FSG/ÖGK-Huss: Medizinische Innovationen für alle

Gemeinsame Finanzierung und Einkauf von Medikamenten für bessere Versorgungssicherheit

Wien (OTS) - Die Lösung für die Zukunftsfragen der Gesundheitsversorgung in Österreich liegt in der viel stärkeren Vernetzung des spitalsambulanten und niedergelassenen Bereiches mit dem stationären Krankenhausbereich und der Pflege - nicht im Umstoßen der Struktur der Gebietskrankenkassen, so eine Studie, die anlässlich des Forum Alpbach von der Gesundheitsökonomin Maria Hofmarcher-Holzhacker präsentiert wurde.

Die geteilte Finanzierung zwischen Spitalserhaltern und Sozialversicherung wird wohl so bald nicht aufgelöst werden. Bei der Verabreichung von teuren Medikamenten kommt es aber immer wieder zu Finanzierungsdiskussionen zwischen Spitälern und der Sozialversicherung. Um das zu vermeiden braucht es dringend eine gemeinsame Medikamentenstrategie zwischen den Systempartnern. Bei manchen teuren Medikamenten macht es Sinn, sie in spezialisierten Zentren zu verabreichen. Bei manchen würde eine Versorgung durch den niedergelassen Arzt ausreichend sein.

Andreas Huss, Arbeitnehmer-Obmann in der ÖGK von der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG), fordert beim Forum Alpbach: „Als ersten ganz wichtigen Schritt brauchen wir daher einen gemeinsamen Finanzierungstopf und einen gemeinsamen Einkauf von Medikamenten für den niedergelassenen, den Spitals- und Pflegebereich in Österreich.“

Dadurch kann nicht nur günstiger und bedarfsgerechter eingekauft werden, sondern diese Maßnahme beendet auch die Verschiebung der Patienten und Patientinnen vom und ins Spital auf Grund von teuren Behandlungen.

Außerdem kommen in den nächsten Jahren viele innovative aber sehr teure Medikamente auf den Markt, diese versprechen etwa genetische Erkrankungen besser behandelbar oder sogar heilbar zu machen. Dadurch entsteht eine Finanzlast, die nur mit einem gemeinsamen Einkauf und einer gemeinsamen Finanzierung gestemmt werden kann. Darüber hinaus muss auf europäischer Ebene eine Offenlegung der tatsächlichen Entwicklungskosten bei neuen Medikamenten geregelt werden. Zudem braucht es verbesserte Methoden um die Versprechungen der Pharmaindustrie und den gesellschaftlichen Nutzen von Medikamenten abschätzen zu können.

Huss: „Ich möchte, dass die medizinischen Innovationen der gesamten österreichischen Bevölkerung zugutekommen, egal wo sie versichert sind. Wir müssen uns ab sofort darauf vorbereiten und konkrete Schritte setzen.“

Zu den immer wieder auftretenden Lieferengpässen bei Medikamenten schlägt Huss vor, dass bei nicht lieferbaren Medikamenten in den Apotheken ein wirkstoffgleiches Präparat abgegeben werden kann. „Weiters unterstütze ich ein Exportverbot von Medikamenten bei denen es in Österreich Lieferengpässe gibt“, so Huss abschließend.

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Andreas Huss, MBA
Tel: +43 (0)664 6145534
Mail: andreas.huss@gbh.at

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