Eltern und Arbeitswelt: 84% der Eltern für 6. Urlaubswoche

Große Kinderfreunde-Elternbefragung zeigt Wunsch der Familien nach mehr Zeit

Wien (OTS) -

510 Eltern befragt

Über die Sommermonate wurde das Forschungsinstitut IFES von den Österreichischen Kinderfreuden mit einer großen Elternumfrage betraut. Dabei wurden 510 Eltern in ganz Österreich zu vielfältigen kinder- und familienpolitischen Forderungen und Ideen der Kinderfreunde befragt. Nachdem letzte Woche bereits die Ergebnisse aus dem Bildungsbereich präsentiert wurden folgten heute die Ergebnisse aus dem Arbeitszeitbereich.

Im Konkreten wurden die Eltern nach ihrer Zustimmung zu folgenden Maßnahmen gefragt:

  • Mehr Pflegefreistellungen für Eltern (87% Zustimmung)
  • 6. Urlaubswoche für Eltern (84% Zustimmung)
  • 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich (70% Zustimmung)
  • Rechtsanspruch auf die 4-Tage-Woche (68% Zustimmung)

Massive Zustimmung für mehr Familienzeit

All diese Maßnahmen erhielten von den befragten Eltern sehr hohe Zustimmung – bis zu 87% der befragten Eltern sind beispielsweise für mehr Pflegefreistellungen und 84% sprechen sich für die 6. Urlaubswoche aus.

Für Dr.in Eva Zeglovits, Geschäftsführerin des IFES und Leiterin der Studie, zeigt sich, dass alle Forderungen, die den Familien mehr gemeinsame Zeit bringen, auf außergewöhnlich hohe Zustimmung stoßen. „Die Studie zeigt klar, dass Eltern sich eine kinder- und familienfreundlichere Arbeitswelt wünschen. Besonders AlleinerzieherInnen, für die Beruf und Kinderbetreuung noch schwerer unter einen Hut zu bringen ist, wünschen sich bessere Vereinbarkeit und mehr Zeit mit ihren Kindern. Hier liegt beispielsweise die Zustimmung zur 6. Urlaubswoche bei 90%“, erklärt Zeglovits.

Kinderrecht auf Familie

„Es ist nicht nur so, dass sich Eltern mehr Zeit mit und für ihre Kinder wünschen, sondern es gibt auch das Kinderrecht auf Familienzeit“, erklärt Daniela Gruber-Pruner, Kinderrechteexpertin und Kinderfreunde-Spitzenkandidatin zur Nationalratswahl. „Wichtig ist uns, dass nicht nur genügend Zeit für die Familien zur Verfügung steht, sondern, dass Familien auch die Möglichkeit haben, diese qualitätsvoll zu nutzen. Das heißt, dass Eltern sich in der knappen gemeinsamen Familienzeit nach den Bedürfnissen der Kinder orientieren können und sich nicht etwa um Hausübungen und schulische Verpflichtungen kümmern müssen.“, so Gruber-Pruner. „Ganz grundsätzlich würden Kinder sehr davon profitieren, wenn aus der Arbeitswelt der Erwachsenen Druck genommen wird“.

Arbeitsdruck trifft Frauen

„Schlechte Arbeitsbedingungen und schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung gehen immer zu Lasten der Frauen. In der Regel sind es Frauen, die Pflege organisieren müssen, es sind Frauen, die nach der Karenz nur mehr Teilzeit arbeiten gehen können und es sind Frauen, die ihren Urlaub für Schuleinschreibung und Kindergartenschließtage verbrauchen.“, erklärt Korinna Schumann, Vorsitzende der FSG Wien Frauen. „Mehr Recht auf Freizeit für die ArbeitnehmerInnen ist also nicht nur aus sozialpolitischer und familienpolitischer Sicht, sondern auch aus frauenpolitischer Sicht sehr zu begrüßen“.

Nächste Regierung ist gefordert

„Die türkis-blaue Bundesregierung hat nicht nur nichts getan, um Druck aus dem Familien- und Arbeitsleben zu nehmen, sondern hat die Situation für Eltern noch zusätzlich verschärft. Die Einführung des 12-Stunden-Tags und der 60-Stunden-Woche bedeutet für viele Familien, zum einen, dass es keine funktionierende Kinderbetreuung mehr gibt, zum anderen, dass sie schlicht und einfach viel zu wenig Zeit füreinander haben.“, beschreibt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde die Situation. „Es ist eigentlich ganz einfach: Wir wollen ein Wirtschaftssystem, das den Menschen dient und nicht umgekehrt.“

Die aktuellen Ergebnisse zur Familienbefragung finden Sie unter: www.kinderfreunde.at/familienbefragung

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