel-Museums in Frankfurt

Mit Gustav Peichl verliert Österreich eines seiner großen Genies des Geisteslebens wie der Architekturgeschichte.

Die Zeichnungen, die die Albertina von Gustav Peichl besitzt, zählt für uns zu den großen Schätzen unserer Sammlungen.“

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