Wirtschaftskammer: Arbeitszeitverkürzung schadet Standort Österreich

Diensthandy-Nutzung häufig auch privat

Wien (OTS) - „Die vom ÖGB geforderte Arbeitszeitverkürzung löst Herausforderungen durch die Digitalisierung nicht, sondern schwächt nur den Wirtschaftsstandort und damit auch die soziale Sicherheit in Österreich“, lehnt der Arbeitsmarktexperte der WKÖ, Rolf Gleißner, die heute, Donnerstag, erhobene Forderung der Gewerkschaft nach kürzeren Arbeitszeiten ab. Was die Arbeitszeit betrifft, sind die durchschnittliche Arbeitszeit und die Zahl der Überstunden österreichweit in den letzten 10 Jahren stark zurückgegangen. Auch liegt Österreich mit 25 Urlaubstagen und 13 Feiertagen im EU-Spitzenfeld. Es bestehe, so Gleissner, daher kein Bedarf an einer generellen Arbeitszeitverkürzung, die für Standort und Beschäftigung – wie etwa das Beispiel Frankreich zeigt – schädlich wäre und die Fachkräfteknappheit noch verschärfen würde.

Zum Gewerkschaftsargument, wonach eine ständige digitale Erreichbarkeit mehr Freizeit bedinge, sagt Gleißner: Eine Erhebung von Market belege, dass die Nutzung von Smartphone, PC, etc. im Rahmen des Dienstverhältnisses ein Geben und Nehmen ist. Die befragten Arbeitnehmer gaben an, im Schnitt zehn Minuten in der Freizeit durch Anrufe oder Emails beruflich beansprucht zu werden. In derselben Umfrage antworten die Arbeitnehmer aber auch, dass sie im Schnitt 21 Minuten pro Tag während der Arbeitszeit digitale Medien für private Zwecke nutzen. Eine andere Umfrage kommt hier sogar auf 40 Minuten täglich. Das erklärt, dass laut Market-Umfrage mehr als 90 Prozent der befragten Dienstnehmer mit der Praxis der Nutzung des Diensthandys zufrieden sind.

Und zum Argument steigender psychischer Belastungen sagt Gleißner: „Das ist ein komplexes Thema, weil solche auch in der Freizeit entstehen können und die Datenlage nicht eindeutig ist. So weist der Arbeitsklimaindex der AK Oberösterreich aus, dass der psychische Stress in den letzten 10 Jahren zurückgegangen ist.“ (PWK427)

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