1.650 Freiwillige zählten über 12.000 Schmetterlinge

Schmetterlingszählung zeigt Bedeutung naturnaher Gärten

Wien (OTS) - GLOBAL 2000 und Blühendes Österreich haben zum dritten Mal zur Schmetterlingszählung aufgerufen, um diese wichtigen Bestäuber zu schützen. Denn über die Hälfte dieser einmaligen Geschöpfe sind vom Aussterben gefährdet, die 12.000 hochgeladenen Fotos, von 1.650 Freiwilligen, geben Auskunft über ihre Verbreitung und Bedrohungen. Die Zählung ist ein Citizen-Science-Projekt, das vom 4. bis 28. Juli durchgeführt wurde. Der am häufigsten gemeldete Schmetterling ist mit 1.271 Fotos der Distelfalter, gefolgt vom Vorjahressieger dem Großen Ochsenauge mit 783 und dem Hauhechel-Bläuling mit 526 Meldungen. Neu im Report finden sich jetzt die einzelnen Bundesländer Auswertungen von Schmetterlingsexperte Helmut Höttinger unter www.schmetterlingsapp.at

„Auch beim mittlerweile dritten Durchgang erfreut sich die „Gartenzählung“ bei den NaturliebhaberInnen weiterhin großer Beliebtheit. Die hohe Anzahl übermittelter Fotos und deren Qualität ist wieder sehr erfreulich, ebenso die Nachweise einer Vielzahl gefährdeter Arten“, freut sich Helmut Höttinger, Schmetterlingsexperte und Verfasser der Auswertung.

Schmetterlingsreichster Garten in Kärnten
Michaela Wanz aus Kärnten hat die höchste Artenzahl pro Garten vor ihre Linse bekommen, 42 verschiedene Schmetterlingsarten tummelten sich bei ihr. Der Garten mit den meisten gemeldeten Exemplaren ist der von Sabine Gasparitz in der Steiermark, sie hat 316 Fotos hochgeladen. An zweiter Stelle liegt Martin Borovansky aus Oberösterreich mit 309 Meldungen und an dritter Anna R. aus Niederösterreich mit 283 Meldungen.

Heimische Vielfalt und naturnahe Gärten als wichtige Oasen
Österreichs Gärten sind ein wichtiger Baustein zum Erfolg einer Bestandserhebung der Schmetterlinge. Dominik Linhard von GLOBAL 2000 ergänzt: „Die Ergebnisse belegen, dass Gärten wichtige Lebensräume für die heimische Vielfalt sein können, wenn wir der Natur nur ihren Raum lassen. Besonders erfreulich ist, dass auch seltene und gefährdete Arten gesichtet wurden, denn jede einzelne Art trägt zur Stabilität der Ökosysteme bei und diese Stabilität sichert auch unsere Lebensgrundlagen.“

Gemeldete Tagfalterarten

Insgesamt wurden 108 Tagfalterarten gemeldet, das entspricht 50 Prozent der in Österreich bisher nachgewiesenen 215 Arten. 2017 und 2018 waren es während der Aktion mit jeweils 112 Arten geringfügig mehr gewesen.

Niederösterreich ist artenreichstes Bundesland bei den Tagfaltern
Niederösterreich ist ein wahres Schmetterlingsland: 72 verschiedene Tagfalterarten und 23 Nachtfalterarten wurden gemeldet. Platz 2 sichert sich der Vorjahres-Sieger Steiermark mit 70 und damit nur zwei Meldungen weniger als aus Niederösterreich. Dafür übernimmt dieses Bundesland in Punkto Nachfalter-Sichtungen wieder die Führung: ganze 26 Arten (der insgesamt 32 bisher meldbaren und ausgewerteten Arten) wurden gemeldet. Weiterhin auf Platz 3 liegt Kärnten mit 69 Tagfalterarten und 19 Nachtfalterarten.

Wissenschaftliche Highlights unter den Schmetterlingen

Als naturschutzfachlicher Sicht besonders interessant wurden heuer 99 Tagfalter-Meldungen von 14 Arten angesehen. Sie betreffen Arten der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU) sowie solche, die in der Roten Liste der Tagfalter Österreichs in die Kategorien „vom Aussterben bedroht“ und "stark gefährdet" eingestuft sind. Bei den Nachtfaltern wurde etwa die in Österreich nur extrem selten nachgewiesene Tölpeleule und eine Raupe des streng geschützen Nachtkerzenschwärmers – beide in Niederösterreich – nachgewiesen. Fotos der imposanten Raupen des Oleanderschwärmers wurden aus Zwettl und St. Margarethen im Burgenland übermittelt. Der Oleanderschwärmer zählt zu den Wanderfaltern, er kann in Österreich in keinem Entwicklungsstadium den Winter überstehen.

Neu: Die Schmetterlings-App am Desktop

Diese Saison ist eine weitere Erweiterung der App eingeflattert: Die Desktop-Version, mit der die NutzerInnen nun auch von ihrem PC oder Laptop aus ihre Schmetterlingsmomente im Dienste der Wissenschaft hochladen können. Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich, freut sich: „Mit der neu gestalteten und umfangreichen Desktopversion unserer App wird noch vielen weiteren Naturliebhabenden das Mitmachen erleichtert. Wir hoffen damit das Thema Schmetterlinge noch sichtbarer zu machen.“ Die neue Desktopversion ist ab Mittwoch, 4. Oktober online, www.schmetterlingsapp.at

Schmetterlingszählung auch in der kalten Jahreszeit
Auch in den kommenden Wochen kann man Schmetterlinge zählen, etwa beim blühenden Efeu tummeln sich auch jetzt Admiral, Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs. Die Blüten des Efeu liefert besonders wichtigen Nektar und er blüht erst im Herbst, wenn nur noch wenige andere Nektarquellen den Insekten zur Verfügung stehen. Die gelbgrünen Blüten sind offen, sodass Schmetterlinge einen leichten Zugang zum Nektar erhalten.

Die ausführliche Auswertung der Schmetterlingserhebung in Österreichs Gärten, sowie die Bundesländerauswertung finden Sie unter
www.schmetterlingsapp.at

Rückfragen & Kontakt:

Ronald Würflinger, Geschäftsführer Blühendes Österreich, office@bluehendesoesterreich.at, 0676 7020222

Helmut Höttinger, Schmetterlingsexperte und wissenschaftlicher Begleiter des Projekts, helmut.hoettinger@boku.ac.at, 0261920542

Thomas Geiger, Pressesprecher GLOBAL 2000, thomas.geiger@global2000.at, 0699 14 2000 20

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