Plattform EduCare: Neues Veranstaltungsformat für KindergartenpädagogInnen

Über 300 TeilnehmerInnen am „QualitätsCheck Elementarpädagogik“ (QEP)

Wien (OTS) -

Pädagogische Fachtagung, 8. November 2019, BAfEP21, Wien Floridsdorf

Wie gelingt den PädagogInnen in österreichischen Kindergärten qualitätsvolle Arbeit, die „up to date“ ist, bei den aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen? Das Besondere an dem Veranstaltungsformat: Es wurden nicht nur ExpertInnen und politische Verantwortliche vor den Vorhang geholt, den letztendlich damit konfrontierten PädagogInnen aus der Praxis wurde die Möglichkeit zur breiten Beteiligung geboten. Es zeigte sich, wie notwendig der Austausch ist – über 300 Fachfrauen und Männer aus der Praxis, BildungsexpertInnen, WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen nahmen die Einladung zur Diskursbeteiligung an.

PädagogInnen fordern: Bildungsqualität für alle – von Anfang an!

Tenor aus der Praxis: Über Qualität in der Elementarpädagogik zu sprechen heißt über Qualität für alle am Bildungsprozess Beteiligten zu sprechen – alle Kinder und alle Fachkräfte. Tatsächlich gibt es einen eklatanten Mangel an Ressourcen im System, um Qualität zu gewährleisten. Aufrechterhalten wird das System weitgehend von motivierten KindergartenpädagogInnen. Und die sagen jetzt: Es reicht!

Qualität, die jedem Kind gerecht wird, kann unter aktuellen Umständen nicht geboten werden. Und jede/r Verantwortungsträger/in sollte sich fragen, ob dies eine wünschenswerte Situation für die erste Bildungseinrichtung ist. Es droht Überforderung des Personals, mit den Kindern als Leidtragenden (Stichwort: Gewalt im Kindergarten). Und auch die jüngsten Vorwürfe gegenüber „Original Play“ sind eigentlich ein Qualitätsproblem. Mit dem derzeitigen Fachkraft-Kind-Schlüssel ist eine individuelle und entwicklungsfördernde pädagogische Arbeit fast nicht möglich. Alle BildungsexpertInnen beharren auf forschungs- und qualitätsgeleiteter Pädagogik, die Politik ist wenig beweglich und im Kindergarten herrscht der Eindruck alleingelassen zu werden – mit immer mehr Druck und Verantwortung.

Fachleute zum Thema Qualität und Elementarpädagogik sprachen im Vortragsblock der Veranstaltung: Catherine Walter-Laager von der Universität Graz, Vizerektorin und Leiterin des Instituts für Erziehungswissenschaften, untermauerte die Beziehungsqualität als wesentliches Qualitätsmerkmal: „Eine positive Beziehung und professionell gestaltete Interaktionen in Krippen und Kindergärten zwischen Fachkräften und Kindern, wird heute in internationalen wissenschaftlichen Studien als Hauptwirkfaktor in der pädagogischen Arbeit betrachtet.“

Günter Lueger, vom Institut für Potenzialfokussierte Pädagogik, verwies in seinem Vortrag auf den Kindergarten als pädagogisches Vorzeigemodell: „Bei der Qualität von Lernprozessen liegt die Elementarpädagogik im Bildungssystem deutlich voran, Schulen und Universitäten könnten da einiges lernen. Kinder müssen ans ‚Lenkrad des Lernens‘ gesetzt werden und das sollten sie schon im Kindergarten lernen. Nur so bekommen sie schon früh den Zugang zu den in Zukunft so wichtigen Kompetenzen wie Selbstverantwortung und die Fähigkeit zur Selbststeuerung.“

Es diskutierten unter anderem Michaela Hajszan (Charlotte Bühler Institut für praxisorientierte Kleinkindforschung), Alina Schmidt (Abteilungsleiterin der Sektion Elementarpädagogik im Bildungsministerium), Bettina Wachter (Sprecherin der Plattform Educare), Douglas Hoyos-Trauttmannsdorff (Bildungssprecher Neos), David Ellensohn (Bildungssprecher Die Grünen) und
Marcus Gremel (Kinder- und Familiensprecher der SPÖ Wien).

Über die Plattform EduCare

Die Plattform ist eine überparteiliche österreichweite Arbeitsgemeinschaft von ExpertInnen des elementaren Bildungsbereichs, die vom gemeinnützigen Verein zur Förderung der Elementarbildung getragen wird und sich durch vielseitiges Fachwissen ihrer Mitglieder auszeichnet. EduCare setzt sich für Weiterentwicklungen in der Elementarpädagogik als integrativen Bestandteil der Bildungsreform ein und wird vom Steuerteam koordiniert. Informationen unter: www.plattform-educare.org.

Susanna Haas, Pädagogische Leitung der St. Nikolausstiftung, ist Mitglied des Steuerteams der Plattform EduCare. Informationen unter: www.nikolausstiftung.at.

Rückfragen & Kontakt:

Plattform EduCare:
Bettina Wachter
sprecherin@plattform-educare.org
0650 946 09 31

St. Nikolausstiftung:
Gabriele Zwick
g.zwick@nikolausstiftung.at
0664 610 13 98

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