- 16.09.2019, 11:08:43
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Sozialversicherungsreform: AK Gutachten mit neuen Berechnungen
Die bisher angegebenen möglichen Einsparungsziele sind nicht nachvollziehbar, die Kosten werden unterschätzt
Utl.: Die bisher angegebenen möglichen Einsparungsziele sind nicht
nachvollziehbar, die Kosten werden unterschätzt =
Wien (OTS) - „Methodische und inhaltliche Schwächen“ attestiert ein
von der AK beauftragtes Gutachten den Berechnungen, die im Auftrag
des Sozialministeriums angestellt wurden, um zu zeigen, welche
Einsparungen die Fusion zur Österreichischen Gebietskrankenkasse
bringen könnte. Das neue Gutachten wurde von Otto Krickl vom Institut
für Organisation und Institutionenökonomik der Uni Graz
erstellt.Anlass für die Beauftragung durch die AK waren Berechnungen
im Auftrag der ehemali-gen Sozialministerin Beate Hartinger-Klein
(FPÖ). „Im Gutachten von Hoffmann/Knoll zeigt sich eine
Unausgewogenheit in der Argumentation, indem Potenziale weitgehend
überbewertet, mögliche Zusatzkosten bzw. negative Effekte hingegen
kleingeredet werden“, lautet das vernichtende Ergebnis von
Universitätsprofessor Krickl.
Statt der im Ministeriumsgutachten behaupteten Verwaltungsersparnis
von rund 100 Millionen Euro im Jahr ist laut Professor Krickl etwa
nur mit rund einem Drittel zu rechnen. Die Einsparungen durch die
Zentralisierung sind überhaupt vernachlässigbar. Gleichzeitig sind
die angegebenen Fusionskosten völlig realitätsfern, die wirklichen
Kosten werden viel höher liegen. Zudem wird das Risiko des Scheiterns
der Fusion als sehr hoch bewertet.
Dazu kommt, dass die geplante Fusion zu einer Verschärfung von
Leistungsunterschieden zwischen Selbständigen, Beamten und
ArbeitnehmerInnen führen wird.
„Die vielen Fehler, die unser Gutachten aufdeckt, zeigen, wie
überhastet und unvorbereitet die Fusion der Krankenkassen
durchgeführt wurde“, sagt Wolfgang Panhölzl, Leiter der Abteilung
Sozialversicherung der AK Wien. „Außerdem zeigt es: Das Gutachten des
Sozialministeriums hat die Kosten der Fusion kleingeredet.“
„Die Sozialversicherungsreform hatte zwei Ziele: Die
Verwaltungskosten zu senken und die Gesundheitsversorgung zu
verbessern. Beide Ziele werden nicht erreicht“, sagt Wolf-gang
Panhölzl.
Die Studie findet sich unter: www.arbeiterkammer.at/svgutachten
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