ÖSTERREICH: "Krone"-Schiedgerichtsverfahren muss zurück an den Start

Einer der Schiedsrichter ist zurückgetreten

Wien (OTS) - Schon seit längerem wird ein Urteil des Schiedgerichts erwartet, das eine Entscheidung im Streit der beiden Hälfteeigentümer der "Kronen-Zeitung", also der Familie Dichand auf der einen und der deutschen Funke-Gruppe auf der anderen Seite, bringen soll.

Wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer Montagsausgabe berichtet, wird sich dieser Schiedsspruch aber auf unbestimmte Zeit verzögern. Einer der drei Schiedsrichter, der von den Dichands gestellte Univ. Prof. Paul Oberhammer hat in der vergangenen Woche das Handtuch geworfen. Hintergrund: Oberhammer, so der Vorwurf der Funke-Gruppe, soll regelmäßig telefonischen und persönlichen Kontakt zu Huberta Gheneff, ihres Zeichens Anwältin der Dichands, gehabt haben. Stimmen die Anschuldigungen, wäre das ein klarer Verstoß gegen die Regeln eines solchen Schiedsgerichtsverfahrens nach Schweizer Recht. Einem Schiedsrichter ist es strikt untersagt, Kontakt zu einer der Streitparteien zu halten und sich dadurch beeinflussen zu lassen. Die Funke-Leute konfrontierten Oberhammer in der Vorwoche mit den Vorwürfen, dieser wies sie zurück und stritt Kontakte zu Gheneff ab. Tags darauf trat er dennoch vom Amt des Schiedsrichters zurück.

De facto heißt das: Zurück an den Start. Theoretisch ist es zwar möglich, dass die Dichands einen Schiedsrichter nachnominieren und sich dieser schnell in die Materie einliest – doch das ist angesichts der Komplexität der Causa unwahrscheinlich. Alles spricht eher dafür, dass das Verfahren von Neuem begonnen werden muss, möglicherweise mit komplett neuen Schiedsrichtern. Die Entscheidung im Streit um eines der größten Medienunternehmen des Landes müsste auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden.

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