Kogler in ÖSTEREICH: "Wir wollen mit Sicherheit regieren, wenn Schritte für mehr Umweltschutz und Gerechtigkeit passieren"

Grünen-Chef kann sich vorstellen, bei Türkis-Grün Klubobmann anstatt Minister zu werden - Kogler will über "NGO-Vertreter als Innenminister nachdenken"

Wien (OTS) - Im großen Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) und oe24.TV (Ausstrahlung am Sonntag um 21 Uhr bei FELLNER! LIVE) spricht Grünen-Chef Werner Kogler erstmals nach der Wahl über eine mögliche türkis-grüne Regierung.

Kogler bestätigt gegenüber ÖSTERREICH, dass er nach der Wahl bereits im Kontakt mit Sebastian Kurz stand: "Es waren mehrere Kurztelefonate mit ihm. Es wird ja das offizielle Treffen erst geben. Man wird sich mehrmals treffen müssen, damit man über die großen Linien reden kann. Das wird gewisse Zeit in Anspruch nehmen, wenn man das ehrlich angeht."

Auf die Frage, ob die Grünen regierungsfit seien, antwortet Kogler: "Also wenn ich mir andere Minister anschaue, dann können wir das längst. Ich bin aber leidenschaftlicher Parlamentarier, der Klubobmann wäre reizvoll. Aber eines ist klar: Wir werden keinen Kurs fahren, der sich von Türkis-Blau nicht unterscheidet."

Kogler lässt auch mit der Aussage aufhorchen, dass er im Falle einer türkis-grünen Koalition als Klubobmann im Parlament bleiben könnte und kein Ministeramt übernehmen würde: "Das ist möglich – wenn wir von der geringen Wahrscheinlichkeit ausgehen, dass es dazu kommt. Wir wollen ohnehin, dass das Parlament wichtiger wird, dass man die Abgeordneten nicht als verlängerte Mechaniker der Regierung sieht."

Auf die Unterschiede in der Sozialpolitik angesprochen, meint Kogler: "Wir müssen einmal sehen, was sie wollen. Mich würde etwa interessieren, wie das in der Sozialpolitik gehen soll. Das sind ja keine Unmenschen, sie haben ja auch selbst Kinder. Die Kinderarmut muss jedenfalls zurückgedrängt werden – ich will in den Gesprächen rauskriegen, wie die ÖVP das machen will."

Eine wesentliche Rolle sollen auf grüner Seite bereits in den Verhandlungen NGOs spielen: "ÖVP und SPÖ bedienen sich Riesenapparaturen, Kammern. Wir wären ja dumm, wenn wir nicht den Rat der NGOs beachten würden." Kogler bringt sogar einen NGO-Vertreter als künftigen Innenminister ins Spiel: "Darüber kann man nachdenken, im Innenministerium ist ja Vorsicht am Platz, was Parteilichkeit betrifft. Machtkämpfe tun der Republik nicht gut, da wäre ein ein bisschen Neutralerer als ein Stahlhelm der niederösterreichischen ÖVP nützlich."

Auf die Frage, ob er regieren wolle, antwortet Kogler: "Ja, mit Sicherheit, wenn Schritte für mehr Umweltschutz und Gerechtigkeit und Korruptionsfreiheit passieren würden und die Menschlichkeit und der Zusammenhalt nach vorne gebracht werden können. Dann ist das ja das Ziel. Wir vermuten, dass das bei Türkis-Grün besser gehen würde als bei Türkis-Blau, und es muss sich eben genau davon unterscheiden."

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