Wiener Tafel bringt Lebensmittelrettung auf politische Agenda

Wien (OTS) - Die Wiener Tafel nahm die bevorstehende Nationalratswahl zum Anlass, alle Parteien mit einem Fragenkatalog zu konfrontieren. Die Antworten beweisen: 20 Jahre Bewusstseinsbildung trägt Früchte. Auf die Fragen der Wiener Tafel nach der Position der jeweiligen wahlwerbenden Gruppe geantwortet haben SPÖ, FPÖ, NEOS, JETZT und Die Grünen – und sie sind sich darin einig: Die Arbeit der Tafeln in Österreich ist ein wichtiger Beitrag für eine sozial gerechtere Gesellschaft und gegen das Fortschreiten des Klimawandels. Unterschiedlich fällt teilweise die Einschätzung der nötigen Maßnahmen aus: Bewusstseinsbildung und die Schaffung von Anreizmodellen für Handel, Industrie und Landwirtschaft stehen dem Vorschlag zur gesetzlichen Regelung mit Geboten und Verboten gegenüber.

Positive Signale von Parteienlandschaft

„Alle Parteien, die auf unsere Fragen geantwortet haben SPÖ, FPÖ, NEOS, JETZT und Die Grünen sind sich darin einig: Die soziale Transferarbeit der Tafeln in Österreich ist von größter Bedeutung für unsere Gesellschaft und stellt einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von CO2-Emissionen und zur Bekämpfung der Klimakrise dar“, freut sich Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Wiener und Obfrau des Verbands der österreichischen Tafeln und betont: „Wir werden die neue Regierung an ihren Taten messen und stehen für einen Dialog für nachhaltige Lösungsansätze bereit.“ SPÖ, FPÖ, NEOS, JETZT und die Grünen unterstützen die Forderung der Wiener Tafel, Lagerflächen für die Verteilung von geretteten Lebensmitteln an Armutsbetroffene durch die österreichischen Tafeln von der öffentlichen Hand zu finanzieren. Ebenfalls einig sind sich die Parteien darin, dass die sichere Weitergabe von genusstauglichen Lebensmitteln gefördert werden muss. Unterschiedlich sind lediglich die Lösungsansätze.

Internationale Best Practice-Beispiele setzen auf Freiwilligkeit

Vor kurzem haben ExpertInnen aus Österreich mit internationalen TafelvertreterInnen über unterschiedliche Konzepte zur Lebensmittelabfallvermeidung diskutiert. Aus Sicht der Tafeln scheint ein ähnlicher Weg wie in Italien mit einer gesetzlichen Verschlankung (Gadda Law) und Vereinfachung der Lebensmittelweitergabe (Good Samaritan Law) sowie mit Anreizmodellen wie Steuererleichterungen und gezielten bewusstseinsbildenden Programmen zur Tafelarbeit die größten Erfolge bei der Rettung von Lebensmitteln zu bringen. In eine ähnliche Richtung geht das kürzlich veröffentlichte Gutachten von Andreas Schmölzer, Sachverständiger für Lebensmittelhygiene und Ernährungswissenschafter, das für eine Neubewertung von unternehmerischer und privater Lebensmittelinverkehrsetzung eintritt. Gesetzliche Regelungen wie in Frankreich und Tschechien haben sich dagegen in weiten Bereichen als ineffizient und kontraproduktiv herausgestellt: Lebensmitteleinzelhändler werden unter bestimmten Rahmenbedingungen gesetzlich verpflichtet, überlagerte Lebensmittel an karitative Organisationen abzugeben. Was auf den ersten Blick sinnvoll scheint, ist bei näherer Betrachtung ohne gesetzliche Vorgaben für die Schaffung der nötigen Infrastruktur kontraproduktiv. Bei tatsächlicher Exekution können extrem große Mengen an Warenspenden in teilweise fragwürdiger Qualität anfallen, die von den karitativen Organisationen übernommen und verteilt werden sollen. Ohne die nötigen Lager- und Sortiermöglichkeiten, Transportmittel und Logistiklösungen zur Verfügung gestellt zu bekommen, können die Tafeln dazu nicht in der Lage sein. Alle Antworten der Parteien sowie das Gutachten von Andreas Schmölzer finden Sie unter www.wienertafel.at

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