Erfolgreicher 6. Pflegekongress zum Thema „Nebenwirkungen – Ein krankes Herz kommt selten allein!“

Groß Gerungs (OTS) - Über 100 diplomierte Pflegefachkräfte aus NÖ, OÖ und Wien folgten der Einladung von Jürgen Friedl, MSc., Leiter des Pflegedienstes im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs.

In der Medizin wird oftmals ein medizinisches Problem isoliert betrachtet. Das Thema „krankes Herz“ wurde bei diesem Kongress von mehreren Seiten beleuchtet, da oft mehrere Faktoren wie Lebensstil, medizinische Gründe und Begleiterkrankungen zu einer Herzerkrankung führen können. Weiters wurden auch die sozialen, beruflichen und familiären Nebenwirkungen behandelt, die mit einer Herzerkrankung einhergehen. Es war ein Rundumblick auf zahlreiche, nicht ausschließlich medizinische Nebenwirkungen.

Eingeleitet wurde der Kongresstag im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs von Markus Golla, Studiengangsleiter der FH Krems, der die Patientenedukation in der virtuellen Realität anhand einer Virtual Reality Brille vorstellte. Die virtuelle Realität dient u.a. dazu, Organe gut verständlich darzustellen sowie verschiedenste Situationen und Hauptkrankheiten zu simulieren. Die Kongressteilnehmer konnten so unter anderem das Herz von innen und außen dreidimensional betrachten, einen Herzinfarkt simulieren oder sehen, wie in einer Arterie ein Stent gesetzt wird.

Primarius Dr. Sebastian Globits, Ärztlicher Leiter im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs, referierte über den Risikofaktor Diabetes. 90 % der Diabetiker sind Typ-2-Diabetiker wobei bei der Entstehung der Krankheit der Lebensstil eine zentrale Rolle spielt. Zwei Drittel der Diabetiker sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da die Erkrankung eine mehrjährige asymptomatische Phase aufweist, ist ein wesentliches Ziel für Typ-2-Diabetiker die Ernährungsumstellung sowie regelmäßige moderate Bewegung (150 Minuten/Woche Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking UND 2x/Woche Krafttraining). Auch nach dem Beginn einer medikamentösen Therapie, die sich in den letzten Jahren durch neue Präparate (z.B. SGLT2-Hemmer) deutlich verbessert hat, sollten diese Maßnahmen konsequent fortgesetzt werden. Darüber hinaus ist auch eine Behandlung begleitender Risikofaktoren, wie Hypertonie und Hypercholesterinämie unabdingbar.

Über Lipide und deren verborgene Gefahr klärte OA Dr. Thomas Schädler, Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs, auf und betonte die Wichtigkeit der persönlichen LDL-Zielwerte. Diese werden abhängig vom individuellen kardiovaskulären Risiko gemäß den jeweils aktuellen Richtlinien der maßgeblichen Fachgesellschaften festgelegt und die Behandlung wird entsprechend durchgeführt. Ausführlich dargelegt wurde die prognostische Relevanz von Lebensstilmodifikation und medikamentöser Therapie.

Mag. Margit Gorgi, Klinische und Gesundheitspsychologin im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs, erläuterte den Weg von der Abhängigkeit bis zur Tabakfreiheit. Wichtig ist der verständnisvolle Umgang mit Rauchern, um eine bessere Kooperation bei der Tabakentwöhnung zu erzielen. In einem weiteren Referat stellte Mag. Gorgi die Polyvagal-Theorie im Pflegealltag vor. Im Zentrum der Theorie stehen die neurophysiologischen Grundlagen des Gefühls für Sicherheit, das grundlegend für soziales Engagement, Entwicklung und Gesundheit ist und große Relevanz im Pflegealltag hat.

Andrea Hiemetzberger, Diätologin, ging der Frage nach, ob Ernährung frei von Nebenwirkungen ist. Im Zentrum ihres Vortrags stand die Qualität der Nahrungsfette und ihre Auswirkung auf die Herzgesundheit. Speziell die Omega-3-Fettsäuren haben einen sehr guten Effekt auf das Herz und die Gefäße.

Abgeschlossen wurde der Pflegekongress mit dem Vortrag von Markus Widhalm, akad. Lehrer für Gesundheit- und Krankenpflege. Der holistische Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und Psyche stand in seinem Vortrag im Mittelpunkt.

„Gerade in der Pflege ist die Aus- und Weiterbildung, sowie der Wissensaustausch in der Berufsgruppe essentiell um Entwicklung und Innovation zu fördern. Ziel des 6. Pflegekongresses war einerseits verstärkt Bewusstsein zu schaffen, und andererseits Wissen über die Nebenwirkungen zu transportieren - dies ist uns erfolgreich gelungen. Ich freue mich, dass so viele Kolleginnen und Kollegen diese Fortbildung besucht haben“, so Jürgen Friedl, MSc.

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