Zwei Alpenvereinshütten erhalten Umweltgütesiegel

Anlässlich der Hauptversammlung in Schladming verlieh der Alpenverein das Umweltgütesiegel an die Seethaler Hütte (Dachstein/OÖ) und die Lilienfelder Hütte, Gutensteiner Alp./NÖ

Schladming (OTS) - Schladming. Insgesamt 230 Hütten werden vom Österreichischen Alpenverein betrieben – mit dem Ziel, diese zu vorbildlichen Beherbergungsstätten im Hinblick auf eine ökologische und nachhaltige Bewirtschaftung zu entwickeln. All jenen Alpenvereinshütten, die sich im Sinne der Umwelt besonders auszeichnen, wird seit über 20 Jahren das renommierte Umweltgütesiegel verliehen. Dieses Jahr durften sich Vertreter der Sektion Österreichischer Gebirgsverein (ÖGV) über die begehrte Auszeichnung freuen – die Lilienfelder Hütte (956 m) am Muckenkogel in den Gutensteiner Alpen (NÖ) wurde geadelt. Weiters erhielt die Sektion Austria für ihre 2018 neu errichtete Seethalerhütte (2.740 m) am Dachstein abermals das Umweltgütesiegel.

Ein Höhepunkt der Jahreshauptversammlung des Österreichische Alpenvereins ist die Bekanntgabe und Verleihung des begehrten Umweltgütesiegels. Damit werden all jene Alpenvereinshütten geehrt, die sich im Bereich Umwelt und ökologischer Bewirtschaftung besonders auszeichnen. Gäste und Hüttenbesucher sollen somit auf das ökologische Engagement der Alpenvereine und ihren Einsatz für den Umweltschutz aufmerksam gemacht werden. Eine Kommission, bestehend aus ÖAV-Experten im Bereich Hütten und Wege, empfahl dieses Jahr, die Umwelt-Auszeichnung gleich an zwei Hütte zu vergeben.

Wieder ausgezeichnet: Seethalerhütte

„Die Seethalerhütte der Sektion Alpenverein Austria wurde in den Jahren 2017 und 2018 neu errichtet und kann als absolutes Musterbeispiel in ökologischer Hüttentechnik bezeichnet werden. Die Hütte wird auch absolut nach den hohen Standards des Umweltgütesiegels bewirtschaftet und so kann eine Verleihung uneingeschränkt empfohlen werden“, lobt Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie.

Die Seethalerhütte am Dachstein liegt auf 2.740m und ist damit die am höchsten gelegenste Schutzhütte Oberösterreichs. Umgeben vom ewigen Eis des Dachsteingletschers, liegt die Hütte in einem atemberaubenden Umfeld und bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Bergwelt bis zum Großglockner.

„Die Neuerrichtung war notwendig, da die Bausubstanz der alten Hütte aufgrund des Klimawandels massive Schäden erlitt. Die nachhaltige Hüttentechnik war für den Alpenverein Austria eine Selbstverständlichkeit, da die Hütte im Gebiet des UNESCO-Weltnaturerbes steht, der Dachstein Europaschutzgebiet ist und der Natur- und Umweltschutz als Kernaufgabe auch ein Herzensanliegen des Vereins ist des Alpenverein Austria ist“, betont Fritz Macher, Erster Vorsitzender der Sektion Alpenverein Austria. Bewirtschaftet wird sie nach den hohen Standards des Umweltgütesiegels und verwendet Lebensmittel aus lokaler Produktion.

Neu ausgezeichnet: Lilienfelderhütte

Im niederösterreichischen Mostviertel nahe Lilienfeld befindet sich die kleine und besonders kulinarisch sehr feine Lilienfelderhütte (956 m). Seit 2018 wird die Hütte am Muckenkogel von zwei jungen Herren liebevoll bewirtschaftet und ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein lohnendes Ausflugsziel.

Die Hütte wurde im Jahr 2018 saniert und mittels Kanal- und Stromkabel an die kommunalen Netze angeschlossen. Auch die Wasserversorgung erfolgt nunmehr über eine neu gegründete Wassergenossenschaft.

Die Kriterien für das Umweltgütesiegel erfüllt die Lilienfelderhütte auf vorbildliche Art und Weise. So erreichte sie von den möglichen 75 Punkten der Soll-Kriterien 60 Punkte. Ebenso war die Kommission vom sehr motivierten Hüttenteam, der tollen und glaubwürdig gelebten Philosophie und vom liebevoll gestalteten Ambiente beeindruckt. Das Speisenangebot entspricht in höchstem Maße den Grundsätzen von „So schmecken die Berge“. Es ist regional, saisonal und kommt vorwiegend aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft bzw. ist selbst gemacht.

Umweltgütesiegel: Strenge Auflagen

Um das Umweltgütesiegel zu erhalten sind Faktoren wie Energieeffizienz und -versorgung, Abwasserklärung, Abfallvermeidung und -entsorgung oder auch eine saubere Hüttenumgebung ausschlaggebend. Zu den Grundvoraussetzungen zählen die Identifikation des Hüttenwirts mit der Hüttenordnung sowie der Ideologie des Alpenvereins, umweltgerechtes und energieeffizientes Betreiben und Bewirtschaften der AV-Hütte, und die Beachtung aller bundes- und landesgesetzlichen Regelungen. Darüber hinaus sind alle Neuinvestitionen für die Ver- und Entsorgungsanlagen dem aktuellen Stand der Technik anzupassen.

„Eine Alpenvereinshütte umweltbewusst zu führen, bedeutet für die Sektionen und Wirtsleute Zusatzkosten und beachtlichen Mehraufwand. Es ist schön zu sehen, wie Alpenvereinswerte – dazu gehört auch der Respekt vor der Natur und die damit verbundene Bewahrung der Ursprünglichkeit der Bergwelt – tagtäglich gelebt werden“, unterstreicht Peter Kapelari in diesem Zusammenhang besonders den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Der Österreichische Alpenverein, der Deutsche Alpenverein sowie der Alpenverein Südtirol haben zusammen bereits 127 ihrer Hütten mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet.

Weitere Bilder unter http://www.alpenverein.at/portal/service/presse/2019/umweltguetesiegel-2019.php

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