Grüne Wien: Grätzlschwestern als Zukunftsmodell für Kindergesundheit

Kinderarmut wirkt sich negativ auf die Gesundheit von Kindern aus

Wien (OTS) - Armut wirkt sich negativ auf die Gesundheit von Kindern aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung auf Initiative der Volkshilfe Österreich und der Ärztekammer. Im Vergleich zu anderen Kindern leiden Kinder aus armutsbetroffenen Haushalten unter deutlich größeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

"Die heute präsentierte Befragung zeigt deutlich, dass die negativen Auswirkungen von Armut bereits im Kindesalter klar sichtbar sind. Stressfaktoren in den Familien, wie Mangel an Geld oder sozialer Teilhabe, aber auch geringer Zugang zu Bildung wirken sich 1:1 auf die Kleinsten aus. Nicht nur Entwicklungsverzögerungen werden häufiger beobachtet, auch andere Erkrankungen sind weiter verbreitet. Eine ausreichende soziale Absicherung von Kindern und ihren Familien bildet die Basis für ein gesundes Aufwachsen. Nur wer nicht unmittelbar in der Existenz bedroht ist, schafft es, Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen“, so die Sozial- und Familiensprecherin der Grünen Wien, Ursula Berner.

Die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Birgit Meinhard-Schiebel, ergänzt: "Häufigere Besuche bei ÄrztInnen, weniger Bewegung, überhöhtes Körpergewicht durch Mangel an Geld für gutes Essen oder Wissen zu gesunder Ernährung mit all den negativen Langzeitfolgen treten zu Tage. Aber auch psychische Probleme die durch den mit Armut verbundenen Stress ausgelöst werden, wie Bauchschmerzen, Schlafschwierigkeiten, Mangel an Freundschaften oder schlechte Wohnverhältnisse sind evident. Die aktuelle Befragung zeigt damit auch ganz klar auf, wie groß der Bedarf für die Kompetenzen der unterschiedlichen Gesundheitsberufen ist. Gerade im Modell der Primärversorgung würden auch Kinder und ihre Gesundheit enorm profitieren. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege, Ernähungsberatung, Physiotherapie, Ergothearpie, Logopädie und auch das Wissen von SozialarbeiterInnen stellen in der Praxis einen großen Gewinn für die Jüngsten dar."

Meinhard-Schiebel führt das internationale Beispiel der Gemeindepflege als weiteren Lösungsansatz an: "Es ist wirklich beschämend, in welchem Ausmaß die negativen gesundheitlichen Folgen von Armut für Kinder zu Tage treten. Gerade international erprobte Modelle, wie die Gemeindepflege - auf Wienerisch "Grätzlschwester" - können hier eine wichtige Rolle übernehmen. Durch aufsuchende Arbeit der Gesundheits- und Krankenpflege in Familien werden wichtige Gesundheits-Tipps an die Familien weitergegeben. Auch die Schnittstelle zur ärztlichen Versorgung kann dadurch vereinfacht werden.“

Berner ergänzt: "Das Modellprojekt der Frühen Hilfen in Wien ist etwa darauf ausgelegt, Familien mit Unterstützungsbedarf früh zu erkennen, um negative Entwicklungen für Kinder zu verhindern. Eine Ausweitung der Versorgung wäre aus diesen Erfahrungen heraus wirklich wünschenswert."

"Kinder haben ein Recht auf ein gesundes Aufwachsen in einem reichen Land wie Österreich. Ausreichende finanzielle Absicherung und vielfältige medizinische und soziale Angebote, wie etwa das Modell der Grätzlschwestern, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Den Appell der Volkshilfe und Ärztekammer nehmen wir sehr ernst," schließen Berner und Meinhard-Schiebel.

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