Online-Datenaustausch in der EU: Österreich als Vorreiter – weitere Mitgliedsstaaten folgen nach

Durch die digitale Plattform EESSI werden in ganz Europa Kosten und Papier gespart sowie die Aufdeckung von Missbrauch vereinfacht.

Wien (OTS) - Als europaweiter Vorreiter implementierte der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger das IT-Programm EGDA. Diesem Beispiel sind nun weitere EU-Staaten gefolgt. Mittlerweile verwenden bereits 27 EU-Staaten die europäische Plattform EESSI (Electronic Exchange of Social Security Data) und beschleunigen dadurch den notwendigen Informationsaustausch von Sozialversicherungsdaten. Durch die Automatisierung von Meldungen und Kontrollen kann durch dieses System die Erkennung von Missbrauch erleichtert werden. Ebenso sparen sich Betriebe bei Entsendungen langwierige Verfahren.

In Brüssel wurde heute die Bilanz des IT-Programmes präsentiert. „Unsere Erhebungen zeigen, dass EESSI technisch einwandfrei funktioniert. Die Fehlerquote beim grenzübergreifenden Datenaustausch von Sozialversicherungsdaten ist sehr gering und liegt bei unter 2%. Ebenso ist die Reaktionsgeschwindigkeit ausgesprochen hoch“, so der Vorstandsvorsitzende des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, Dr. Alexander Biach.

Bisher wurden 61.484 Nachrichten zwischen 27 europäischen Staaten ausgetauscht. Ziel ist die Ausweitung auf insgesamt 32 Staaten. „Die Personenfreizügigkeit als eine der vier Grundfreiheiten hat Europa grundlegend verändert und unsere europäische Gemeinschaft gestärkt. Das erfordert eine intensive Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten auf allen Ebenen. Das Programm EESSI wird dieser europäischen Zusammenarbeit im Bereich der sozialen Sicherheit gerecht. Durch den elektronischen Datenaustausch kommt es zu einer effizienteren Verrechnung der Arztbesuche in anderen Mitgliedsstaaten und zu einer schnelleren Abwicklung und Auszahlung von Pensionen. Wir denken soziale Sicherheit europaweit und stellen damit sicher, dass Anspruchsberechtigte die Leistungen der sozialen Sicherheit wie Krankheit, Unfall, Pension, Familie, Pflege und Arbeitslosigkeit entsprechend den EU-Regeln in Anspruch nehmen können und Missbrauch verhindert wird“, sagt Othmar Karas, Vizepräsident des Europäischen Parlaments.

Österreich hat als erstes Land in Europa den elektronischen grenzüberschreitenden Datenaustausch von Sozialversicherungsdaten (EGDA) eingeführt und ist damit Vorreiter. Bisher hat Österreich knapp 20.000 Geschäftsprozesse mit 25 Ländern durchgeführt und über 32.500 Nachrichten versendet und knapp 30.000 erhalten. „Wir sparen mit diesem System einerseits den Behörden Kosten und Zeit und vereinfachen unseren Unternehmen den Prozess durch eine rasche digitale Entsendung. Insgesamt haben wir uns durch EESSI in Europa bereits einen Berg an Papierformularen gespart, der übereinandergestapelt so hoch wie der Großglockner wäre“, betont Biach.

Zukünftig ist eine Erweiterung der EDGA AZUR Datenbank geplant. Diese Datenbank ermöglicht allen Sozialversicherungsträgern spezifische Recherchen zum anzuwendenden Recht durchzuführen. Insbesondere Entsendungen und Mehrfachbeschäftigungen mit Bezug zu Österreich (Wohnort, Arbeitsort, Dienstgeber) werden erfasst und können manuell oder in einer weiteren Ausbaustufe durch intelligente Systeme nach spezifischen Kriterien durchsucht werden. „Durch die automatisierten Meldungen und Kontrollen kann Missbrauch einfacher und schneller erkannt werden. Die Recherchefunktionen der EDGA AZUR Datenbank werden mittelfristig den Behörden für die Missbrauchsbekämpfung über Standardschnittstellen bereitgestellt“, so Alexander Biach abschließend.

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