Ärztekammer: Gastpatienten in Spitälern verschärfen Personalsituation dramatisch

Aufstockung des Personals dringendst erforderlich - Weismüller: „Infrastrukturmilliarde notwendiger denn je“

Wien (OTS) - „Die beste und modernste Behandlung aller Österreicherinnen und Österreicher muss gewährleistet sein – allerdings benötigt man dafür auch ausreichend Ressourcen“, sagt Wolfgang Weismüller, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, zur derzeit aufgeflammten Diskussion rund um die Gastpatienten in Wien. „Das Problem ist allen seit Jahren bekannt, bis dato wurde aber nichts seitens der Politik unternommen“. Es sei daher dringendst notwendig, „endlich gegenzusteuern“. ****

„Selbstverständlich ist es so, dass Wien und seine Spitäler als Standorte für Spitzenmedizin unter den Patienten auch in den anderen Bundeländern wahrgenommen werden“, erklärt Weismüller den regen Andrang von Gastpatienten. 2016 lag der Anteil der Aufnahmen in den Wiener Gemeindespitälern von Einwohnern aus anderen Bundesländern bei 21,4 Prozent.

Eine andere Kennzahl macht die Problematik noch deutlicher: 23,6 Prozent der Niederösterreicher und damit knapp ein Viertel wurden 2017 in Wien stationär versorgt, unter den niederösterreichischen Krebspatienten lag der Anteil sogar bei 47,8 Prozent.

„Fakt ist, dass die Gastpatienten zumeist sehr komplexe und personalintensive Fälle darstellen und gleichzeitig nur eine unzureichende Vergütung dieser Patienten vorhanden ist“, betont Weismüller. Das bedeute im Endeffekt, dass man weniger Zeit für die Wiener Patienten habe und damit die Wartezeitenproblematik weiter angeheizt werde.

Dass zusätzlich in den Wiener Spitälern gespart wird, ist für Weismüller „vollkommen unverständlich“: Die Ärztekammer weise schon seit Jahren auf diese Problematik hin. Es wäre schön, wenn die Politik „nun aufwacht, die Situation ernst nimmt und endlich Geld in die Spitäler fließen lässt“.

Laut Weismüller kann die Situation nur dann gelöst werden, wenn man die bekannten Personalengpässe bekämpft und auch den Ausbau beziehungsweise die Modernisierung der Wiener Gemeindespitäler vorantreibt. „Wiens Spitäler brauchen nicht nur mehr Personal, sondern auch eine Infrastrukturmilliarde – und das sofort“, so Weismüller abschließend in Richtung Politik. (ast)

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