„Orientierung“ über Widerstand der Indigenen: Brasilianische Frauen wehren sich – am 20. Oktober um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 20. Oktober 2019, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Widerstand der Indigenen: Brasilianische Frauen wehren sich

Das Schicksal von Mensch und Natur in der bedrohten Amazonien-Region steht noch etwa eine Woche – bis zum 27. Oktober – im Mittelpunkt einer Sondersynode der römisch-katholischen Kirche im Vatikan. Nicht zuletzt um die indigene Minderheit im Land geht es dabei, die sich zusehends unter Druck gesetzt sieht. Das beklagt auch eine der prominentesten Indigenen-Vertreterinnen Brasiliens, Sonia Guajajara, im „Orientierung“-Interview. Würde man den Indigenen ihr eigenes Territorium verweigern, so würden sie Gefahr laufen, nach und nach zu verschwinden. Ihre eigene Volksgruppe – die Guajajara – hätte zwar im Bundesstaat Maranhão im Nordosten Brasiliens ein geschütztes Gebiet. Aber Teil der Politik des rechtsextremen Präsidenten Bolsonaro sei es, Entscheidungen gegen die Interessen der Indigenen zu treffen. Von Papst Franziskus und der Amazonien-Synode erhofft sie sich nun – auch wenn das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche historisch belastet sei – Rückendeckung im Kampf für die eigenen Rechte und den Schutz der Natur. Bericht: Julieta Rudich.

Gabun bleibt grün: Religionen für den Schutz des Regenwaldes

Nicht nur in Amazonien verschwinden Regenwälder durch menschliche Eingriffe. Auch das zweitgrößte Regenwaldsystem der Welt, das Kongobecken im Herzen Afrikas, ist davon betroffen. Einer der Staaten Zentralafrikas hat jedoch in den vergangenen beiden Jahrzehnten kaum an Regenwald eingebüßt: das Land Gabun. Es ist mehr als dreimal so groß wie Österreich, hat aber nur rund zwei Millionen Einwohner/innen. Regiert wird es seit mehr als einem halben Jahrhundert von einer einzigen Familie – der Familie Bongo – und gilt damit als autokratischer Staat. Vielleicht auch vor diesem Hintergrund will Gabun der internationalen Gemeinschaft politische Fortschritte beweisen: Mit dem ehrgeizigen Konzept Green Gabon – „Grünes Gabun“ – will das Land seine Artenvielfalt schützen und damit zum Erreichen der weltweiten Klimaziele beitragen. Seit wenigen Monaten maßgeblich daran beteiligt ist ein neuer Umwelt- und Klimaminister: der britisch-stämmige Biologe Lee White. Er erforscht seit 30 Jahren die Ökologie des Waldes und hat Gabun bei zahlreichen globalen Klimakonferenzen vertreten. Im Blick auf die ehrgeizigen Ziele setzt er dabei auf ein Zusammenwirken von Politik, Zivilgesellschaft und den Religionsgemeinschaften im Land. Bericht:
Werner Zips.

Land der Krisen: Mosambiks vitale Kulturszene „hält dagegen“

Das südostafrikanische Land Mosambik gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Erde. Und so ist es auch die bescheidene Hoffnung auf eine Besserung der Verhältnisse, die Bürgerinnen und Bürger des Landes zu den Urnen gehen lässt. Das war dieser Tage – am vergangenen Dienstag – wieder einmal der Fall. Doch wenig erfreulich waren die Begleitumstände, kann doch – so berichten unabhängige Beobachter/innen schon vor dem Abschluss der Auszählung der Stimmen – von „freien und fairen Wahlen“ nicht die Rede sein. Dabei wäre eine gestaltungskräftige Politik gefordert: Im Frühjahr wurde das Land von schweren Wirbelstürmen heimgesucht, im Sommer kam es zu einem weiteren Friedenspakt zwischen den ehemaligen Bürgerkriegsparteien im Land. Dass sich trotz der misslichen Lage eine blühende Kulturszene in der Hauptstadt Maputo entwickelt hat – mit künstlerischem, religiösem und sozialem Engagement –, ist umso bemerkenswerter. Ein „Orientierung“-Team hat kürzlich – am Rande des Papstbesuches in Mosambik – den Musiker Roberto Chitsondzo und die Theaterintendantin Manuela Soeiro getroffen. Bericht: Mathilde Schwabeneder.

Film „Gelobt sei Gott“: Der Missbrauch und die Kirche

Der jüngste Spielfilm des renommierten französischen Regisseurs François Ozon beleuchtet ein brisantes Thema: den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen in der katholischen Kirche. Er berichtet von tatsächlichen Ereignissen, die sich in der Erzdiözese Lyon zugetragen haben und deren gerichtliches Nachspiel bis heute andauert. Männer, die alle vom selben Priester missbraucht worden sind, organisieren sich und brechen das Schweigen. Sie fordern öffentlich eine adäquate Reaktion der Kirchenleitung, nachdem über Jahre hinweg Vertuschung und Verharmlosung dominiert haben – so sehr, dass der Gewalttäter weiterhin in Amt und Würden ist, obwohl seine Untaten in der Diözese längst bekannt sind. Der Film stellt nacheinander drei Männer in den Mittelpunkt, schildert behutsam, wie sie mit ihrer schweren Belastung umgehen und in ihrem jeweiligen Umfeld den Mut finden, sie zur Sprache zu bringen. Er macht begreifbar, was es bedeuten muss, wieder und wieder an Mauern des Schweigens und der Verharmlosung zu stoßen. Der Filmtitel – im französischen Original „Grâce à Dieu“ – stammt aus einer Pressekonferenz mit dem Lyoner Erzbischof, Kardinal Philippe Barbarin, der fälschlich meinte, „gottlob“ seien die Taten bereits verjährt. Bei den Filmfestspielen in Berlin zu Beginn des Jahres wurde „Gelobt sei Gott“ mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. „Orientierung“ sprach nach der Premiere in Wien mit dem katholischen Theologen Wolfgang Treitler, der als Kind selbst Opfer eines Missbrauchstäters geworden ist. Bericht: Christian Rathner.

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