Strasser: Jeder Zentimeter Boden zählt - verbauen wir uns nicht die Zukunft

Verbauung von Agrarland einbremsen - Maßnahmen gegen Bodenversiegelung setzen

Wien (OTS) - "Der Boden ist unser kostbarstes Gut. Verbauen wir uns in der Landwirtschaft nicht die Zukunft", erklärt Bauernbund-Präsident Georg Strasser heute anlässlich der Bundesrats-Enquete mit dem Titel "Nah bei den Menschen. Bereit für die Zukunft - Chancen der Dezentralisierung". Wie eine aktuelle Studie zeigt, ist der Bodenverbrauch in Österreich zwar gesunken, jedoch wird hierzulande immer noch täglich eine Fläche von 11 Fußballfeldern verbaut - davon sind besonders Agrarflächen betroffen. Das schmälert den Raum für die landwirtschaftliche Produktion und die natürliche Artenvielfalt. "Die weitere Reduktion des Bodenverbrauchs kann nur gemeinsam und im Dialog mit den zuständigen Ländern und Gemeinden gelingen", so der Bauernbund-Präsident.

"Der Bodenverbrauch geht stark zurück. Vor knapp zehn Jahren haben wir noch 24 ha pro Tag versiegelt, heute sind es rund 12 ha, davon wird weniger als die Hälfte dauerhaft versiegelt. Das werte ich als Ergebnis der Bemühungen der letzten Jahre seitens der zuständigen Länder und Gemeinden", erkennt Strasser wesentliche Fortschritte. Trotz der erfreulichen Tendenzen will er den Bodenverbrauch weiter einbremsen. "Gerade wenn es um die produktive Landwirtschaft in Stadtnähe geht, kommt es sehr oft zu Interessenkonflikten. Dort, wo sich die Städter gerne ihr Haus ins Grüne stellen oder große Unternehmen den Standort aus Platzgründen ausweiten, werden oft sehr produktive landwirtschaftliche Flächen verbaut", skizziert Strasser die Herausforderungen. "In der Nähe von Ballungsräumen müssen wir die Entwicklung besser steuern, in entlegenen Regionen sollten wir die Entwicklung entsprechend dem Bedarf ermöglichen. Nicht zuletzt geht es hier auch um die Frage der zunehmenden Abwanderung am Land", so der Bauernbund-Präsident.

Kleines Land, große Verluste

Österreich verliert jährlich rund 0,5% seiner Agrarfläche, wenngleich die Supermarktfläche pro Kopf viel höher als in anderen Ländern ist. "Ein kleines Land wie Österreich, das von der Landwirtschaft so maßgeblich geprägt ist, kann sich diesen horrenden Flächenverschleiß nicht mehr leisten. Schützen wir unseren einzigartigen Lebensraum, sonst ist in 200 Jahren Schluss mit der Erzeugung von Lebensmitteln in Österreich", warnt Strasser und fügt hinzu: "Wir dürfen unser Agrarland nicht gänzlich verbauen. Auch die nächsten Generationen brauchen einen fruchtbaren Boden, damit sie die ureigenste Aufgabe der bäuerlichen Berufsgruppe noch erfüllen können."

Bodennutzung noch sparsamer anlegen

Strasser begrüßt die Maßnahmen zur Stärkung der Ortskerne und Stadtzentren sowie zur aktiven Wiedernutzung von leerstehenden Gebäuden und ungenutzten Grundstücken. "Ich fordere eine intensive politische Auseinandersetzung auf allen Ebenen. Insbesondere Landwirtschaft, Bodenschutz und Raumplanung sowie Infrastruktur und Wirtschaft müssen besser vernetzt werden, um damit den Bodenverbrauch weiter einzudämmen“, so der Bauernbund-Präsident. (Schluss)

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