1989 im Zeitraffer: Von Genschers Balkonrede bis zu Ceausescus Tod

Das IWM begeht das Gedenkjahr 2019 mit einer Themenwoche zu 1989

Wien (OTS) - Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), das während der Zeit des Kalten Krieges als ein Zufluchtsort Intelektueller aus Ost und West in Wien gegründet wurde, zieht 30 Jahre nach dem Schicksalsjahr 1989 Bilanz und veranstaltet vom 4. bis zum 10. November gleich mehrere Veranstaltungen, die an die Wende und ihre Folgen erinnern. Den Auftakt bilden zwei Lesungen in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, gefolgt von einem Thementag am 6. November, wo im Stundentakt die zentralen Schauplätze und Ereignisse des Jahres 1989 – von Österreich über Polen und Tschechien bis hin zur Ukraine – im Zeitraffer diskutiert werden. Das besondere dabei: Das Gespräch findet jeweils zwischen einem Zeitzeugen und einer jüngeren Person der Generation nach 1989 statt. Den Abschluss bildet eine hochkarätige Podiumsdiskussion im Burgtheater der Reihe Europa im Diskurs am 10. November, die sich mit den Möglichkeiten und Grenzen einer „europäischen Nation“ im Verhältnis zu einem „Europa der Nationen“ auseinandersetzt.

„Jeder Aufbruch verlangt nach Geschichten“ – unter diesesm Motto erzählen Schriftstellerinnen und Schriftsteller an zwei Abenden von Kontinuitäten und Brüchen in den Lebenswelten osteuropäischer Länder und von den vielfältigen Aufbrüchen seit 1989: György Dalos, Dževad Karahasan und Tanja Maljartschuk am 4. November bei der Österreichischen Gesellschaft für Literatur; Noémi Kiss und Thomas Perle am 5. November am IWM.

Der Thementag „1989 in a Day“ der von IWM Permanent Fellow Ludger Hagedorn kuratierten Veranstaltungsreihe beginnt am Morgen des 6. November und setzt sich in 8 Gesprächsrunden zu 8 zentralen Ereignissen des Jahres 1989 auseinder. Neben persönlichen Erinnerungen geht es um die Nachwirkungen von 1989 und deren heutige Relevanz. Aufgrund der sonst üblichen Dominaz des Mauerfalls im historischen wie wissenschaftlichen Diskurs wurde der Schwerpunkt ganz bewusst auf andere Regionen und Erfahrungen in Zentral- und Osteuropa gelegt. Zu den Podiumsgästen zählen u.a. der frühere österreichische Vizekanzler Erhard Busek, die Historiker Holly Case (Brown University) und Philipp Ther (Uni Wien) sowie der deutsche Botschafter Ralf Beste.

Die Gespräche werden am Abend des 7. November mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Thirty Years After: Europe’s Unfinished Revolution?“ komplettiert, an der Jiří Přibáň, Martin Milan Šimečka und Heidemarie Uhl teilnehmen. Alle Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem von IWM und ERSTE Stiftung gemeinsam initiierten Projekt Europe’s Futures sowie mit freundlicher Unterstützung durch die Tschechische Botschaft in Wien und das Polnische Wissenschaftsministerium statt. Das gesamte Programm zum Download unter: www.iwm.at).

Den Abschluss der Themenwoche bildet eine Debatte im Burgtheater zum Thema „Europäische Nation vs. Europa der Nationen?“ Am Podium diskutieren: Constanze Itzel (Museumsdirektorin, House of European History), Ivan Krastev (Politologe und IWM Permanent Fellow), Jacques Rupnik (Politikwissenschaftler und Historiker), Ruth Wodak (Sprachwissenschaftlerin, Lancaster University und Universität Wien) und Ivan Vejvoda (Politologe und Leiter des Projekts Europe’s Futures). Die Gesprächsreihe Europa im Diskurs – Debating Europe wurde vor mehr als zehn Jahren von IWM, ERSTE Stiftung, Der Standard und Burgtheater ins Leben gerufen und hat seitdem zahlreiche internationale Gäste aus Politik, Ökonomie und Wissenschaft nach Wien geholt, um über die Zukunft Europas nachzudenken und zu diskuttieren.

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MMag. Marion Gollner
Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM)
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Tel.: 01-313-58-207
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