- 08.09.2019, 16:21:35
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Papst besucht auf Madagaskar Projekt ehemaliger "Müllmenschen"
Das Wohn- und Beschäftigungsprojekt wird auch mit Hilfe von Spenden aus Österreich finanziert - Dortiges "Kärntner Dorf" besteht aus 480 Häusern mit Werkstätten und Schulen
Utl.: Das Wohn- und Beschäftigungsprojekt wird auch mit Hilfe von
Spenden aus Österreich finanziert - Dortiges "Kärntner Dorf"
besteht aus 480 Häusern mit Werkstätten und Schulen =
Antananarivo (KAP) - Bei seinem Besuch auf Madagaskar hat Papst
Franziskus am Sonntag ein Wohn- und Beschäftigungsprojekt für
Menschen besucht, die früher auf Müllhalden lebten. Das von einem
Ordensmann 1989 gegründete Projekt nannte der Papst einen Beweis
dafür, dass "Armut kein unabänderliches Schicksal ist". Das "Dorf der
Freundschaft - Akamasoa" zeige, dass der "Glaube Berge versetzen
kann". Bei seiner Ankunft auf dem Gelände wurde der Papst von
mehreren tausend Menschen begrüßt.
Der Gründer des Projekts, der argentinisch-slowenische Missionar
Pedro Opeka, hieß Franziskus an dem einstigen "Ort von Ausgrenzung,
Leid, Gewalt und Tod" willkommen. Die extreme Armut habe man
ausrotten können "mit Hilfe von Glaube, Arbeit, Schule, gegenseitigem
Respekt und Disziplin".
So wies Opeka darauf hin, dass in Akamasoa, einem von inzwischen
landesweit 27 solcher Projekte, für rund 14.000 Kinder Schulpflicht
herrscht. "Die Jungen sind zurück in der Schule, und die Eltern
arbeiten, um ihren Kindern eine Zukunft zu bereiten." Akamasoa zeige,
so Opeka, dass Armut kein Verhängnis sei. Vielmehr werde diese
verursacht "durch die fehlende Sensibilität der Verantwortlichen, die
dem Volk, das sie gewählt hat, den Rücken zukehren", kritisierte der
Ordensmann in Anwesenheit auch von Staatspräsident Andry Rajoelina.
"Kärntner Dorf"
Das Wohn- und Beschäftigungsprojekt für ehemalige Bewohner von
Mülldeponien wird nicht zuletzt mit Hilfe von Spenden aus Österreich
finanziert. Das sogenannte "Kärntner Dorf" ist Teil des Projekts
"Akamasoa" bei dem für die Menschen Häuser, Werkstätten und Schulen
gebaut werden, um diesen eine neue Lebensperspektive zu geben. Von
den insgesamt 1.400 Häusern die bereits errichtet wurden, sind 480
durch Benefizkonzerte, Initiativen in Pfarren und private Spenden aus
Kärnten ermöglicht worden, wie Josef Kopeinig, langjähriger Rektor
des kirchlichen Bildungshauses Sodalitas im Kärntner Tainach, im
Interview mit der Nachrichtenagentur "Kathpress" schilderte.
Bei seinem anschließenden Besuch in einem nahe gelegenen Steinbruch
wurde Franziskus ebenfalls von etlichen tausend Menschen empfangen.
Dort betete er angemessenene Löhne für die Arbeiter und ihre
Familien. Es solle "keinen Raum für Hass, Rache und Bitterkeit"
geben. Ebenso sprach er Schulbildung, ausreichende Lehrergehälter,
Arbeitssicherheit und Gesundheit an.
In dem Steinbruch, der zum Projekt Akamasoa gehört, hatten Arbeiter
aus dem Granitfelsen eine Höhle geschlagen und darin als Geschenk für
den Papst eine Kapelle eingerichtet. Zwar erhielten sie nur wenig
Lohn, berichtete eine 29-jährige Arbeiterin, aber immerhin hätten sie
nun Arbeit. Der Besuch des Papstes sei "eine große Ermutigung".
Kathpress-Themenpaket mit allen aktuellen Meldungen und
Hintergrundberichten zur Papstreise nach Südostafrika abrufbar unter
www.kathpress.at/papstinafrika
((ende)) PWU
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