„matinee“ auf Sommerfrische: Auf „Brioni – Insel der Millionäre“ und „Mit Volldampf an die k. u. k. Riviera“

Außerdem: „Die Kulturwoche“

Wien (OTS) - Die ORF-„matinee“ am Sonntag, dem 25. August 2019, um 9.05 Uhr in ORF 2, begibt sich auf Sommerfrische und erinnert an die adelig-großbürgerliche Welt rund um die vorletzte Jahrhundertwende. Zunächst führt Erwin Steinhauer in Thomas Machos gleichnamiger Dokumentation durch 125 Jahre Geschichte von „Brioni – Insel der Millionäre“, die sich einst ebenso großer Beliebtheit erfreute wie die Adriaküste der Habsburger Länder. Diese steht in der anschließenden Doku „Mit Volldampf an die k. u. k. Riviera“ (10.00 Uhr) von Gernot Stadler und Björn Kölz im Mittelpunkt. Den von Teresa Vogl präsentierten Vormittag beschließt „Die Kulturwoche“ (10.45 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.

„Brioni – Insel der Millionäre“ (9.05 Uhr)

Mit ihrem ganzjährig milden Klima, frischer Luft und einer immergrünen Landschaft keine 600 Kilometer von Wien entfernt, galt die Inselgruppe Brioni an der Südspitze von Istrien zwischen 1900 und 1935 als eine Art Club Med für die Reichen und Schönen der ehemaligen k. u. k. Monarchie und ihrer jeweiligen Nachfolgestaaten. Erschaffen hat dieses Inselparadies ein visionärer und kreativer Österreicher, der als Manager in der Stahlindustrie reich geworden war: Paul Kupelwieser. Er erwarb das heruntergekommene Eiland vor rund 125 Jahren und verwandelte die von Malaria verseuchte Landschaft in ein blühendes Dorado für Touristinnen und Touristen aus aller Welt, das vor allem Anziehungspunkt für Größen aus Adel, Politik, Industrie, Kunst und Kultur wurde. Von Thronfolger Franz Ferdinand und Kaiser Wilhelm über die Wittgensteins, bis zu Thomas Mann, G.B. Shaw, James Joyce, Max Reinhardt, Gustav Klimt, Richard Strauss, Hermann Bahr oder Arthur Schnitzler, aber auch internationales Publikum – selbst aus Japan – kam zur Sommerfrische auf diese außergewöhnliche Privatinsel. Mit dem Tod Kupelwiesers 1919 ging es mit Brioni stetig bergab: Sohn „Carlo“, der die Geschäfte übernommen hatte, verschuldete sich heillos. Während der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre wurde er von Mussolini enteignet, die Insel wurde italienisches Staatseigentum. Nach 1945 machte Staatspräsident Tito das Eiland zu seinem privaten Domizil. Das unabhängig gewordene Kroatien erklärte den Archipel – heute: Brijuni – schließlich zum Nationalpark. Bis heute hat sich die Insel ihre einmalige, wenn auch ein wenig in die Jahre gekommene Schönheit bewahrt.
Beeindruckende Luftaufnahmen und aufwendige Bearbeitungen von zeitgenössischem Fotomaterial, sowie Texte aus den Erinnerungen vieler „Brionesen“ lassen den Zauber, den die Insel auf ihre Gäste ausgeübt hat – und noch immer ausübt – nachvollziehen. Unter der Regie von Thomas Macho führt Erwin Steinhauer durch 125 spannende Jahre Inselgeschichte

„Mit Volldampf an die k. u. k. Riviera“ (10.00 Uhr)

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts reisten Adel und wohlhabendes Bürgertum an die österreichische Riviera, um ihr Feriendomizil in den mondänen Seebädern der Donaumonarchie zu beziehen. In luxuriösen Eisenbahncoupés strömte das noble Reisepublikum ans Meer. Mit dem einsetzenden Siegeszug der Eisenbahn um die Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Reisen eine neue Qualität. Auf dem Weg zur Adria mussten die schroffen Gebirgszüge der Alpen entweder überwunden oder weiträumig umfahren werden. Mit der Eröffnung der Südbahnstrecke von Wien nach Triest 1857 gab es erstmals eine durchgehende Verbindung zwischen den Kronländern im Norden und dem wichtigsten Hafen der Monarchie mit dem umliegenden Küstenland. Zu den größten bautechnischen Meisterleistungen zählte dabei die Semmeringbahn, die nach Plänen des österreichischen Eisenbahnpioniers Carl Ritter von Ghega erbaut wurde und die Überwindung des damals dünn besiedelten, dicht bewaldeten Gebirges erheblich erleichterte. Die Bahn brachte die feine Wiener Gesellschaft nach Payerbach-Reichenau und in andere Dörfer, wo sie Grand Hotels und stattliche Villen errichtete. Die Südbahn-Hotels in Toblach, am Semmering und schließlich auch an der Kvarner-Bucht waren bald weltberühmt, die Zeit des Massentourismus war angebrochen.
Der Film von Gernot Stadler und Björn Kölz beschreibt eine Reise von Wien über den Semmering, durch die Steiermark und schließlich bis an die istrische Küste bei Opatija, dem früheren Abbazia. Der malerische Küstenort mit seiner Benediktinerabtei gelangte nach der Erschließung durch die Eisenbahn rasch zu enormer Blüte und schon bald trafen sich an der k. u. k. Riviera nicht nur Europas gekrönte Häupter, sondern auch das gehobene Bürgertum aus aller Welt.

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