"Brüderlein fein" - ORF 2-Aufzeichnung einer Welturaufführung

Von den Raimundspielen Gutenstein - Sendetermin: Samstag, 28. September 2019 um 21.55 Uhr in ORF 2

St. Pölten (OTS) - „Der Bauer als Millionär“ machte Ferdinand Raimund bis zum heutigen Tag berühmt; auch andere seiner Zaubermärchen und Possen wie „Der Diamant des Geisterkönigs“, „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ oder „Der Verschwender“ zählen zu den beliebtesten Bühnenstücken der österreichischen Literatur.

Mit „Brüderlein fein“ hat nun der Dramatiker Felix Mitterer den zu seiner Zeit höchst populären Volksschauspieler und genauen Beobachter der Gesellschaft selbst zum Thema eines Theaterstücks gemacht.

Das ORF Landesstudio Niederösterreich hat dieses Auftragswerk für die diesjährigen Raimundspiele Gutenstein (Intendanz: Andrea Eckert) mit sechs Kameras aufgezeichnet (TV-Regie: Karina Fibich). Es ist eine einfühlsame Hommage an einen genialen Schwierigen, Besessenen und zuletzt Wahnsinnigen. Erfolgsautor Mitterer („Kein Platz für Idioten“, „Die Piefke-Saga“, „Jägerstätter“ u.v.a.) erzählt die Geschichte eines Schauspielers und Dichters, der mit Humor, Melancholie und durchaus erzieherischer Absicht seinem Publikum so manchen Spiegel vorgehalten hat.

Der biografische Bilderbogen über das Leben Raimunds, seine Arbeit, seine Lieben und seine Leiden ist nach dem bekannten gleichnamigen Lied aus „Der Bauer als Millionär“ benannt. Die Kritik wiederum nannte Stück und Aufführung (Regie: Nicole Claudia Weber) „ergreifend“, „todtraurig und grotesk in einem“, “exzellent recherchiert und fein ausgeführt“, einen „großen Wurf“ und insgesamt einen „faszinierenden Theaterabend“.

Großen Anteil daran hatte auch das Ensemble: Allen voran der langjährige Burg-Schauspieler Johannes Krisch in der Titelrolle, der die Besessenheit Raimunds intensiv spürbar macht. Er zeichnet in seiner Darstellung das Bild eines zerrissenen und rasch aufbrausenden Menschen im Biedermeier, den letztlich seine Tollwut-Phobie in den Selbstmord treibt…

Anna Rieser wiederum verleiht der reschen, klugen Geliebten Toni viel Charme, Larissa Fuchs gibt die durchtriebene, zum Missbrauchsopfer gewordene Luise und Lisa Schrammel den Bühnenstar Therese Krones. Eduard Wildner verkörpert den lüsternen Grafen Kaunitz und auch die gestrenge Mutter Wagner. Weitere Mitwirkende sind Reinhold G. Moritz und Gerhard Kasal.

Ferdinand Raimund lebte von 1790 bis 1836. Der Sohn eines Kunstdrechslers begann zunächst in Wien eine Zuckerbäcker-Lehre, fühlte sich aber weit mehr zum Theater hingezogen und wurde bald Schauspieler. Nach ersten Jahren in der Provinz avancierte er in Wien zum Publikumsliebling, arbeitete später auch als Regisseur und war vorübergehend Theaterdirektor. Mit den von ihm geschriebenen Stücken gilt Raimund neben Johann Nestroy als wichtigster Vertreter des Alt-Wiener Volkstheaters.

Der Region um Gutenstein im Piestingtal im südlichen Niederösterreich war Raimund eng verbunden: Am nach ihm benannten „Raimund-Sitz“ in der Nähe der Wallfahrtskirche Mariahilfberg hat er unzählige Stunden verbracht und auch an seinen Stücken geschrieben; dabei haben ihm Gutensteiner Bürger als Vorbild für einige seiner Theater-Figuren gedient. In seinen letzten Lebensjahren ließ er sich in einem Landhaus, der heutigen „Raimundvilla“ in Pernitz, nieder. Begraben ist Ferdinand Raimund auf eigenen Wunsch am Bergfriedhof in Gutenstein.

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