• 06.09.2019, 11:34:51
  • /
  • OTS0087

„Orientierung“ über den Kampf der Amazonas-Bischöfe um die „grüne Lunge“ und Judenverfolgung in Tunesien

Außerdem am 8. September um 10.30 Uhr in ORF 2: Das Vermächtnis der Ordensfrau Ruth Pfau

Utl.: Außerdem am 8. September um 10.30 Uhr in ORF 2: Das
Vermächtnis der Ordensfrau Ruth Pfau =

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin
„Orientierung“ am Sonntag, dem 8. September 2019, um 10.30 Uhr in ORF
2 folgende Beiträge:

Wenn der Wald brennt … – Christen kämpfen um die „grüne Lunge“

Mehr als 70.000 Brände sollen es sein, die man dieser Tage im
Amazonien-Regenwald zählt. Es ist ein bedrohlicher Anstieg der Zahl
der Brände im Vergleich zu früheren Jahren. Und nicht wenige
Fachleute weisen darauf hin, dass diese Eskalation nicht zuletzt mit
der Politik des rechtspopulistischen brasilianischen Präsidenten Jair
Bolsonaro zu tun hat. Er hat in den vergangenen Monaten mehrfach
seine Ansicht geäußert – teils verbrämt durch „pseudo-christliche
Rhetorik“ –, das Regenwaldgebiet sollte vermehrt wirtschaftlich
genützt werden. Dahinter steckt u. a. die weltweit erhöhte Nachfrage
nach Futtermitteln, vor allem nach Soja. Die wiederum hat mit einem
global wachsenden Fleischkonsum zu tun, was die Frage nach der
Mitverantwortung europäischer Länder an der aktuellen Katastrophe
aufwirft. Unmittelbar bedroht, teils auch schon zerstört, sind
Heimatregionen indigener Volksgruppen in Amazonien. Was auch die
katholischen Bischöfe Brasiliens zu einem dramatischen Appell
veranlasst hat: „Levante a voz pela Amazônia“ – „Erhebt Eure Stimme
für Amazonien“. Die „Bedrohung der Schöpfung“ wird auch ein zentrales
Thema der Amazonien-Synode werden, die am 6. Oktober im Vatikan
beginnt. Die „Orientierung“ hat mit dem Steyler Missionar und
Missionstheologen Franz Helm und dem Amazonas-Regenwald-Experten
Johann Kandler gesprochen. Bericht: Klaus Ther, Mitarbeit: Robert
Hippacher.

Der „unvollendete Holocaust“: Judenverfolgung in Tunesien

An den Beginn des Zweiten Weltkrieges Anfang September 1939 wird in
diesen Wochen erinnert. Auch an das Schicksal von Millionen Jüdinnen
und Juden, die der systematischen Verfolgung durch die
NS-Schreckensherrschaft zum Opfer gefallen sind. Was dabei oft
ausgeblendet bleibt: Der Terror gegen Jüdinnen und Juden beschränkte
sich nicht auf Europa. Auch nach Nordafrika, wo Hitlers Soldaten –
unter der Führung von General Erwin Rommel – ab 1941 in Libyen und
Tunesien kämpften, wurde der Judenhass „exportiert“. Zwar fand der
Wüstenkrieg im Mai 1943 – mit mehr als 200.000 deutschen und
italienischen Soldaten in alliierter Gefangenschaft – ein relativ
rasches Ende. Doch die Monate zuvor hatten gereicht, um in Tunesien
Dutzende Lager für Zwangsarbeiter zu errichten und auch in Nordafrika
Jüdinnen und Juden zu verfolgen und zu internieren. Immer wieder
aber, auch davon gibt es Belege, sprangen muslimische Nachbarn
jüdischen Familien in Tunesien zur Seite und retteten sie vor der
Verschleppung. Bericht: Detlef Urban.

Liebe kennt kein Warum: Das Vermächtnis der Ordensfrau Ruth Pfau

Vor fast 60 Jahren landete die deutsche Ärztin und Ordensfrau Ruth
Pfau in Pakistan. Über die Jahrzehnte hinweg nahm sie der Lepra im
Land erfolgreich den Schrecken. Im August 2017 starb die engagierte
Katholikin. Am 9. September würde sie ihren 90. Geburtstag begehen.
Zum Gedenken blickt die „Orientierung“ zurück auf das Wirken einer
Christin, die es gewohnt war, „in der Krise“ zu leben. Um sie herum
Krankheit, Elend und Armut. „Gott ist Gott. Wie soll ich ihn
durchschauen?”, fragte Pfau in einem ihrer letzten ORF-Interviews.
„Ich hoffe, dass er mich nur deshalb immer wieder in Krisen schickt,
um mich voranzubringen.” Die Religion war Ruth Pfau nicht in die
Wiege gelegt. Erst während ihrer Studienjahre fand sie – auf der
Suche nach einer „leitenden Kraft für ihr Leben“ – zum katholischen
Glauben. Christin zu sein, das sei nicht einfach, aber große Dinge
würde man nicht ohne Preis bekommen, so Pfau in einem frühen
Interview. Eine „Belohnung“ sah sie darin, anderen helfen zu können.
Das tat sie über Jahrzehnte hinweg auch mit Unterstützung aus
Österreich – z. B. durch die Caritas St. Pölten. Ihre Arbeit in
Pakistan wird auch nach ihrem Tod weitergeführt: Die von Pfau
gegründete Organisation MALC (Marie-Adelaide-Leprosy-Center) zählt
heute rund 600 Mitarbeiter/innen in ganz Pakistan. Bericht: Marcus
Marschalek, Mitarbeit: Thomas Winkelmüller.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel