Disruptive Innovationen in Medizin und Gesellschaft

Wien (OTS) - Top-Onkologe Richard Greil, Innovationsforscher Sven Schimpf und weitere ExpertInnen entwarfen beim diesjährigen FUTURE :: HEALTH & SCIENCE TALK Zukunftsszenarien, wie auch künftig Spitzenmedizin in Österreich zugänglich und leistbar sein kann.

Unsere Gesellschaft sieht sich mit bahnbrechenden Innovationen konfrontiert, die nicht zuletzt den Fortschritt in der Medizin betreffen. Die Institutionen des Gesundheitswesens müssen darauf schnell und flexibel reagieren, um Innovationen österreichischen PatientInnen rasch verfügbar zu machen. Gleichzeitig gilt es, langfristige Zukunftsstrategien zu entwickeln. In diesem Spannungsfeld sind die Chancen ebenso groß wie die Herausforderungen.

Doch was erwartet uns konkret? Und wo werden wir uns in Österreich positioniert haben, um uns auch in Zukunft Spitzenmedizin leisten zu können? Diesen Fragen widmete sich der FUTURE :: HEALTH & SCIENCE TALK 2.0 am 16. Oktober 2019, der auf Einladung von Gilead Sciences in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich, dem US Commercial Service und AmCham Austria, der Amerikanischen Handelskammer in Österreich, stattfand und in dessen Rahmen hochkarätige ExpertInnen zu Wort kamen.

Nach einer Eröffnungsrede des Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika in Österreich, S. E. Trevor D. Traina, sprachen unter anderem Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil (Vorstand der III. Medizinischen Universitätsklinik Salzburg, Leiter Salzburg Cancer Research Institute, Leiter der Cancer Cluster Salzburg, Präsident der AGMT), Dr. Sven Schimpf (Geschäftsführer Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung), Dr. Gerald Bachinger (NÖ PatientInnen- und Pflegeanwalt), SR Mag. Richard Gauss (Leiter MA 24-Strategische Gesundheitsversorgung), a.o. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann (Geschäftsführer Gesundheit Österreich), DI (FH) Maria Tagwerker-Sturm (Projektmanagerin für Retail Innovation bei Umdasch Group Ventures) sowie Dipl.-Ing. Dr. Clemens Schödl (General Manager, Gilead Sciences GesmbH Österreich).

Einige pointierte Statements:

„Ich habe die HIV-/AIDS-Epidemie in den 80er Jahren selbst miterlebt. Damals schien die Lage für an HIV-Erkrankte hoffnungslos. Heute dagegen können HIV-Patienten mit der richtigen Medikation ein normales Leben führen. Das scheint wie ein Wunder – kommt aber davon, dass weltweit hohe Summen in die aufwändige und experimentelle Forschung und Behandlung dieser Krankheit investiert werden.“

S. E. Trevor D. Traina, Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Österreich

„Innovationen sind dann disruptiv, wenn sie die Investitionen der Marktführer obsolet machen und zu Veränderungen der bestehenden Marktstrukturen führen. Ein Beispiel ist die Ablöse der analogen Fotografie durch die digitale. Wie erkennt man disruptive Innovationen? Pointiert formuliert: wenn Marktführer darüber lachen, ist das ein deutliches Zeichen. Genauer betrachtet liefert die ‚Praxisstudie Disruption‘ relevante Ansätze. Für mögliche disruptive Technologiefelder lohnt sich der Blick in die ‚Foresight-Fraunhofer-Studie‘.“

http://s.fhg.de/praxisstudie-disruption
http://s.fhg.de/foresight-fraunhofer

Dr. Sven Schimpf, Geschäftsführer Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung

„Forschungs- und Innovationsfreundlichkeit ist üblicherweise Teil der Kultur. Wenn man diese Haltung in seiner Gesellschaft haben will, muss man die Rahmenbedingungen dafür schaffen – für die Grundlagenforschung, für die angewandte Forschung – und nicht zuletzt für den Markt. Denn wenn es keinen Markt für Innovationen gibt, wenden sich Innovatoren ab. Dieses Verständnis vermisse ich in Österreich.“

Prim. Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, Vorstand der III. Medizinischen Universitätsklinik Salzburg

„In Zusammenhang mit Innovationen im Gesundheitsbereich braucht es vor allem auch eines – einen umfassenden rechtlichen Anspruch von PatientInnen auf bestmögliche Therapie – sowohl im niedergelassenen als auch im Spitalsbereich. Nur dann wird es gelingen, die Ressourcen gerecht und transparent dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden.“

Dr. Gerald Bachinger, NÖ PatientInnen- und Pflegeanwalt

„Ein Gesundheitssystem möchte ich persönlich nicht disruptiv gestalten, sondern vielmehr evolutionär. Patientinnen und Patienten, aber auch alle anderen Beteiligten müssen Vertrauen in dieses System haben können.“

SR Mag. Richard Gauss, Leiter MA 24-Strategische Gesundheitsversorgung

„Grundsätzlich gilt: Wir müssen dafür sorgen, im System Innovationen aufnehmen zu können. Und wir müssen danach trachten, ein forschungsfreundliches Umfeld zu schaffen. Aber wir müssen uns auch immer die Frage stellen: Wie schaffen wir es, einen größtmöglichen gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen?“

a.o. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann, Geschäftsführer Gesundheit Österreich

„Unternehmen haben ein Dilemma: Erfolg ist der größte Feind der disruptiven Innovationen. Denn Unternehmen beschäftigen sich natürlich damit, wo sie gut sind und gut verdienen. Niemand will sich das Geschäft von morgen kaputt machen. Aber das ist kurzsichtig. Der einzige Weg, um disruptive Innovationen zu ermöglichen, ist es, diesen Prozess aus dem Tagesgeschäft herauszulösen. Nur dann gelingt es, auf die verrücktesten Ideen zu schauen, die vielleicht erst in fünf Jahren funktionieren.“

DI (FH) Maria Tagwerker-Sturm, Projektmanagerin für Retail Innovation bei Umdasch Group Ventures

„Wie erkennt man Innovationen? In dem man über den Tellerrand in Richtung Academia blickt. Das tun wir, und unser Geschäftsmodell ist so aufgebaut, um bahnbrechende Innovationen zu ermöglichen. Damit stoßen wir aber auch auf Herausforderungen. Allen voran: Wir brauchen ein System, in dem eine Innovation ihre Chancen für PatientInnen entfalten kann.“

Dipl.-Ing. Dr. Clemens Schödl, General Manager, Gilead Sciences Österreich

„Die ausgezeichnete Forschungsqualität österreichischer Unternehmen und Institutionen ist eine Wissensbrücke in die Vereinigten Staaten. Transatlantische Wissensbeziehungen im Gesundheitsbereich werden in Zukunft verstärkt gesellschaftlichen Mehrwert schaffen, von dem wir in Österreich profitieren können.“

Martin Winkler, Oracle, Präsident der American Chamber of Commerce in Austria.

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