„Der Nil – Afrikas Lebensader“: Auftakt für drei neue „Universum“-Dokus über „Afrikas geheimnisvolle Welten“

Am 19. November um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Vom schneebedeckten Hochgebirge zwischen Ruanda und Burundi führt ein schmales Bächlein talwärts. Es ist der Ursprung des längsten Flusses der Erde – des Nils. Seit vielen Jahrtausenden bahnt er sich den Weg über spektakuläre Wasserfälle, durch weitläufiges Sumpfland, üppiges Tropengrün und quer durch die Sahara, bis er sein Wasser ins Mittelmeer entlässt. Der Nil ist die Grundlage allen Lebens entlang seines Laufs – von den kleinen Dörfern am Fuß des Quellberges bis zur modernen Wüstenmetropole Kairo. Nilpferd und Nilkrokodil verbringen fast ihre gesamte Lebenszeit im kühlen Nass des großen Flusses. Paviane, Leoparden und Elefanten profitieren vom üppigen Nahrungsangebot entlang seiner Ufer. Doch die Lebensader Afrikas ist in Gefahr, wie die „Universum“-Dokumentation „Der Nil – Afrikas Lebensader“ von Lydia Baines (ORF-Bearbeitung: Doris Hochmayr) am Dienstag, dem 19. November 2019, um 20.15 Uhr in ORF 2 zeigt. In „Afrikas geheimnisvolle Welten“ führen im Dezember noch zwei weitere „Universum“-Neuproduktionen – „Kenia – Im Herzen des Vulkans“ (10. Dezember) und „Bioko – Afrikas Insel der Affen“ (17. Dezember).

6.650 Kilometer – kein anderes Gewässer auf der Erde hat einen weiteren Weg zu seiner Mündung zu bewältigen als der Nil. Er durchquert sieben Länder und 26 Großstädte. Seinen Flusslauf hat er sich über Jahrtausende vom Herzen Afrikas in Richtung Norden zum Mittelmeer gegraben, er führt aus 2.700 Metern Seehöhe im Grenzland zwischen Ruanda und Burundi durch tropische Wälder, Sumpfland, Savanne und schließlich durch die Sahara. Am Oberlauf im Südsudan bildet der Nil eines der größten Sumpfgebiete der Welt – den Sudd. Zwischen Schilf und dichten Papyrusgräsern verbringen Nilpferde die meiste Zeit des Tages im meterhohen Wasser. Ihre Trampelpfade sind Jagdgebiet für den Schuhschnabel. Der seltene Schreitvogel mit dem namensgebenden auffälligen Schnabel ist weltweit hier am häufigsten anzutreffen. Von den wenigen Tausend Vögeln leben 75 Prozent im schier endlosen Sumpf, der zur Regenzeit etwa die Fläche Irlands erreicht. Ein Abfluss des Viktoriasees speist den Strom in Uganda mit frischem Wasser. Über den mächtigen Murchison-Wasserfall gelangt der Fluss in Savannengebiet. Hier kämpfen Nilkrokodile gegen hungrige Nilwarane um ihre Gelege. Unweit des Ufers liegt die Ruine der extravaganten Villa des einstigen ugandischen Diktators Idi Amin. Heute hausen in der verwitterten Zimmerflucht Warzenschweine mit ihren Jungen, Pavianfamilien und Hyänen. Nachts streifen Leoparden und Gürteltiere durch die Gänge.

Als Weißer Nil zieht der Fluss weiter durch den Sudan. Bei der Hauptstadt Khartum vereint sich sein Wasser mit dem Blauen Nil, der in Äthiopien entspringt. Hier gilt der Fluss als heiliges Gewässer und dient den christlichen Gemeinden als Ort der Taufe und des jährlichen spirituellen Reinigungsrituals. Das Bad der Elefanten erscheint rein des Spaßes wegen stattzufinden. Allerdings nur für die erwachsenen. Die jungen müssen im tieferen Wasser lernen, den Rüssel beim Schwimmen stets hochzuhalten. Nicht minder anstrengend haben es die jungen Dorfwebermännchen an den Ufern. Die etwa 15 Zentimeter großen Singvögel versuchen, ihr erstes Kugelnest zu fertigen. Weiter stromabwärts fließt der Nil durch die mächtigste Wüste des Kontinents – die Sahara. Sie ist die Heimat der Dromedare und Skarabäen. Das Flussbett mäandert vorbei an Bauwerken des einst mächtigen altägyptischen Pharaonenreiches. Sie zeugen heute noch vom Reichtum, den der Fluss entlang seiner Ufer beschert hat, und erinnern an die Zeit, als der Nil hier noch regelmäßig weite Teile seiner Uferflächen überschwemmte und einen dunklen fruchtbaren Schlamm hinterließ. Er gab dem Land seinen Namen: Kemet – „das schwarze Land“, wie Ägypten ursprünglich hieß.

Der Assuan-Damm und die stetig wachsende Bevölkerungsdichte entlang seines Laufs haben den Wasserverbrauch und damit das Volumen der Wasserführung des Nils völlig verändert. Der Wasserspiegel sinkt zunehmend. Der gigantische Strom, der seit vielen Jahrhunderten das Siedeln in der trockenen Sahara ermöglicht, ist heute zusätzlich durch starke Verschmutzung und erhöhten Wasserverlust infolge des Klimawandels ein gefährdetes Gewässer. Seine Zukunft und damit auch die der hier ansässigen Menschen, Tiere und Pflanzen ist zunehmend ungewiss.

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