Schüler_innen ad Kopftuchverbot: Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung!

ÖVP will Kopftuchverbot erweitern. AKS (Aktion kritischer Schüler_innen) sieht klare Frauen- und Islamfeindlichkeit.

Wien (OTS) - Die ÖVP arbeitet für die Nationalratswahl am 29. September ein neues Wahlprogramm aus, welches ein Kapitel dem Thema „Religion und Schule“ widmet. Darin fordert die Partei ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen und Mädchen bis 14 Jahre. Die ehemalige türkis-blaue Regierung hat bereits im Mai 2019 das Kopftuchverbot von Kindergartenkinder auf Volksschulkinder ausgeweitet.

Die Bundesvorsitzende der AKS Noomi Anyanwu empört sich: „Die ÖVP versucht hier islam- und frauenfeindliche Politik zu machen. Das in der Europäischen Menschenrechtskonvention geschützte Grundrecht auf Gedanken- Gewissens- und Religionsfreiheit darf nicht weiter ignoriert werden. Unsere Schulen sollten ein von Diskriminierung und Rassismus freier Ort sein und mit diesem Gesetz der ÖVP wird vielen jungen Frauen in Österreich ihr Recht auf Selbstbestimmung und freie Auslebung ihrer Religion genommen.“

Begründung der ÖVP ist, dass Frauen, welche ein Kopftuch tragen, „implizit die Neutralität des Staates“ untergraben. Denn: „Ein Kopftuch ist ein deutlich sichtbares, demonstratives Symbol, das Schülerinnen und Schüler politisch beeinflussen kann.“ Auch will die Partei Unterrichtsmaterialien und die islamischen Privatschulen strenger kontrollieren.

Die AKS Bundesfrauen*sprecherin Nina Mathies erklärt: „Das Selbstbestimmungsrecht einer Frau ist ein Menschenrecht und sollte von keinen gesetzlichen Verordnungen eingeschränkt werden. Mädchen und Frauen, die tatsächlich unter Druck gesetzt werden, ein Kopftuch zu tragen oder sich zu verschleiern, werden so nur noch mehr an den Rand der Gesellschaft beziehungsweise ins Private getrieben. Vielmehr braucht es Maßnahmen zum Empowerment junger Mädchen!“

„Sinnvoll und notwendig wären Freizeit Angebote nur für Mädchen, geschlossene Treffen in Jugendzentren, die von Frauen geleitet werden etc. Außerdem muss man Geld für ausreichend Schulpsychologen und Schulpsychologinnen und Sozialarbeiter und -arbeiterinnen in die Hand nehmen, denn Verbote sind niemals die Lösung. Religiosität und Selbstbestimmung müssen entstigmatisiert werden anstatt weiterhin Zentrum politischer Debatten zu sein!“, stellt Anyanwu abschließend klar.

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