ORF trauert um Edith Stohl

Wien (OTS) - Der ORF trauert um Edith Stohl: Die langjährige Redakteurin der ORF-Hauptabteilung „Bildung, Wissenschaft und Zeitgeschehen“ und Vorsitzende des Frauennetzwerks Medien ist am Freitag, dem 8. November 2019, im Alter von 62 Jahren unerwartet verstorben.

Über ihre journalistische Tätigkeit hinaus war Edith Stohl frauenpolitisch aktiv und gründete gemeinsam mit Mitstreiterinnen den Verein Unabhängiges Frauen Forum (UFF). Das daraus entstandene Frauenvolksbegehren erzielte 1997 645.000 Unterschriften. Aus dieser Erfahrung heraus war sie auch maßgeblich an der Entstehung der Plattform Frauen im ORF beteiligt, zudem war sie Gründungsmitglied des Frauennetzwerks Medien. Hier wurde sie im November 2015 zur Vorsitzenden gewählt. 2011 bis 2014 war Edith Stohl Gleichstellungsbeauftragte für den Bereich Fernsehen Programm, wo sie gemeinsam mit den anderen Gleichstellungsbeauftragten einen richtungsweisenden Gleichstellungsplan erarbeitete. Durch ihre guten Kontakte zum Europäischen Institut für Gender Equality (EIGE) wurde dieser Plan auch europaweit ausgezeichnet. Stohl nahm an zahlreichen internationalen Frauentreffen teil – Havanna 1998, Montenegro 2000, Bern 2008, Vilnius 2011, Rom 2013, Brüssel 2017. Für ihr Engagement im Frauennetzwerk wurde Edith Stohl 2017 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Die Nachricht vom plötzlichen Ableben Edith Stohls hat mich – wie so viele andere ORF-Mitarbeiter/innen – tief getroffen. Sie war eine hervorragende Journalistin, die sich frauenpolitisch sehr engagierte und maßgeblich am ORF-Gleichstellungsplan mitgearbeitet hat. Der ORF verliert eine ausgezeichnete Mitarbeiterin. Unsere tief empfundene Anteilnahme gilt Edith Stohls Familie.“

Christiana Jankovics, Vorsitzende der Gleichstellungskommission im ORF: „Edith Stohl war eine begabte internationale Netzwerkerin und eine wichtige politische Stimme für die Anliegen der Frauen in den Medien. Wir werden ihre Expertise genauso vermissen wie ihre herzliche Freundschaft und ihr Engagement für die jüngeren Frauen, von denen sie sich gewünscht hat, dass sie die Idee weitertragen.“

Edith Stohl wurde 1957 in Mistelbach geboren. Sie studierte Geschichte an der Universität Wien und wurde 1978 freie Mitarbeiterin in der Auslandsredaktion des ORF-Fernsehens. Ihr beruflicher Werdegang führte sie 1988 ins Londoner ORF-Korrespondentenbüro und von 1989 bis 1994 nach Warschau. 1994 kehrte die Mutter einer Tochter und eines Sohnes nach Wien und zum Aktuellen Dienst des ORF in den Newsdesk zurück. Seit 1999 war Edith Stohl in der TV-Hauptabteilung „Bildung und Zeitgeschehen“ für die Sendeleisten „Nightwatch“, „Brennpunkt“, „Dokumente“ und „Menschen & Mächte“ als Programmeinkäuferin, Redakteurin und Regisseurin tätig. Ihre erste TV-Dokumentation thematisierte 2005 „Das unglaubliche Leben der Bertha von Suttner – Friedensnobelpreisträgerin aus Österreich“.

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