Start des „kreuz und quer“-Zweiteilers „Verbotene Schriften? – Aus der Bibel verbannt“ am 20. August um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Warum wurden im frühen Christentum manche Schriften aus der hebräischen Bibel und Berichte über das Leben und Wirken Jesu in den Kanon der christlichen Bibel aufgenommen, andere jedoch nicht? Gibt es ein geheimes Wissen, das die noch junge Kirche ihren Gläubigen vorenthalten wollte?
Die zweiteilige Dokumentation „Verbotene Schriften? – Aus der Bibel verbannt“ von Kathryn Christy begibt sich am Dienstag, dem 20. und 27. August 2019, jeweils um 22.35 Uhr in ORF 2 auf historisch-theologische Spurensuche nach den sogenannten apokryphen Schriften, nach jenen Schriften also, die nicht in die christliche Bibel aufgenommen wurden.

In den ersten Jahrhunderten nach Jesus war es Aufgabe der Kirchenväter, eine für alle Christen verbindliche Sammlung von Schriften, den sogenannten Kanon, zusammenzustellen. Kirchenväter und Theologen mussten in jahrelanger Arbeit Texte bewerten, interpretieren und für gut befinden, damit diese in den Kanon (griechisch für Richtschnur) der Bibel aufgenommen werden konnten. Die Dokumentation stellt insgesamt acht Texte vor, die den Einzug in die Bibel nicht geschafft haben, und versucht auch zu ergründen, warum.

Im ersten Teil geht es um zwei Bücher, die sich mit der Erschaffung und mit dem Leben der ersten Menschen befassen. Das Buch „Das Leben Adams und Evas“ behandelt die Verführung Evas durch die Schlange und die Vertreibung aus dem Paradies. Interessant an diesem Buch ist vor allem, dass Eva nicht als Sünderin, die ungehorsam gegen Gott war, sondern als armes Opfer der Verführungskünste Satans dargestellt wird. Das „Buch der Jubiläen“ befasst sich ebenfalls mit den ersten Menschen, die die Erde bevölkerten. Kernpunkt ist hier die Frage, wieso Kain, einer der drei Söhne von Adam und Eva, plötzlich eine Frau heiratet, obwohl es dem Buch Genesis zufolge keine solche Frau geben kann. Das Buch der Jubiläen liefert eine Erklärung, die nicht für alle annehmbar ist. Adam und Eva sollen auch Töchter gehabt haben und Kain habe Awan, eine seiner Schwestern, geheiratet. Ein Verstoß gegen das Inzestverbot. Die Geschichte lässt sich allerdings aus der besonderen Lage des jüdischen Volkes der damaligen Zeit verstehen. Denn um weiterhin das Volk Gottes zu bleiben, sollten sich Juden von ihren Nachbarvölkern fernhalten und keine Ehen mit fremden Frauen eingehen.

Die Dokumentation bietet einen Einblick in das Entstehen der Bibel, wie sie heute für Christinnen und Christen verbindlich ist.

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