Die Freien Berufe zu Besuch bei Bundeskanzlerin Bierlein

BUKO Präsident Horejs:„Freie Berufe sind wichtig für die Versorgung der Menschen."

Wien (OTS) - Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO) macht anlässlich des heutigen Besuchs bei Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein auf die Anliegen der Freien Berufe in Österreich aufmerksam.

„Die Freien Berufe leisten einen vielfältigen Beitrag für Österreich und sind insbesondere auch in den ländlichen Regionen Garant für hohe Qualität und flächendeckende Versorgung.“ erklärt Bundeskanzlerin Bierlein.

BUKO Präsident Thomas Horejs betont die hohe Relevanz der Freien Berufe für die Versorgung der Menschen in Österreich – in der Stadt und am Land. Horejs warnt vor negativen Entwicklungen bei den Freien Berufen, wie sie in anderen EU Ländern bereits zu beobachten seien. „Wir sehen in Deutschland und in den skandinavischen Ländern, was passiert, wenn sich Großinvestoren und Hedgefonds bei den Freien Berufen einkaufen. Es geht nur noch um den Profit und nicht um die Versorgung der Menschen. Diese Entwicklung wollen wir in Österreich nicht! Wir wollen weiterhin die Menschen in ganz Österreich unabhängig von finanziellen Interessen von Investoren versorgen können.“

Horejs verweist auf Entwicklungen in der Zahnmedizin: „In Deutschland wurden Zahnarztpraxen in großem Stil von Fremdinvestoren, zum Beispiel den Besitzern einer großen Kaffeerösterei aufgekauft. Riesige Zahnkliniken entstanden. Aber nur dort, wo es sich wirtschaftlich lohnt – in Großstädten wie etwa München. Für die Menschen im Osten Deutschlands wurde keine einzige Zahnklinik errichtet. Der Grund: es zahlt sich für die Investoren nicht aus.“

Bundeskanzlerin Bierlein betont die Bedeutung der Freien Berufe: „Die Freien Berufe übernehmen wichtige Aufgaben und versorgen die Menschen in ganz Österreich u.a. mit qualitativ gesicherten medizinischen, juristischen, technischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen.“

Die BUKO war beim Besuch bei Bundeskanzlerin Dr. Brigitte Bierlein prominent vertreten, folgende Präsidenten der Freiberufskammern waren dabei:

  • BUKO Präsident und Präsident der Zahnärztekammer Dr. Thomas Horejs
  • der Präsident der Österreichischen Ärztekammer Dr. Thomas Szekeres
  • die Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Mag. Ulrike Mursch-Edlmayr
  • der Präsident der Tierärztekammer, Mag. Kurt Frühwirth
  • der Präsident der Kammer der ZiviltechnikerInnen Dipl. Ing. Rudolf Kolbe
  • der Präsident der Österreichischen Notariatskammer, DDr. Ludwig Bittner
  • der Vizepräsident des Österreichischen Rechtsanwaltstages, Dr. Armenak Utudjian
  • der Präsident der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, Mag. Klaus Hübner
  • der Präsident der Patentanwaltskammer, Dr. Daniel Alge.

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Hintergrundinformationen:

Die Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO) ist ein Verein und umfasst als Dachverband die neun Freiberufskammern:

  • Österreichische Ärztekammer
  • Österreichische Apothekerkammer
  • Österreichische Notariatskammer
  • Österreichische Patentanwaltskammer
  • Österreichischer Rechtsanwaltskammertag
  • Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
  • Österreichische Tierärztekammer
  • Österreichische Zahnärztekammer
  • Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen

In Österreich arbeiten 82.000 Vertreter der Freien Berufe. Sie schaffen mehr als 170.000 Arbeitsplätze.

EU Entwicklungen

In Österreich gelten für die Freien Berufe zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger strenge Ausbildungskriterien. Einen Freien Beruf darf im Einklang mit den europarechtlichen Bestimmungen nur ausüben, wer den hohen Qualitätsanforderungen entspricht. Die EU Kommission in Brüssel fordert Österreich auf, die Beteiligung für berufsfremde Investoren und Hedgefonds zu ermöglich. Im Juli 2019 entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass gewisse Beschränkungen bei Ziviltechnikern, Tierärzten und Patentanwälten gegen EU- Recht – konkret die EU-Dienstleistungsrichtlinie-verstoßen.

Die BUKO warnt in diesem Zusammenhang vor der Entstehung von rein profitorientierten, monopolartigen Ketten mit negativen Auswirkungen auch auf die Klienten. Neben dem Bereich der Zahnmedizin betrifft dies vor allem die Tiermedizin. Die BUKO verweist auf Entwicklungen in Deutschland und Skandinavien, wo kleine Tierarztpraxen von großen Finanzinvestoren aufgekauft und nach kurzer Zeit bereits an den großen US Konzern Mars Petcare weiterverkauft wurden.

Rückfragen & Kontakt:

Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs
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Pressesprecherin
01/5332286
0664/1262061
sigrun.reininghaus@freie-berufe.at
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