„kulturMontag“: 30 Jahre Mauerfall, Leonardo im Louvre, Frauenpower bei der Viennale

Außerdem: Doku „Homo digitalis – Wie lange sind wir noch Mensch?“ zu 50 Jahre Internet, „Aus dem Archiv“ mit Michael Schottenberg

Wien (OTS) - Vor 30 Jahren fiel die Berliner Mauer – dies ebnete endgültig den Weg für ein geeintes Europa. Im Rahmen eines ORF-Schwerpunkts zum Thema berichtet auch der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMontag“ am 28. Oktober 2019 um 22.30 Uhr in ORF 2 ausführlich über dieses Ereignis und seine, u. a. kulturpolitischen, Folgen. Die Sendung befasst sich außerdem mit der außerordentlichen Leonardo-da-Vinci-Schau im Louvre, die bis kurz vor Eröffnung noch von diplomatischen Querelen überschattet war. Weiters geht es um die ebenfalls gerade eröffnete Viennale. Anschließend an das Magazin steht anlässlich des ORF-Programmschwerpunkts „50 Jahre Internet“ die Kulturdokumentation „Homo digitalis – Wie lange sind wir noch Mensch?“ (23.30 Uhr) auf dem Programm. Danach steht zum Auftakt der neuen ORF-2-Sendereihe „Aus dem Archiv“ (0.00 Uhr) Michael Schottenberg im Mittelpunkt.

Schwerpunkt 30 Jahre Mauerfall

Der „kulturMontag“ berichtet ausführlich über ein bewegtes Stück Zeitgeschichte: Den Fall des Eisernen Vorhangs bzw. der Berliner Mauer vor 30 Jahren. Allein in Deutschland war die „eiserne“ Grenze 1.533 Kilometer lang und teilte das Land wie auch Berlin. Als am 9. November 1989 die Grenzübergänge endgültig aufgingen und die Mauer fiel, erlebten die Menschen eine Nacht zwischen Euphorie und Chaos. Anschaulich lässt sich heute der ostdeutsche Alltag im Berliner DDR-Museum studieren. Man kann sich ans Steuer eines Trabis setzen, eine in allen Einzelheiten nachgebaute Wohnung erkunden und in den in einer Kinderkrippe ausgelegten Büchern blättern. Die größte Sammlung von Artefakten aus der DDR befindet sich allerdings in den USA, in Culver City in Kalifornien. Das „Wendemuseum“ zeigt Relikte untergegangener Ostblockstaaten aus der Ära des Kalten Krieges. 100.000 Gegenstände, persönliche Aufzeichnungen und Dokumente, Abhöranlagen der Stasi, die die Entwicklungen in Osteuropa und der Sowjetunion von 1945 bis 1991 dokumentieren. Welche persönlichen Erinnerungen haben Künstler wie Opernstar René Pape oder Kultmusiker und Schriftsteller Sven Regener an das historische Ereignis? 30 Jahre nach der friedlichen Revolution ist es Zeit für eine Bilanz: Was genau passierte im Osten, als er vom Westen übernommen wurde? Worin unterscheidet sich der Osten vom Westen? Weshalb sind Populisten und Extremisten hier so erfolgreich? Welche Auswirkungen haben die Umwälzungen der politischen Machtverhältnisse für den letzten SED-PDS Vorsitzenden Gregor Gysi? Wie analysieren der Historiker und Publizist Ilko Sascha Kowalczuk und der Politologe und Autor Ivan Krastev den Umbruch und die aktuellen Probleme eines vereinten Europas?
Der ORF präsentiert zu „30 Jahre Mauerfall“ ab 6. November zahlreiche weitere Sendungen. So zeigt ORF 2 die TV-Premieren „WELTjournal:
Deutschland – Einig und Zerrissen“, „WELTjournal +: Vermisst – die gestohlenen Kinder der DDR“, „Universum History: Countdown ’89 – Der Fall der Berliner Mauer“, „dokFilm: 1989 – Poker am Todeszaun“ und ein „Eco Spezial“ zum Thema „30 Jahre Ostöffnung – Was der Mauerfall Österreich wirtschaftlich gebracht hat“ sowie den Spielfilm-Dreiteiler „Der gleiche Himmel“ von Oliver Hirschbiegel. ORF III präsentiert am 9. November einen „zeit.geschichte“-Abend mit u. a. der zweiteiligen Neuproduktion „Österreich am Eisernen Vorhang.“

Der Alleskönner – Leonardo im Louvre

Kommt er oder kommt er nicht? Seit Monaten wird in der Kunstszene wild darüber spekuliert, ob Leonardo da Vincis Christusbild „Salvator Mundi“, das bei einer Auktion den Rekordpreis von 450 Millionen US-Dollar erzielte, in der ultimativen Jubiläumsschau in Paris gezeigt wird. Seit seiner Versteigerung ist das teuerste Bild der Welt verschwunden. Eine angekündigte Ausstellung im Louvre-Ableger in Abu Dhabi wurde ohne Erklärung kurzfristig abgesagt. Nach wie vor gilt das um 1500 datierte Werk in Expertenkreisen als umstritten. Rund 120 Werke – Gemälde, Zeichnungen, Manuskripte und Skulpturen – hat das Kuratorenteam in zehnjähriger Arbeit für die spektakuläre Schau im Louvre versammelt. Zum 500. Todestag des Renaissance-Genies wurden Leihgaben aus dem New Yorker Metropolitan Museum of Art, der Royal Academy oder der Galleria dell’Accademia in Venedig nach Paris geholt. Wobei Italiens Regierung nach dem Motto „Italia Nostra“ die Leihgabe der wohl berühmtesten Zeichnung Leonardos, die Proportionsstudie des „Vitruvianischen Menschen“, fast vereitelt hätte. Während die finalen Vorbereitungen auf Hochtouren laufen und die spektakulären Werke des Ausnahmekünstlers aus aller Welt in Paris eintreffen, bleibt „La Gioconda“, Leonardos Mona Lisa, an ihrem angestammten Platz.

Die weiblichen Seiten des Kinos – Viennale 2019

Der „kulturMontag“ gibt einen Ausblick auf die eben gestartete Viennale – die sehr weibliche zweite Festivalausgabe unter der Leitung von Eva Sangiorgi. Eröffnet wurde das Festival mit Céline Sciammas in Cannes prämiertem Film „Portrait de la jeune fille en feu“. In ihrem nuancierten Drama über die Liebe zweier Frauen im Jahr 1770 rückt die Französin ein Darstellerinnen-Quartett ins Zentrum. Mit Jessica Hausners Sci-Fi-Thriller „Little Joe“ wird auch eine österreichische Produktion, die in Cannes ihre Welturaufführung erlebte, gezeigt. In ihrem ersten englischsprachigen Streifen navigiert die Filmemacherin stilsicher zwischen Psychothriller und Horrordrama. Einer starken feministischen Stimme Österreichs, die als Ikone der österreichischen Politik und Identifikationsfigur für heutige und nachfolgende Generationen gilt, setzt Kollegin Sabine Derflinger mit ihrer Biografie „Die Dohnal“ ein Denkmal. Die traditionelle Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria führt Eva Sangiorgi auch heuer weiter. Unter dem Titel „der weibliche Blick“ soll das Werk von Louise Kolm-Fleck wiederentdeckt werden. Diese gründete 1910 die „Erste österreichische Kinofilms-Industrie“ und setzte sich als zweite Regisseurin der Welt in einer männlichen dominierten Branche durch.

Dokumentation „Homo digitalis – Wie lange sind wir noch Mensch?“ (23.30 Uhr)

Künstliche Intelligenz, Chips im Gehirn, digitale Liebhaber – wie verändern solche Zukunftstechnologien unser Leben? Dieser Frage ging das mit ORF-Beteiligung gelaunchte transmediale Zukunftsprojekt „Homo Digitalis“ nach. Neben einer siebenteiligen Webserie bestand dieses auch aus einem Zukunftstest, dessen Ergebnisse 2018 sowohl in einer wissenschaftlichen Studie, als auch in einer begleitenden TV-Dokumentation von Christiane Miethge und Nils Otte präsentiert wurden. Virtuelle Freunde treffen, eine Drohne mit Gedanken steuern und DANN-Hacking – all das thematisiert „Homo Digitalis“. Gespräche mit internationalen Expertinnen und Experten zeigen dabei, dass sich Menschen weltweit fragen: Wird aus uns eine ganz neue Spezies – der „Homo Digitalis“?

„Aus dem Archiv: Michael Schottenberg“ (0.00 Uhr)

Zum Auftakt der neuen ORF-2-Sendereihe „Aus dem Archiv“, in der Persönlichkeiten aus Unterhaltung und Kultur gemeinsam mit Weggefährtinnen und Weggefährten ihr vielfältiges Schaffen Revue passieren lassen, ist Michael Schottenberg zu Gast bei Christian Reichhold und Regina Nassiri im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses. Mitgebracht hat er Schauspielerin Katharina Straßer sowie Schriftsteller und Herausgeber Michael Horowitz. Sehr amüsiert lauschen die beiden, als Schottenberg unter anderem von der Rache des Schauspielers an einem ungeliebten Regisseur erzählt: Es ging um einen Satz, den der junge Schottenberg nicht so sprechen konnte, wie der Regisseur ihn hören wollte. Tag für Tag, Woche für Woche! Die Proben wurden zur Qual. Jahre später – die Rollen hatten sich umgekehrt – besetzte Regisseur Schottenberg seinen „Peiniger“ in einer Filmrolle. Soviel sei vorweggenommen: Rache ist süß! In der nächsten Ausgabe am 18. November ist Rudolf Buchbinder zu Gast. Begleitet wird er von Ehefrau Agi und Otto Schenk.

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