„Am Schauplatz“-Nachgefragt: „Zores der MarktstandlerInnen“

Am 22. August um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Das Leben ist hart, die Marktstandlerinnen und Marktstandler sind härter. Seit drei Jahren besucht Nina Horowitz für „Am Schauplatz“ Originale, die ihre Waren an Ständen in Österreich anbieten. Leider dünnt das, was hier „die Kundschaft“ heißt, unaufhaltsam aus. „Wannst den Jungen den Dosenöffner wegnimmst, verhungern sie“, grantelt Gemüsestandler Penz vom Wiener Viktor-Adler-Markt in der „Am Schauplatz“-Nachgefragt-Reportage „Zores der MarktstandlerInnen“ am Donnerstag, dem 22. August 2019, um 21.05 Uhr in ORF 2.

Seit 2018 gilt in Wien die neue Marktordnung. Sie soll – etwa mit verpflichtenden Öffnungszeiten – dafür sorgen, dass auf den Märkten wieder mehr los ist. Vielen Standlerinnen ist das Reglement aber zu starr. Die neue Beirätin Melahat Bicer soll am Viktor-Adler-Markt vermitteln. Wenn die Leute sich nicht an die Regeln halten, kann sie resolut werden.

Der Marktplatz war schon immer ein Ort, wo politisiert und geplaudert wurde. Da geht’s dann, bei einem weißen Gespritzten, um den Klimawandel, die Liebe, Donald Trump und die innenpolitische Situation. Am Viktor-Adler-Markt beschwert sich eine gebürtige Favoritnerin, dass sie mittlerweile einer Minderheit angehöre. Viel zu viele „Neu-Österreicher“ stehen für ihren Geschmack hinter den Standln. Ohne die Pakistaner, Inder und Türken, die hier arbeiten, würde es den Markt in Favoriten längst nicht mehr geben, findet wiederum der gebürtige Istanbuler Seref Akay: „Viele Österreicher tun sich die schwere Arbeit doch gar nicht mehr freiwillig an.“ Er verkauft am Markt Hosen um 10 Euro.

Dass die Zunft Nachwuchsprobleme hat, sieht Frau Haslinger aus Klagenfurt auch. Die Marktfahrerin, die mit ihrer Tracht aus Österreich auf den Märkten die Tradition hochhalten will, sieht die Bürokratie als Grundübel dafür. Wenn die Welt sich nicht ändert, muss man es eben selbst tun, lautet seit Neuestem das Motto der Kärntnerin. Die Marktstandlerin strickt jetzt farbenfrohe Decken, um sich zu entspannen. Manchmal gelingt’s sogar und die innere Gelassenheit stellt sich ein.

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