Das ORF musikprotokoll 2019 im steirischen herbst auf Ö1

Wien (OTS) - Im Rahmen des Festivals steirischer herbst findet von 3. bis 6. Oktober das ORF musikprotokoll statt, über das Mitveranstalter Ö1 ausführlich berichten wird. 13 Ausgaben von „Zeit-Ton“, ein „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ live aus Graz, ein „Diagonal“, zwei „Spielräume Spezial“-Sendungen und zwei Ausgaben von „Radiokunst – Kunstradio“ stehen auf dem Programm. Weiters gastiert das ORF-RSO Wien mit drei Uraufführungen, u. a. von Mikheil Shugliashvili, im Grazer Musikverein. Alle Informationen im Detail sind abrufbar unter https://musikprotokoll.orf.at/.

Der „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ am Samstag, den 5. Oktober wird um 10.05 Uhr live vor Publikum aus der Akademie Graz übertragen. Zu Gast bei Helmut Jasbar ist der israelische Dirigent Ilan Volkov, der beim Festival zwei Orchester aus Wien dirigieren wird: das ORF Radio-Symphonieorchester sowie das Klangforum Wien. Für die Live-Musik bei diesem Künstlergespräch wird das Musiker-Ehepaar David Shugliashvili und Tamuna Tolordava aus Georgien sorgen, das Lieder von Davids Mutter Inola Gurgulia zum Besten geben wird. „Diagonal“ stellt ab 17.05 Uhr den georgischen Komponisten Mikheil Shugliashvili vor. Am Samstagabend kommt es im Rahmen des ORF-musikprotokoll zur Uraufführung eines Orchesterwerks des georgischen Avantgardisten und Komponisten Mikheil Shugliashvili durch das RSO Wien. Geschrieben wurde das Stück 1976. Diese ungewöhnliche Konstellation klärt „Diagonal“ nun auf: dass ein radikales, georgisches Orchesterwerk mit 40-jähriger Verspätung nämlich zur Uraufführung kommt, und das ausgerechnet in Österreich. Ö1-Redakteur Rainer Elstner war in Georgien dabei, als die handschriftliche Partitur des Werkes aus dem Wohnzimmerkasten der Familie Shugliashvili geholt wurde.

Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Ilan Volkov gastiert im Rahmen des musikprotokolls am 5. Oktober im Grazer Musikverein (19.30 Uhr). Auf dem Programm stehen Roman Haubenstock-Ramatis „Tableau 1“, Yair Klartags „Con forza di gravità“ sowie drei Uraufführungen: Brahim Kerkours „Volve“ (2019), Oxana Omelchuks „Harmoniemusiken“ (2019) und Mikheil Shugliashvilis „Polychronia“ (1978). Mikheil Shugliashvili (1941-1996) war äußerst einflussreich als Lehrer und Vorbild für ganze Generationen junger Komponierender. Trotz alledem wurden viele seiner größer dimensionierten Orchesterwerke im sowjetisch regierten Georgien nie aufgeführt. Das musikprotokoll 2019 hat den 1996 verstorbenen Komponisten Shugliashvili wiederentdeckt und bringt „Polychronia“, ein eigens dafür erstmals verlegtes Orchesterstück, zur Uraufführung. Der Mittschnitt des Abends wird am 11. Oktober um 19.30 Uhr in Ö1 ausgestrahlt.

„Zero Plays“ des aus Minsk stammenden Medienkünstlers Anton Sarokin steht am Sonntag, den 6. Oktober ab 23.00 Uhr auf dem Programm von „Radiokunst – Kunstradio“. Sarokin erforscht in dem Werk unheimliche digitale Klanglandschaften bestehend aus Audio- und Videofiles, die ins Web hochgeladen und von niemanden je angesehen wurden. Diese im Netz verborgenen Soundstücke, werden nur von Algorithmen beobachtet. Und am Sonntag, den 13. Oktober ist ab 23.03 Uhr in „Radiokunst – Kunstradio“ „Citizen Band“ von Jessica Ekomane zu hören.

Auch die „Spielräume Spezial“ (17.10 Uhr) widmen sich dem musikprotokoll 2019. Am Sonntag, den 13. Oktober sind „Die Lieder der Inola Gurgulia“ zu hören. Sängerinnen gab es in der Sowjetunion viele, aber Songwriterinnen waren etwas Außergewöhnliches. Die Georgierin Inola Gurgulia war eine dieser großen Ausnahmen. Die Frau des Komponisten Mikheil Shugliashvili sang in georgischer Sprache über Frieden und Menschlichkeit - das hat schon gereicht, um sie als antisowjetisch abzustempeln und sie von den großen Bühnen fernzuhalten. In Georgien haben ihre Songs den Status von Volksliedern, sie gelten als Symbol für Freiheit. „Bretonischer Dudelsack trifft arabische Klangkunst“ heißt es am Sonntag, den 20. Oktober. Der bretonische Dudelsackspieler Erwan Keravec gründete 2015 mit dem tunesischen Poeten und Sänger Mounir Troudi, dessen Stimme in arabischer Gesangskunst, Sufitraditionen und Jazz geschult ist, und dem libanesischen Perkussionisten Wassim Halal das Trio Revolutionary Birds, das seither immer wieder die faszinierenden klanglichen Möglichkeitswelten ausmisst, die sich aus einer derart ungewöhnlichen Besetzung ergeben.

13 „Zeit-Ton“-Ausgaben stehen im Oktober und November jeweils um 23.03 Uhr im Zeichen des musikprotokolls. Am 2.10. bringt ein „Zeit-Ton-Magazin“ eine Vorschau auf das heurige musikprotokoll. Am 8.10. ist ein Konzert des Klangforums Wien mit Werken von Mikheil Shugliashvili, Christina Athinodorou und Ofir Klemperer zu hören. Am 9.10. bringt das „Zeit-Ton-Magazin“ u. a. einen Beitrag über die audiovisuelle Performance „Space Time Helix“ von Michela Pelusio und am 10.10. ist das von den Künstlerinnen Katharina Ernst und Christina Kubisch im Auftrag des musikprotokolls entwickelte Stück „Interference“ zu hören, in dem eine Testversion des Computerprogramms BeatSeeker zum Einsatz gelangte. Eine Aufzeichnung des von 23 lokalen Gitarrist/innen umgesetzten Stückes „Glop“ des Grazer Komponisten und Musikers Kauders ist am 11.10. zu hören, ein Beitrag über das Projekt „Psychophysics Machines“ von Adam Donovan und Katrin Hochschuh am 16.10. und ein Porträt des bretonischen Dudelsackspielers Erwan Keravec steht am 18.10. auf dem „Zeit-Ton“-Programm. Studio Dan hat beim ORF musikprotokoll im Next Liberty in Graz eine dramaturgisch streng geformte Abfolge von zehn Uraufführungen gespielt. Komponist/innen aus Österreich, aus dem Libanon, aus Belarus und Armenien konzipierten in engem Austausch untereinander und gemeinsam mit dem Ensemble ein schillerndes Mosaik aus neuen Stücken, die gemeinsam wie ein klingendes Vergrößerungsglas funktionieren. Ein Mitschnitt dieses Konzertes ist am 21. und 22. Oktober zu hören. Als Komponist und Oud-Spieler beschäftigt sich Khyam Allami mit der Dekonstruktion der Maqamat, der in der arabischen Musik gebräuchlichen Stimmungssysteme. Beim musikprotokoll hat er die Solo-Elektronik-Version von Terry Riley's „In C“ präsentiert, einem Schlüsselwerk der Minimal Music aus dem Jahr 1964, umgelegt auf das Stimmungssystem des arabischen Modus „Rast“. Die Aufzeichnung ist am 24.10. in „Zeit-Ton“ zu hören, am 28.10. das Österreich-Debüt des Danapris Streichquartetts und am 31.10. widmet sich „Zeit-Ton“ der facettenreichen Musik von Arash Azadi. Den Abschluss macht die Aufzeichnung des Musiktheaters „Consumnia“ von Sehyung Kim am 7. November. Das Programm im Detail ist abrufbar unter https://musikprotokoll.orf.at/.

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