Deutsche Handelskammer in Österreich (DHK) sieht bilaterale Handelsbeziehungen nicht in Gefahr

Der Handel zwischen Deutschland und Österreich läuft nach wie vor zufriedenstellend. Die DHK ruft daher zu mehr Gelassenheit in der aktuellen Konjunkturdiskussion auf.

Wien (OTS) - Als „sehr positiv“ sieht Thomas Gindele, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK), die Aufmerksamkeit, die aktuell den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Österreich zugedacht wird, so Gindele mit Verweis auf den heute stattfindenden „Konjunkturgipfel“ der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Die DHK ist die offizielle Vertretung der deutschen Wirtschaft in Österreich.

Trotz aktueller Konjunkturflaute zeigen sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Österreich robust. Laut deutscher Statistik legten die Exporte nach Österreich von Jänner bis August 2019 im Jahresvergleich um 3,1 Prozent auf 44,3 Milliarden Euro zu. Die Importe aus Österreich stiegen in diesem Zeitraum um 3,9 Prozent auf 29,7 Milliarden Euro.

Während Deutschland für Österreich der größte Handelspartner ist, nimmt Österreich bei den deutschen Exporten Platz sieben ein – ob der Größenverhältnisse der beiden Länder ein beeindruckendes Ranking-Ergebnis. Bis zum Jahresende 2019 erwartet die DHK, dass sich der bilaterale Handel weiter positiv entwickeln wird.

„Weder Deutschland noch Österreich können sich von globalen Entwicklungen abkoppeln“, sagt Gindele. Dies macht sich vor allem bei den österreichischen Maschinenbauern und Automobilzulieferunternehmen, die im Fahrwasser der deutschen Industrie auf den asiatischen und amerikanischen Märkten engagiert sind, bemerkbar.

Dass sich eine schwächere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland eins zu eins auf Österreich übertrage, ist Gindeles Erfahrung nach aber Geschichte. Darauf habe die österreichische Wirtschaftspolitik in letzter Zeit mehrfach hingewiesen. Deswegen müsse Österreich eigentlich mit etwas mehr Gelassenheit gegenüber Deutschland reagieren, was die Beurteilung der aktuellen Konjunktureintrübung betrifft.

Ein weiteres Zeichen dafür ist, dass die österreichische Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren Marktanteile in Deutschland abgeben musste: War Österreich 2009 noch der siebentwichtigste Importeur in Deutschland, ist das Land inzwischen auf den zehnten Platz abgerutscht. Trotz guter Wachstumszahlen haben die Schweiz, Belgien und die Tschechische Republik Österreich auf dem deutschen Markt überholt.

Dass es in Deutschland zum Beispiel im Bereich Infrastruktur erhöhten Investitionsbedarf gibt, ist laut Gindele unbestritten. „Österreichische Unternehmen sind in Deutschland wie immer willkommen, an dieser Modernisierung mitzuwirken“, so Gindele. Die starke österreichische Bauwirtschaft gehe dabei schon mit gutem Beispiel voran.

Die Bundesrepublik Deutschland führt zudem in den nächsten Jahren öffentlich geförderte Maßnahmen durch, um ihre globalen Beschaffungsquellen auszubauen. Deswegen wird die DHK in den kommenden Jahren österreichische Firmen zu Lieferantenforen nach Deutschland einladen.

Für die deutsche Wirtschaft ist Österreich ein wichtiger Produktions- und Entwicklungsstandort. Daran werde sich auch in der Zukunft nichts ändern. Die deutschen Unternehmen, die in Österreich Maschinen, Fahrzeuge und Zulieferteile entwickeln und produzieren, liefern diese von Österreich aus in die ganze Welt. Sollten die globalen Märkte an Dynamik verlieren, wären aber Anpassungen auch in Österreich nicht zu vermeiden.

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