• 08.11.2019, 12:24:58
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  • OTS0106

Schönborn: Habe Rücktrittsgesuch nicht nur pro forma eingereicht

Kardinal berichtet bei Pressekonferenz über persönliches Gespräch mit Papst Franziskus am Rande der Amazonien-Synode

Utl.: Kardinal berichtet bei Pressekonferenz über persönliches
Gespräch mit Papst Franziskus am Rande der Amazonien-Synode =

Wien (KAP) - Kardinal Christoph Schönborn hat während der
Amazonien-Synode in Rom im Oktober Papst Franziskus persönlich sein
Rücktrittsgesuch übergeben. Das hat er am Freitag bei einer
Pressekonferenz in Wien zum Abschluss der Herbstvollversammlung der
Bischofskonferenz betont. Laut Kirchenrecht müssen Diözesanbischöfe
dem Papst mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt
anbieten. Im Falle von Schönborn wäre dies der 22. Jänner 2020. Er
wollte aber nicht nur einen entsprechenden Brief schreiben, sondern
die Chance bei der Synode nützen, dies persönlich bei Papst
Franziskus vorzubringen. Freilich: "Die Entscheidung trifft jetzt der
Papst." Und das halte er auch für gut so, "dass der Papst das letzte
Wort hat".

Schönborn bestätigte Medienberichte, wonach es drei Möglichkeiten
gibt. Der Papst könnte das Rücktrittsgesuch sofort annehmen, oder die
Amtszeit des Wiener Erzbischofs noch um einige Zeit, beispielsweise
zwei Jahre, verlängern, oder: Papst Franziskus nimmt den Rücktritt
"nunc pro tunc" (= "jetzt für später") grundsätzlich an, verlängert
zugleich aber die Amtszeit um eine gewisse Periode. Wann immer dieser
Rücktritt nun kommen wird, relativ bald oder erst in vielleicht zwei
Jahren, "er wird kommen" und es sei "ein offenes Spiel". Das ganze
sei für ihn natürlich auch ein "sehr emotionaler Akt", so Schönborn,
der seit 28 Jahren Bischof ist.

Auch in seiner Freitags-Kolumen in der Gratiszeitung "Heute"
thematiserte Schönborn seinen nahen 75. Geburtstag. "Mein 75er naht.
Wie es in der Kirche die Regel ist, biete ich deshalb dem Papst
meinen Rücktritt an. Bei ihm liegt es zu entscheiden, wann ich in den
'Ruhestand' treten kann." Wann immer das sein wird, er sei für beides
dankbar, den Dienst oder den Ruhestand, denn "jedes Jahr des
Älterwerdens ist ein Geschenk". Vor fast 50 Jahren, 1970, sei er
Priester geworden. "Für Gott und die Menschen Zeit zu haben, das
bleibt für mich der Lebenssinn, auch nach dem 75er", so der Kardinal.

((forts. mgl.)) GPU/PWU
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