Studie: Höheres Forderungsrisiko lässt Zahlungsausfälle bei Österreichs Firmen steigen

Wien (ots/PRNewswire) - Österreichs Lieferanten und Dienstleister sind in den vergangenen zwölf Monaten deutlich höhere Zahlungsrisiken eingegangen. Das zeigt das jetzt veröffentlichte Zahlungsmoralbarometer des internationalen Kreditversicherers Atradius für das westeuropäische Firmengeschäft. Demnach stieg das Volumen der Geschäfte von Österreichs Unternehmen, bei denen sie Abnehmern ein Zahlungsziel gewährten, innerhalb eines Jahres auf 65,3 % an. In der vorangegangenen Atradius-Befragung lag dieser Wert noch bei 29,5 %. Auch die durchschnittliche Dauer der Zahlungsfristen hat sich verlängert: Zuletzt gaben Österreichs Unternehmen ihren Firmenkunden im Durchschnitt 31 Tage Zeit, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Im Vorjahr waren es noch 23 Tage. Parallel zum Risiko haben auch die von österreichischen Befragungsteilnehmern gemeldeten Forderungsausfälle in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen: 2,4 % der offenen Außenstände mussten zuletzt als uneinbringlich abgeschrieben werden - nach weniger als 1 % im Vorjahreszeitraum.

"Insgesamt erscheint die österreichische Wirtschaft derzeit noch robust. Die häufigere Nutzung von Lieferantenkrediten und die längeren Zahlungsfristen geben jedoch einen Hinweis auf das schwächelnde Auslandsgeschäft. Hier mussten Österreichs Firmen zuletzt höhere Risiken akzeptieren, um ihre Umsätze zu sichern", KR Franz Maier, Generaldirektor Österreich, Ungarn und Südosteuropa von Atradius. "Das höhere Forderungsrisiko schlägt sich aber auch in den beträchtlichen Ausfallquoten nieder. Unternehmen können ihre Wettbewerbsfähigkeit mit Zahlungszielen nur dann nachhaltig verbessern, wenn sie die Außenstände entsprechend absichern."

Insolvenzentwicklung Österreich: Firmenpleiten nehmen um 2 % zu

Die Zunahme der Zahlungsausfälle unter Österreichs Firmen geht mit einem erhöhten Insolvenzrisiko in der Volkswirtschaft einher. Laut Atradius-Prognose steigen die Unternehmensinsolvenzen in Österreich in diesem Jahr um 2 % gegenüber dem Vorjahr an Für die gesamte Region Westeuropa rechnet Atradius im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Firmenpleiten um 2,7 %.

Ein Grund für die Insolvenzzunahme sind die aktuellen Unwägbarkeiten im Auslandsgeschäft. Ursachen hierfür sind unter anderem die Handelspolitik der US-Regierung oder die Schwäche des Welthandels. Die Entwicklungen beeinträchtigen vor allem die Wirtschaft Deutschlands. Von dessen Konjunktur wiederum ist Österreich als enger Handelspartner stark abhängig.

Forderungsausfälle steigen in Österreichs Agrarsektor besonders stark an

Österreichs Agrarwirtschaft verzeichnete zuletzt den stärksten Anstieg der Forderungen, die am Ende des Geschäftsjahres als uneinbringlich abgeschrieben werden mussten: Von 1,4 % in der vorangegangenen Studie stieg dieser Wert auf aktuell 3,4 % des Umsatzes an. Firmen der Konsumgüter- und Maschinenbaubranche mussten zuletzt im Durchschnitt 2,6 % ihrer Außenstände als Verlust verbuchen, Dienstleistungsunternehmen 2,1 %. Wesentlich niedriger fiel der Anteil uneinbringlicher Forderungen im Stahl- und Metallsektor aus: 1,2 % (gegenüber weniger als 1,0 % im vorangegangenen Atradius-Zahlungsmoralbarometer).

Kleine und mittelständische Unternehmen in Österreich verzeichneten dabei jüngst einen besonders hohen Anteil an uneinbringlichen Forderungen: 2,6 %. Das ist mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr, als sie noch 1,0 % ihrer Außenstände als uneinbringlich abschreiben mussten. Bei Großunternehmen stieg der Anteil auf 2,5 % (gegenüber 1,7 % im Jahr zuvor), bei Kleinstunternehmen auf 2,0 % (gegenüber weniger als 1,0 % im Jahr zuvor).

Verhaltener Blick in die Zukunft

Für die kommenden Monate sind die österreichischen Unternehmen verhalten in Bezug auf die Zahlungsmoral, die sie im Firmengeschäft erwarten: 26 % gehen von einer weiteren Verschlechterung aus, 22 % von einer Verbesserung. 52 % der von Atradius befragten Firmen erwarten keine Veränderung. Die Befragungsergebnisse gehen einher mit einer verhaltenen Insolvenzprognose für das kommende Jahr. Atradius geht davon aus, dass die Insolvenzen unter Österreichs Firmen im kommenden Jahr erneut steigen werden - um 1 % gegenüber 2019.

Das Atradius-Zahlungsmoralbarometer Westeuropa

Das Atradius-Zahlungsmoralbarometer für Westeuropa umfasst die Befragungsergebnisse aus 13 Ländern (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien und Vereinigtes Königreich). 2.700 Unternehmen hat der Kreditversicherer in seiner aktuellen Erhebung nach ihren Zahlungserfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten sowie nach ihren Erwartungen für die kommenden Monate befragt. Alle Ergebnisse können im Internet kostenlos auf www.atradius.at im Menüpunkt Publikationen heruntergeladen werden.

Über Atradius

Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen, Bürgschaften, Inkassodienstleistungen und Wirtschaftsinformationen mit einer strategischen Präsenz in mehr als 50 Ländern. Die von Atradius angebotenen Produkte schützen Unternehmen weltweit vor den Ausfallrisiken beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf Kredit. Atradius ist Mitglied der Grupo Catalana Occidente (GCO.MC), einer der größten Versicherer in Spanien und einer der größten Kreditversicherer der Welt. Weitere Informationen finden Sie online unter www.atradius.at

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