„matinee“-Doppel am Feiertagswochenende: Dokus über Wiener Sängerknaben, Billy Wilder und Codex Brandis am Samstag

Am Sonntag u. a.: Porträts über Tiroler Kirchenhandwerk und Maximilian I. und sein Tirol

Wien (OTS) - Am Nationalfeiertagswochenende präsentiert ORF 2 ein kulturelles „matinee“-Doppel.
So blickt am Samstag, dem 26. Oktober 2019, ab 9.05 Uhr, zunächst die Dokumentation „Die Wiener Sängerknaben – Wege in die Ferne“ des kürzlich verstorbenen Regisseurs Curt Faudon hinter die Kulissen der renommierten österreichischen Institution und zeigt den Chor auf seinen Welttourneen. Danach folgt mit „Du sollst nicht langweilen:
Billy Wilder“ (9.55 Uhr) ein Porträt des herausragenden österreichisch-amerikanischen Regisseurs, Produzenten und Oscarpreisträgers. Den von Teresa Vogl präsentierten Vormittag beschließt die Doku „Codex Brandis –Eine Tiroler Burgenreise“ (10.50 Uhr).
Ganz im Zeichen Tirols steht dann die „matinee“ am Sonntag, dem 27. Oktober, ab 9.05 Uhr. Den Auftakt macht die Dokumentation „Unser täglich Brot: Tiroler Kirchenhandwerk mit Zukunft“. Nach der Übertragung des Evangelischen Gottesdienstes (9.30 Uhr) live aus der Erlöserkirche in Jenbach widmet sich das vom ORF-Landesstudio produzierte Porträt „Maximilian und sein Tirol“ (10.15 Uhr) dem „letzten Ritter“: dem habsburgischen Kaiser Maximilian I., dessen 500. Todestags heuer gedacht wird, und seinem Bezug zum Bundesland. Den Abschluss des von Martin Traxl präsentierten Vormittags bildet „Die Kulturwoche“ (10.45 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.

Samstag, 26. Oktober:

„Die Wiener Sängerknaben – Wege in die Ferne“ (9.05 Uhr)

Die Produktion aus dem Jahr 2008 ist eine Mischung aus Dokumentation, Musik und Kostümfilm. Ausgangspunkt war ein Weltmusikprojekt der Wiener Sängerknaben mit Liedern von der alten Seidenstraße. Regisseur Curt Faudon zeigt den berühmten Chor bei der Ausbildung im Palais Augarten, begleitet die jungen Sänger auf ihren Welttourneen, dokumentiert die anstrengende Arbeit, aber auch die Abenteuer während der aufwendigen Dreharbeiten zu dem exotischen Programm.
Die Sängerknaben stellen die große Bandbreite ihres Könnens unter Beweis – von der Zeit der Motetten bis hin zur Moderne, von der westeuropäischen Musik bis hin zu den Liedern der Seidenstraße, die aus Feldforschungen verschiedener Musikethnologen von 1911 bis heute stammen. Die Lieder werden von Originalinstrumenten begleitet und in Originalsprache gesungen. Curt Faudon hat drei Monate für diesen Film gedreht, davon zwei Monate im Ausland, vorwiegend entlang der Seidenstraße in China, Indien und Usbekistan. Weitere Ausschnitte zeigen die Chöre während ihrer Auslandstourneen in den USA, in Japan, Australien und Korea.

„Du sollst nicht langweilen: Billy Wilder“ (9.55 Uhr)

„Es gibt drei wichtige Regeln beim Filmemachen: Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen und du sollst nicht langweilen!“ Mit diesem Zitat charakterisierte der österreichische Hollywood-Star Billy Wilder einst seinen wichtigsten Grundsatz beim Filmemachen.
Die 2016 entstandene Produktion von André Schäfer und Jascha Hannover dokumentiert anhand von Originalaufnahmen mit Wilder, Gesprächen mit Kollegen, Archiv- und neugedrehtem Material ein Jahrhundert bewegter Zeitgeschichte und porträtiert einen Menschen, der vor allem eines war: nicht langweilig. Der Film zeigt den Menschen hinter dem großen Namen und bietet einen Blick in den Maschinenpark der Traumfabrik, in ihr Getriebe und ihre Wirkmechanismen.

„Codex Brandis – Eine Tiroler Burgenreise“ (10.50 Uhr)

Wird der Codex Brandis geöffnet, fächert sich Tirols Burgenwelt auf. Es war wohl Jakob Andrä von Brandis, seines Zeichens Landeshauptmann an der Etsch, der zwischen 1607 und 1620 eine Sammlung von Burgenzeichnungen anfertigen ließ. Seither trägt sie den Namen des Adelsgeschlechtes. Das Südtiroler Landesarchiv in Bozen bewahrt den Codex Brandis auf. Mit leichter Feder und gutem Strich hielt ein unbekannter Künstler Burgen und wehrhafte Klöster fest. Der Bogen der 105 Skizzenblätter spannt sich von den Burgen des Oberen Inntales und Vinschgaus bis zu jenen im Burggrafenamt, Etschtal und heutigen Trentino.
Seit 2018 werden sämtliche Bildtafeln des Codex Brandis von einem Historikerteam veröffentlicht. Die Dokumentation von Patrick Rina wandelt auf den Spuren des anonymen Zeichners zwischen Imst und dem Gardasee. Vorgestellt werden Burgen, Städte und ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Der Film ist darauf bedacht, die neuesten historischen Erkenntnisse und die „Seelenlandschaften“ der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino gleichermaßen zu berücksichtigen.

Sonntag, 27. Oktober:

„Unser täglich Brot: Tiroler Kirchenhandwerk mit Zukunft“ (9.05 Uhr)

Die katholische Kirche trägt Verantwortung für die Entstehung vieler Handwerksberufe. Heute noch ist sie hauptsächlicher Auftraggeber einiger Handwerker, auch wenn sich diese Berufe im Wandel der Zeit stets weiterentwickelt haben. Drei davon werden in dieser Dokumentation von Helena Fröhlich genauer betrachtet. Im Mittelpunkt stehen der Osttiroler Kirchturmdachdecker Martin Berger, der seit mehr als 16 Jahren in rund 20 bis 30 Meter Höhe Kirchtürme deckt, wie jenen in St. Pankraz in Fügen im Zillertal. Und das ganz ohne Gerüst. Eine Tätigkeit, die viel Präzision verlangt.
Auch den Orgelbau und die Kirche verbindet eine untrennbare Geschichte. Der Zillertaler Orgelbauer Christian Erler arbeitet seit mehr als 40 Jahren in seinem Beruf und ist damit einer der Letzten. Mehr als 20 Orgeln hat er selbst gebaut – für Kirchen in ganz Österreich, wie etwa die Innsbrucker Allerheiligenkirche. Zu seinem sonstigen Tagesgeschäft gehören Restaurationsarbeiten und Wartungsarbeiten von alten Instrumenten.
Nach dem Tod ihres Mannes hat Natascha Mader die 1861 gegründete Innsbrucker Glasmalerei übernommen. Diese hatte um die Jahrhundertwende nicht nur mehr als 100 Mitarbeiter, sondern auch eine Zweigstelle in New York. Mehr als 4.000 Kathedralen weltweit und viele profane Gebäude wurden mit Fenstern aus der Kunsthandwerksfirma ausgestattet. Heute arbeiten dort fünf Angestellte, die vornehmlich Restaurationsarbeiten alter Fenster durchführen. Mit neuen künstlerischen Angestellten stößt die Glasmalerei aber auch in die moderne Kunst vor.

„Maximilian und sein Tirol“ (10.15 Uhr)

Maximilian I., der visionäre Selbstdarsteller, der „letzte Ritter“, der Jäger und Soldatenkaiser: Zum 500. Todestag des legendären Habsburger-Herrschers führt der Film von Georg Laich an die schönsten Plätze von „Maximilians Tirol“. Maximilians Residenzstadt Innsbruck mit dem Goldenen Dachl und den berühmten „Schwarzen Mandern“, seine Jagdsitze und Jagdschlösser, die spektakuläre Martinswand mit der „Maximiliangrotte“, das Fürstenhaus am Achensee, Schloss Tratzberg oder die Festung Kufstein: Der Kaiser hat Tirol geliebt, oft besucht und mit manchem Waffengang auch belastet. Er lernte „das Land im Gebirge“ schätzen und bezeichnete es als „einen Bauernkittel, der aber gut wärmt“. An Tirol faszinierten den begeisterten Jäger und Kletterer die hohen Berge, das viele Wild, die ausgedehnten Wälder und die klaren, wasserreichen Flüsse und Seen. Maximilian regierte „im Sattel“, er zog ständig herum und war grundsätzlich nur sehr kurz an einem Ort. Der Kaiser nannte Tirol auch „eine Geldbörse, in die man nie umsonst greift“, denn seine verschiedensten Unternehmungen und Ideen verschlangen viel Geld. Ausgehend von Tirol verbreitete er zahlreiche Reformen im ganzen Reich.

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