Norburgenland Nickelsdorf: sämtliche ausgesetzten Enten bereits abgeschossen

Entenaussetzen, um einen artenreichen Niederwildbestand zu erzielen? - Mitnichten! Das Aussetzen dient ausschließlich der Unterhaltung der Jägerschaft bei Abschießbelustigungen

Die Jägerschaft sollte ehrlich zugeben, dass sie einfach gerne auf Massen zahmer Zuchtenten ballert, um dann ihre Hunde auf die angeschossenen Tiere zu hetzen.
Martin Balluch, VGT-Obmann

Wien (OTS) - Der VGT hat das Aussetzen von ungarischen Zuchtenten im Nordburgenland an der Leitha und ihren Nebenflüssen 2019 dokumentiert. Anfang Juli sind an zahlreichen Stellen dort jeweils hunderte zahme und flugunfähige Entenkinder hingesetzt worden, anfangs noch von einem Volierenzaun umgeben, später nur durch Tonnen von Futtermitteln an den jeweiligen Ort gehalten. Nachdem Tierschützer_innen etwa 500 dieser Enten nach Ungarn in Sicherheit gebracht hatten, wurde endlich die Burgenländische Landesregierung aktiv und kündigte ein Verbot der völlig sinnentleerten Aussetzerei an. Da meldeten sich Bezirksjägermeister zu Wort, die gleich von dem großartigen Beitrag zu einem artenreichen Niederwildbestand durch die Aussetzerei von Zuchtenten schwadronierten und diese sowohl vom Standpunkt der Ökologie als auch des Tierschutzes völlig kontraproduktive Tätigkeit, die in Wahrheit nur der Belustigung eines Teils der Jägerschaft beim Abschuss dient, verteidigten.

Ein Lokalaugenschein von Tierschützer_innen vor Ort hat jetzt ergeben, dass ausnahmslos alle Enten, die ausgesetzt worden sind, auch abgeschossen worden sind. Jetzt sind keine Enten mehr am Komitatskanal, an dem es noch vor 6 Wochen von ausgesetzten Zuchtenten nur so gewimmelt hat. Der „Niederwildbestand“ ist „vorübergehend“ wieder nicht mehr artenreich, bis die Jägerschaft im nächsten Juli erneut zahme Zuchtenten aussetzt und innerhalb von 6 Wochen ab Beginn der Schusszeit bis zum letzten Tier über den Haufen schießt. Außer es tritt bis dahin tatsächlich das schon längst überfällige Verbot der sinnlosen Aussetzerei in Kraft!

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Allen, die diese seltsame Praxis der Aussetzerei schon seit Jahren beobachten, war sowieso völlig klar, dass sie nur der Abschießbelustigung dient und das Gerede von artenreichem Niederwildbestand nur Propaganda ist. Abgesehen davon, dass es überhaupt nicht zu wenige Stockenten gibt, sodass man sie aus ökologischen Gründen aussetzen müsste, zeigt sich jedes Jahr erneut, dass 6 Wochen nach Beginn der Schusszeit auch die letzte der ausgesetzten Enten wieder abgeschossen worden ist. Die Jägerschaft sollte ehrlich zugeben, dass sie einfach gerne auf Massen zahmer Zuchtenten ballert, um dann ihre Hunde auf die angeschossenen Tiere zu hetzen. Auf dieser Basis soll dann die Bevölkerungsmehrheit entscheiden, ob so eine sinnentleerte Tätigkeit geduldet werden muss. Die Antwort ist eindeutig: nein. Wir hoffen daher, dass das Verbot der Aussetzerei von zahmen Zuchtvögeln zur Jagd im Burgenland bald, wie angekündigt, verboten wird.“

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