BR-Präsident Bader: Ländlicher Raum braucht "geistliche Nahversorgung"

Der Bundesratspräsident im Gespräch mit Kardinal Schönborn

Wien (PK) - Anlässlich seines Antrittsbesuches bei Kardinal Christoph Schönborn stellte Karl Bader als Vorsitzender der Länderkammer dem Wiener Erzbischof sein Programm für die niederösterreichische Präsidentschaft im Bundesrat vor. "Niederösterreich setzt sich mit dem "Masterplan ländlicher Raum" für ein Thema ein, das die nächsten Präsidentschaften über mehrere Jahre begleiten soll. Jedes vorsitzführende Bundesland wird aus dem Masterplan ein Spezialthema wählen. Niederösterreich wird sich dabei in den nächsten Monaten mit dem Thema "Dezentralisierung" beschäftigen - eine Grundvoraussetzung zur Stärkung des ländlichen Raums", so Bader.

Auch für die katholische Kirche Österreichs ist die Zukunft des ländlichen Raums ein wichtiges Kriterium. "Junge Priester leben oftmals lieber in Wien", so Kardinal Schönborn. Die Unterbesetzung von Pfarren erfordere daher die Zusammenlegung in Pfarrverbände. Die katholische Kirche stehe da vor ähnlichen Herausforderungen wie die Politik. Die Qualität der Verkehrsverbindungen und die Lebensqualität am Land seien eben auch für junge Priester ein wichtiges Kriterium, wenn es um die "geistliche Nahversorgung" geht, hielt Bader fest.

Der ländliche Raum verliert jährlich mehr als 5.000 gut ausgebildete Personen allein an den Großraum Wien. Bei Fortsetzung dieser Entwicklung würde dies in den nächsten 10 Jahren einen Brain-Drift von über 50.000 Menschen bedeuten. Bundesratspräsident Karl Bader möchte dem mit dem Masterplan entgegenwirken: "Auf Basis dieser Strategie sollen die Wirtschafts- und Lebensbedingungen am Land systematisch verbessert und die Zukunft des ländlichen Raums gesichert werden. Wir müssen alles daransetzen, dem ländlichen Raum mit Verwaltungsdezentralisierung und Digitalisierung mehr Entwicklungschancen einzuräumen. Wenn das Leben außerhalb der Ballungsräume auch für junge Menschen attraktiver wird, dann sollten sich auch in diesen Regionen wieder Pfarren bilden können, die von einem jungen Pfarrer ihre "geistliche Nahversorgung" beziehen. Ganz im Sinne unseres niederösterreichischen Vorsitz-Mottos "Nah an den Menschen. Bereit für die Zukunft", so Bader. (Schluss) red


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