SOS-Kinderdorf zum Tag gegen Armut - dringender politischer Handlungsbedarf bei Kinderarmut

Kinder sind die größte Gruppe unter Mindestsicherungsbeziehern. Kampf gegen Kinderarmut muss zu politischer Priorität erklärt werden.

Wien (OTS) - Zum Internationalen Tag gegen Armut am 17. Oktober betont SOS-Kinderdorf einmal mehr den dringenden politischen Handlungsbedarf in Bezug auf die Bekämpfung von Kinderarmut in Österreich. „In den kommenden Koalitionsverhandlungen werden Schwerpunktthemen für die nächste Regierungsperiode diskutiert. Der Kampf gegen Kinderarmut wurde bisher von Altkanzler Sebastian Kurz, der mit der Regierungsbildung beauftragt ist, nicht als zentrales Anliegen benannt. Wir erwarten uns jedoch, dass diesem wichtigen Zukunftsthema in den anstehenden Gesprächen der nötige Raum gegeben wird“, sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.

Familien mit Kindern besonders von Armut betroffen

Aktuelle Zahlen der Statistik Austria belegen, dass über ein Drittel der Mindestsicherungsbezieher Kinder und Jugendliche sind. Familien mit Kindern sind überproportional häufig auf Mindestsicherung angewiesen. „Die von der letzten Regierung beschlossenen Einschnitte bei der Sozialhilfe bedeuten eine drastische Einkommensreduktion für die betroffenen Familien. Die Situation für viele Kinder und Jugendliche wird sich dadurch weiter verschärfen. Wir appellieren daher an die politischen Verantwortlichen, die Änderungen noch einmal zu überarbeiten“, so Moser. „Es bedarf einer seriösen Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderarmut: wir brauchen eine längst überfällige Kinderkostenstudie und darauf aufbauend ein ausfinanziertes Maßnahmenpaket. Auch der Bereich Bildung muss endlich einer umfassenden Reform unterzogen werden, um zukünftiger Armut vorzubeugen. Hier vermissen wir bis dato das nötige politische Engagement.“

Kinderarmut ist teuer

Bereits heute ist fast jedes fünfte Kind armutsgefährdet und damit in seinen Zukunftschancen eingeschränkt. „Sollte die nächste Regierung keine entschlossenen Schritte setzen, werden diese alarmierenden Zahlen weiter steigen. Es ist äußerst kurzsichtig hier mit budgetären Einsparungen zu argumentieren. Armutsgeschwächte Kinder werden als Erwachsene vermehrt Leistungen aus den Gesundheits- und Sozialtöpfen benötigen“, sagt Moser. Ein politischer Handlungsbedarf sei also dringend gegeben.

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