Korosec: SMS-TAN muss für E-Banking erhalten bleiben!

Im Sinne der Anwenderfreundlichkeit für die ältere Generation besteht die Seniorenbund-Präsidentin auf Beibehaltung des Versands von Transaktionsnummern per SMS.

Nicht jede Seniorin oder Senior hat ein Smartphone. Der SMS-TAN entspricht laut Europäischer Bankenaufsicht den Standards der neuen EU-Richtlinie und darf daher nicht abgeschafft werden!
Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes

Wien (OTS) - Die kommenden Samstag in Kraft tretende EU-Richtlinie schreibt höhere Sicherheitsstandards bei E-Banking vor. Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec befürchtet, dass dadurch vor allem für die ältere Generation teils unüberwindbare Hürden für elektronische Bankgeschäfte errichtet werden.

Zukünftig sind für das Einloggen in E-Banking-Systeme sowie die Durchführung von Überweisungen zusätzliche Identifikationsmethoden wie Gesichts- oder Fingerabdruckerkennung oder eine Transaktionsnummer (TAN) per App vorgeschrieben. Bisher reichten Verfügernummer und Kennwort allein für das Einloggen aus. TANs wurden Kunden per SMS zugestellt.

SMS-TAN entspricht Sicherheitsstandards

Einige Banken wollen den TAN-Versand per SMS jedoch komplett einstellen. Für Ingrid Korosec werden damit ältere Kunden vor den Kopf gestoßen. „Nicht jede Seniorin oder Senior hat ein Smartphone. Der SMS-TAN entspricht laut Europäischer Bankenaufsicht den Standards der neuen EU-Richtlinie und darf daher nicht abgeschafft werden!“, fordert sie.

„Gerade bei sensiblen und wichtigen Handlungen wie Mietzahlungen oder Überweisungen sind die Banken in der Pflicht, eine möglichst für alle Kundinnen und Kunden vertretbare Lösung zu finden. Es ist zu wenig, auf den Sicherheitsaspekt zu verweisen und nicht mehr zu tun“, warnt Korosec. Den SMS-TAN hält sie hier für einen gangbaren Mittelweg, der auf unbestimmte Zeit erhalten bleiben muss. Alternativen wie einen TAN-Generator, ein kleines Gerät, das Transaktionsnummern für E-Banking erstellt, hält Korosec hingegen für zu umständlich.

Schwache Infrastruktur erschwert Überweisung am Schalter

Den Hinweis der Banken, dass weiterhin die Möglichkeit besteht, Bankgeschäfte in einer Filiale zu tätigen, lässt Korosec nicht gelten. „Der Weg zum Bankschalter ist insbesondere für ältere Menschen, die weniger mobil oder stark eingeschränkt sind, eine unzumutbare Hürde. Wenn es überhaupt eine Bank in ihrer Nähe gibt. In vielen ländlichen Gemeinden gibt es weder Bankfilialen noch Bankomaten, die nächste Gemeinde ist viele Kilometer entfernt. Noch dazu fallen am Schalter Überweisungsgebühren an. Für viele Seniorinnen und Senioren sind Online-Überweisungen nicht nur eine praktische, sondern notwendige Alternative. Es muss daher unbedingt eine kundenfreundliche Lösung für Senioren und weniger digitalaffine Menschen geben“, fordert Korosec.

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