WKÖ-Mahrer zu Steuerreformgesetz 2020: „Die Richtung stimmt“

Reform- und Entlastungskurs fortsetzen - Lohn- und Einkommensteuer senken

Wien (OTS) - Gute Nachrichten für den Standort: Gestern Nacht hat der Nationalrat die erste Etappe der Steuerreform beschlossen, die von der vorherigen Bundesregierung geplant wurde. Die WKÖ konnte erreichen, dass noch vor der Nationalratswahl Maßnahmen mit bürokratischen und steuerlichen Erleichterungen für Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter realisiert werden. Die Maßnahmen greifen bereits im kommenden Jahr.

WKÖ-Präsident Harald Mahrer: „Die erste Etappe der Steuerreform bringt eine doppelte Entlastung für unsere kleinen Betriebe – einerseits bürokratisch und andererseits finanziell. Zumindest 50.000 Steuererklärungen müssen nicht mehr gemacht werden und in Summe werden durch die neuen Regelungen rund eine Million Arbeitsstunden gespart. Auch die leichtere Absetzbarkeit von kleinen Anschaffungen bis zu 800 Euro wie Smartphones oder Drucker entlastet die heimischen Betriebe von sinnloser Bürokratie.“

Kleine und mittlere Unternehmen profitieren

Vor allem kleinen und mittleren Betrieben werden die gestern Nacht fixierten Maßnahmen zugutekommen. Denn damit entfallen rund 50.000 Einkommenssteuererklärungen. Das sind die konkreten Maßnahmen, die mit 1. Jänner 2020 in Kraft treten:

  • Weniger Bürokratie:
    • Erhöhung der Kleinunternehmergrenze: Befreiung von Umsatzsteuer-Erklärungen bei einem Jahresumsatz bis 35.000 Euro
    • Einfachere Pauschalierung: Einkommenssteuererklärung, Wareneingangsbuch und Anlagenkartei fallen bei einem Jahresumsatz bis 35.000 Euro praktisch weg
    • Anschaffungen bis 800 Euro werden leichter absetzbar (Geringwertige Wirtschaftsgüter, GWG)
  • Senkung des Krankenversicherungsbeitrags: Dieser wird für alle Selbständigen um 0,85 Prozentpunkte gesenkt. Damit wird eine Gleichbehandlung mit Arbeitnehmern und Pensionisten erreicht, denen Sozialversicherungsbeiträge erstattet werden.
  • Grünes Licht für Grünstrom: Die kontraproduktive „Eigenstromsteuer“ entfällt.

„Wir freuen uns, dass dieser Erfolg noch im Schlussakkord vor den Wahlen gelungen ist. Klar ist aber auch: Unabhängig davon, wie die neue Bundesregierung zusammengesetzt sein wird, es braucht angesichts der stotternden Konjunktur rasch weitere Entlastungsschritte für alle Unternehmensgrößen. Wir müssen unseren heimischen Betrieben Luft lassen, damit sie Wachstum und Wohlstand sicherstellen und Beschäftigung schaffen können“, betont der WKÖ-Präsident.

Reform- und Entlastungskurs muss fortgesetzt werden

Die österreichischen Unternehmen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen Planungssicherheit. Die Wirtschaftskammer setzt sich daher für die Umsetzung der bereits versprochenen Reform- und Entlastungsmaßnahmen ein:

  • Lohn- und Einkommensteuer senken – mehr Netto von Brutto für alle: Das bringt eine Entlastung der Arbeiternehmer sowie vieler Unternehmer und stärkt die Kaufkraft.
  • Anhebung des Basis-Gewinnfreibetrags: Die Bemessungsgrundlage für den Gewinnfreibetrag muss künftig von 30.000 auf 100.000 Euro erhöht werden. Das stärkt kleine und mittlere Unternehmen.
  • KöSt senken: Mit 25 % liegt der österreichische Körperschaftsteuersatz über dem europäischen Durchschnitt und ist der achthöchste in Europa.
  • Lohnnebenkosten senken: In dem Bereich haben wir in den vergangenen fünf Jahren schon viel erreicht, doch die Belastung muss mit der Senkung des Beitrags für den Insolvenzentgeltsicherungs-Fonds weiter reduziert werden.
  • Investitionsfreibetrag: Wir brauchen Freibeträge auf Investitionen in Gebäude, Fahrzeuge und Maschinen in Höhe von 20%. Bei Investitionen in Klima-und Umweltschutz soll der Fiskus 30 Prozent Freibetrag einräumen.
  • Unkomplizierte Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung: Mit einer steuerbegünstigten Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung können Arbeitnehmer unkompliziert von ihrem Einsatz profitieren. Das ist eine gute Möglichkeit, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren und stärkt die Identifikation mit dem Unternehmen. (PWK465/PM)

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Sonja Horner
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