Frauenministerin Stilling: „Für Opfer die bestmögliche Sicherheit gewährleisten“

Zwangsheirat – Prävention und Lebenssituation betroffener Frauen verbessern

Wien (OTS) - Die Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Ines Stilling, hat am Montag die Frauenberatungsstelle des Vereins Orient Express in Wien besucht, die unter anderem beim Thema Zwangsheirat Hilfe bietet. „Zwangsheirat ist Gewalt. Als Frauenministerin ist es mir ein besonderes Anliegen, Opfer von Gewalt zu unterstützen und für Bedrohte und Betroffene die bestmögliche Sicherheit und Unterstützung zu gewährleisten. Ich möchte einen Beitrag dazu zu leisten, die Lebenssituation von Frauen zu verbessern. Dabei stehen für mich der Dialog und das konstruktive Miteinander im Mittelpunkt. Mir ist es wichtig, mit allen Beteiligten im Gespräch zu bleiben“, sagte Stilling und freute sich über den guten Austausch mit den Expertinnen von Orient Express.

„Zwangsheirat ist gerade jetzt in den Ferien ein aktuelles Thema, wenn Mädchen und junge Frauen in den Sommermonaten im Ausland verheiratet werden und danach nicht mehr nach Österreich zurückkehren“, erklärt Najwa Duzdar von Orient Express. Sie beobachtet, dass die betroffenen Mädchen immer jünger werden und vermehrt bereits 15- oder 16-Jährige von Zwangsheirat bedroht sind.

Übergangswohnung für von Zwangsheirat betroffene Mädchen und Frauen

Die Frauenberatungsstelle hat daher Anfang 2019 eine neue Übergangswohnung für von Zwangsheirat bedrohte oder betroffene Mädchen und junge Frauen eröffnet. In die Übergangswohnung aufgenommen werden können Mädchen und Frauen im Alter von 16 bis 24 Jahren aus ganz Österreich, jeglicher Nationalität und Herkunft und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, die von Zwangsheirat bzw. Generationenkonflikten im Kontext der verwandtschaftsbasierten Geschlechtergewalt bedroht oder betroffen sind. Bis zu 15 Personen können hier untergebracht werden. Die Bewohnerinnen werden in der Übergangswohnung rund um die Uhr betreut und auf dem Weg in ein neues und eigenständiges Leben begleitet. Angeboten werden Gruppengespräche und Einzelberatung sowie psychologische, therapeutische und freizeitpädagogische Angebote.

Bereits seit 2013 bietet die Beratungsstelle auch eine Notwohnung für von Zwangsheirat bedrohte oder betroffene Mädchen und junge Frauen, die akut und anonym untergebracht werden müssen. Seit der Eröffnung haben hier bis Mitte 2019 mehr als 140 Klientinnen Zuflucht gefunden. Sie bietet für acht bis zehn Frauen Platz. Auch hier werden die Betroffenen rund um die Uhr betreut und unterstützt. Anonym untergebracht werden können Mädchen und Frauen zwischen 16 und 24 Jahren aus ganz Österreich, die von Zwangsheirat bedroht oder bereits betroffen sind, um vor dieser und anderen Gewaltformen geschützt zu werden. In Ausnahmefällen können in Absprache mit der Kinder- und Jugendhilfe auch etwas jüngere Minderjährige aufgenommen werden.

Neben dem Thema Zwangsheirat bietet die Frauenberatungsstelle des Vereins auch Unterstützung bei familiären und partnerschaftlichen Problemen, Gewalt und Missbrauch, Generationenkonflikten sowie der Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit betreffend weibliche Genitalverstümmelung. „Ich kenne die Arbeit der vielen Frauen- und Mädchenberatungsstellen sowie die zahlreichen Projekte zur Stärkung der Gleichstellung in Österreich sehr gut und schätze die großartige und wichtige Arbeit des Vereins Orient Express“, so Stilling abschließend.

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.ots.at/redirect/frauen-familien-jugend2 und https://www.orientexpress-wien.com/

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramtes unter http://fotoservice.bundeskanzleramt.at kostenfrei abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

Ursula Schimpl
Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend
+43 1 531 15-632 479
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