Ö1 gratuliert Michael Köhlmeier zum 70. Geburtstag

Wien (OTS) - Am 15. Oktober 2019 begeht der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier seinen 70. Geburtstag. Ö1 gratuliert mit vier Sendungen: „Ö1 Hörspiel“ (12.10.), „Ö1 Kunstsonntag:
Tonspuren“ (13.10.), „Passagen“ (14.10.) und „Radiogeschichten“ (15.10.).

„Dein Zimmer für mich allein“ von Michael Köhlmeier steht am Samstag, den 12. Oktober ab 14.00 Uhr auf dem Programm des „Ö1 Hörspiels“. In der ORF-Salzburg-Produktion aus dem Jahr 1998 wirken Sylvester Groth und Michael Köhlmeier mit, Bearbeitung und Regie:
Klaus Gmeiner. Ein Mann in einem fremden Land versäumt durch ein Missgeschick den Zug, den er an einer Station nur kurz verlassen hat. Ohne die Landessprache richtig zu können, ohne Geld, Papiere und Gepäck macht er sich auf die Suche nach einem Unterschlupf für die Nacht und richtet sich notdürftig in einem Raum eines halbfertigen Wohnblocks ein. Als er durch Zufall an den Schlüssel zur Wohnung einer jungen Frau im selben Haus kommt, schleicht er sich von nun an tagsüber dort ein. Er isst von ihren Lebensmitteln, wäscht seine Wäsche, liest ihre Bücher. Eines Tages vergisst er zu seinem Schrecken sein Hemd in der Wohnung der Frau: doch dies bedeutet wider Erwarten nicht das Ende der heimlichen Mitbewohnerschaft. Dieses Hörspiel nach der gleichnamigen Erzählung von Michael Köhlmeier wurde von Ö1 Hörer/innen 1998 zum „Hörspiel des Jahres“ gewählt.

„Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren“ porträtiert den Geschichtenerzähler Michael Köhlmeier – das Feature „Das Lied von den Riesen“ ist am Sonntag, den 13. Oktober ab 20.15 Uhr in Ö1 zu hören. Ein Massenpublikum hatte Michael Köhlmeier schon in den 1980er Jahren. Halb Österreich lauschte, wenn er im Radio Sagen und Mythen vortrug – live und frei. Heute ist Köhlmeier ein Bestsellerautor, der auch von der Literaturkritik geschätzt wird. In seinem Haus in Vorarlberg erzählt der Geschichtenerzähler seine Geschichte. In Köhlmeiers Novellen und Romanen geht es um ein unbegleitetes Flüchtlingsmädchen, das sich nicht helfen lassen kann. Um den Heiligen Antonius, der sterbend über das Leben nachdenkt, um einen liebenswerten Dieb und Lügner. Um den Tod seiner Tochter. Können wir eine Geschichte jemals anders, als aus der eigenen Perspektive erzählen? Köhlmeier gelingt es, sich in jede einzelne seiner Figuren einzufühlen. Dann, sagt er, müsse er seinen Helden nur noch folgen, nur noch aufschreiben, was sie erleben. Deren Geschichte steht im Vordergrund, nicht der Autor. So ist es bei einem richtigen Geschichtenerzähler.

In den „Passagen“ ist am Montag, den 14. Oktober ab 16.05 Uhr eine Aufzeichnung aus dem ORF RadioKulturhaus zu hören: „Westernhelden“ von und mit Michael Köhlmeier und Hans Theessink. Ob Billy the Kid, der Bandit Jesse James, Wyatt Earp und Doc Holliday oder John Wesley Hardin – der Wilde Westen, der seine Ideen von Freiheit und Abenteuer in die ganze Welt hinausgetragen hat, brachte viele Helden hervor. Begleitet von dem Gitarren-Sound und der Stimme von Hans Theessink wird Köhlmeier, der für seine Sagen- und Märchenerzählungen bekannt ist, den Legenden dieser Revolverhelden auf den Grund gehen. Nach „Tom Sawyer & Huckleberry Finn“, „Woody Guthrie“ und „Der Teufel. Eine Biografie“ ist „Westernhelden“ bereits die vierte Zusammenarbeit der beiden Künstler. Weiters erscheint der Mitschnitt der ORF RadioKulturhaus-Veranstaltung „Westernhelden“ im Oktober auch als Doppel-CD in der „Edition Ö1“ zum Preis von 19,53 Euro.

In den „Radiogeschichten“ am Dienstag, den 15. Oktober ab 11.05 Uhr liest Michael Köhlmeier aus seinem Buch „Die Märchen“ die Erzählungen „Die Traurige“ und „Schneeblume“. Eine „lebenslange Liebe“ verbinde ihn mit den Märchen, das hat der Autor Michael Köhlmeier oft wiederholt. Er sammelt Märchen, erzählt sie nach, untersucht sie als Germanist. Und er schreibt auch selbst Märchen – zum Beispiel die tragische Geschichte vom herzensguten Sebastian Inwendig. Köhlmeier liebt den knappen, zurückhaltenden Ton, in dem ihm einst seine Großmutter Märchen erzählte. Er liebt auch den berühmten Märchenton, den die Brüder Grimm erfanden. Selbst erzählt er in seinem höchst eigenen, unverwechselbar aus dem Sprechen selbst geschaffenen Rhythmus, der Bilder entstehen lässt, die sich selbst genügen, die keine Fragen stellen, nichts beantworten und nichts erklären. Märchenhaft eben. Das Programm von Ö1 im Detail ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/.

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