Lindner: Die Abschiebung von Lehrlingen ist Gift für unsere Gesellschaft und unsere Regionen!

Liezener Abgeordneter kritisiert Abschiebung trotz offener Beschwerde am Verfassungsgerichtshof

Wien (OTS/SK) - Scharfe Kritik kommt vom Liezener Nationalratsabgeordneten Mario Lindner an der geplanten Abschiebung eines jungen Mannes aus dem Bezirk nach Afghanistan in der kommenden Woche. Der 20-Jährige Hossein K., der seit 2015 in Österreich lebt, absolviert seit zwei Jahren eine Lehre als Haus- und Medizintechniker im Diakonissen Krankenhaus Schladming. Gegen seinen Asylbescheid liegt seit Monaten eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof. Obwohl dort noch nicht entschieden wurde, soll der Liezener in wenigen Tagen abgeschoben werden. „Solche Abschiebungen von jungen Menschen in Lehrausbildung sind Gift für unsere Gesellschaft und für unsere Regionen“, betont Lindner. „Unsere Betriebe suchen gerade in der Obersteiermark händeringend nach tüchtigen Lehrlingen. Jetzt soll ein junger Mann, den sein Arbeitgeber als zuverlässigen und einsatzbereiten Mitarbeiter beschreibt, einfach abgeschoben werden – obwohl unser Höchstgericht noch nicht endgültig über seinen Aufenthaltsstatus entschieden hat. Das ist völlig inakzeptabel!“ ****

Im konkreten Fall erhält Hossein K. sowohl die Unterstützung seines Arbeitgebers, der ihn gerne weiter beschäftigen möchte, als auch der Kirche im Bezirk. Auch das „Team Nächstenliebe Oberes Ennstal“ setzt sich für seinen Verbleib in der Region ein. Sein Schicksal steht dabei symbolisch für das unmenschliche Vorgehen in vielen anderen Fällen. „Es muss klar sein, dass jeder Mensch das Recht hat, die Urteile unserer Gerichte abzuwarten. Die Praxis des Nichtabwartens höchstgerichtlicher Beschlüsse ist nicht nur moralisch, sondern auch im Sinne unseres Rechtsstaats nicht zu akzeptieren.“ Lindner fordert Innenminister Peschorn daher gemeinsam mit vielen anderen auf, solche Abschiebungen sofort zu stoppen. Unmenschliche Abschiebungen vor Ende des Rechtswegs dürfe es nicht geben! (Schluss) sc/mp

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