Helga Krismer warnt: „Unsere Lebensqualität ist in Gefahr“

Grüne NÖ: Transitschneise durchs Wein- und Waldviertel würde Natur und Arbeitsplätze zerstören

St. Pölten (OTS) -

„Eines bringt die Europaspange mit Sicherheit: Umweltzerstörung von ungeahntem Ausmaß mit ständiger Lärmbelastung, Feinstaub und Abgasen. Unsere Lebensqualität ist durch dieses Projekt in Gefahr“, warnt Helga Krismer, Landessprecherin der Grünen NÖ angesichts des Starts der Verkehrsprüfung zur Waldviertelautobahn. Besonders in der Gemeinden, durch die diese Transitschneise verlaufen soll werden die Auswirkungen besonders zu spüren sein. Entgegen der Aussagen vom zuständigen Landesrat ist die Autobahn auch aus wirtschaftlicher Sicht kontraproduktiv.

Harald Frey, Verkehrsexperte der TU Wien, führte kürzlich im Rahmen eines Vortrags aus, dass Autobahnen den ländlichen Raum massiv treffen. „Schneller Verkehr führt zu Abfluss von Kaufkraft aus der Region. Darunter leidet die lokale Wirtschaft, einzig Großkonzerne und Transitunternehmen profitieren“, sagte Frey. Als Beispiel führte er das Lungau an, wo nach dem Bau der Tauernautobahn die regionale Wirtschaftsleistung um 9,4% eingebrochen ist. „Das würde auch den betroffenen Teilen von Wein- und Waldviertel drohen“, sagt Krismer.

Warum strebt die ÖVP trotz dieser umfassenden Nachteile den Bau der Waldviertelautobahn an? „Die Waldviertelautobahn ist Teil eines großen Transitnetzwerks“, ist Krismer überzeugt. Denn die Breitspurbahn, die künftig aus Russland bis ins östliche Niederösterreich führen wird, würde Produkte aus Fernost nach Europa liefern. Von dort würden die Güter über die Ostautobahn, den – ebenfalls dafür vorgesehenen Lobau-Tunnel -, S1, A22 und in weiterer Folge über die Waldviertelautobahn nach Westen transportiert. „Wir wollen nicht zur Transithölle werden. Die Verantwortlichen sollen nach Tirol fahren und dort fragen, wie es den Menschen mit tausenden LKW jeden Tag vor der Haustüre geht“, ärgert sich Krismer. Sie wird gemeinsam mit Kollegin Silvia Moser aus Zwettl und Georg Ecker aus Hollabrunn das Projekt bekämpfen. „Ich erwarte mir auch von der ÖVP Niederösterreich ein klares Statement gegen diese Transitschneise durch unser Bundesland“, schließt Krismer.

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