Wenig Vertrauen in öffentliche Krankenhäuser

MitarbeiterInnen öffentlicher Krankenhäuser lassen sich lieber anderswo behandeln

Wien (OTS) - Eine Studie der imh GmbH analysiert das Vertrauen der MitarbeiterInnen in das eigene Kranken­haus. 312 SpitalsmitarbeiterInnen beantworteten Fragen, unter anderem zur Qualität der eigenen Dienst­leistung am Patienten. Es zeigt sich: Nur 54 % der MitarbeiterInnen in öffentlichen Spitälern haben un­eingeschränktes Vertrauen in das eigene Haus. Insgesamt gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Spitälern und in der Einschätzung der ÄrztInnen, der Pflegebediensteten und der Verwaltung.

MitarbeiterInnen öffentlicher Krankenhäuser lassen sich lieber anderswo behandeln

Seit sechs Jahren befragt die imh GmbH (vormals IIR) Krankenhauspersonal zu wichtigen Zukunfts-Themen im Gesundheitswesen. Eine zentrale Fragestellung lautet: Wenn Sie die Wahl haben, würden Sie sich in Ihrem eigenen Krankenhaus behandeln lassen? Das drastische Bild: nur 54 % der MitarbeiterInnen in öffentlichen Krankenhäusern glauben uneingeschränkt an „ihr“ Haus und würden sich dort auch selber behandeln lassen. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung. Der Wert war vor einem Jahr mit 60 % noch signifikant höher.

Private Spitäler vor Ordenshäusern

Ein ganz anderes Bild zeigt sich bei den Privaten: Hier stieg der Wert deutlich an und beträgt nun stolze 86 % (2018: 74 %). Bei den privaten Krankenhäusern ist das Vertrauen in das eigene Spital deutlich gestiegen, während es bei den Öffentlichen umgekehrt ist. Ordensspitäler weisen ebenfalls einen erfreulichen Aufwärtstrend aus: Drei Viertel der MitarbeiterInnen (genau: 73 %) würden sich im eigenen Krankenhaus behandeln lassen. Das ist eine Steigerung um fünf Prozentpunkte gegenüber dem letzten Jahr (68 %).

ÄrztInnen vertrauen ihren KollegInnen. Pflegekräfte weniger.

Bei den Berufsgruppen innerhalb der Krankenhäuser sind die ÄrztInnen konstant sehr vertrauensvoll: 64 % würden sich im Bedarfsfall von ihren KollegInnen im Haus behandeln lassen (2018: 63 %). Deutlich vorsichtiger votiert das Pflegepersonal. Hier ist der Wert für das eindeutige „ja“ um beträchtliche 9 Prozentpunkte von 63 % auf 52 % gefallen. Trotzdem ist noch nicht ganz klar, ob es sich um einen echten Trend handelt. Denn der Wert für „eher ja“ ist stark gestiegen. Beide Werte zusammen gerechnet ergeben keinen bedeutenden Unterschied.

Insgesamt hohes Vertrauen

Der imh Krankenhaus-Vertrauensindex (KHVI) misst das Vertrauen in das eigene Krankenhaus. Der Wert der aktuellen Befragung beträgt 163,4 und ist gegenüber 2018 nur leicht um 0,8 Punkte gefallen. Die imh GmbH (vormals IIR) erhebt diesen Index seit sechs Jahren und es zeigt sich, dass das Vertrauen des Krankenhauspersonals in das eigene Krankenhaus konstant hoch ist.

Die gesamten Befragungsergebnisse finden Sie unter www.imh.at/kh-index

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Mag. Daniel Rauch
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