„kreuz und quer“ über „Die Liebe fürs Leben“

Am 13. August um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Mit „Die Liebe fürs Leben“ zeigt „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 13. August 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 einen Dokumentarfilm von Michael Cencig, der Lebensgeschichten sehr unterschiedlicher Paare erzählt und zu einer großen Liebesgeschichte verknüpft. Vom Porsche fahrenden und Golf spielenden Unternehmerpaar, das vor kurzem Silberne Hochzeit gefeiert hat, bis zum Bauern-Ehepaar, das bereits die Goldene Hochzeit hinter sich hat. Vom christlich geprägten Ehepaar der bürgerlichen Mittelschicht, rund 40 Jahre verheiratet, bis zu einem lesbischen Paar, das seit rund 30 Jahren zusammenlebt und vor der gesetzlichen Verpartnerung steht. Was all diese höchst unterschiedlichen Paare gemeinsam haben, ist die Liebe als Leitmotiv ihrer Beziehung. Ein Leitmotiv als tragendes Element, das sich auch von heftigen Dissonanzen nie gänzlich übertönen ließ.

„Ich weiß, du hast eine Leidenschaft“, sagt Margarete zu Franz, ihrem Mann. „Und was ist deine Leidenschaft?“ – „Du bist meine Leidenschaft“, antwortet er. Und das nach 64 Ehejahren.
Margarete und Franz leben in einem Seniorenheim – nach 50 Jahren in einer 30-Quadratmeter- Gemeindewohnung am Schöpfwerk in Wien, Meidling. „Jetzt ist es am schönsten“, stellen sie übereinstimmend fest. In ihrem Zimmer haben sie mehr Platz als je zuvor, für Essen und Pflege ist gesorgt – und vor allem, betont Franz, für ein warmes Bett. Davon konnte er damals nur träumen, 1947, als er Margarete kennenlernte. In einer Straßenbahn der Linie 8 im Trümmer-Wien der Nachkriegszeit. „Er hatte so ein süßes Goscherl“, schwärmt Margarete heute noch: „Aber er war schüchtern. Gott sei Dank, sonst hätt’ er sich vielleicht eine andere genommen. Aber ich war nicht schüchtern. Und eines Tages hab’ ich mir gedacht, heut schnapp ich ihn mir.“

„Einmal zu Weihnachten wurde mir wieder alles zu viel. Und da dachte ich, wenn jetzt ein Mann vor der Türe stünde und mich einladen würde, mit ihm zu kommen, dann täte ich es“, erinnert sich Elisabeth an eine viele Jahre währende Beziehungskrise. Damals litt ihre Ehe mit Wolfgang unter akutem Kommunikationsmangel. Nach 25 Jahren erfüllte ihr Wolfgang schließlich ihren Wunsch nach einem Eheseminar. Und dort ging ihm ein Licht auf: „Ich war immer der Meinung, ich würde meine Frau mit meinen beruflichen Problemen unnötig belasten. In Wahrheit schloss ich sie durch mein Schweigen von meinem Leben aus, statt sie teilhaben zu lassen.“

Franziska und Norbert sind 26 Jahre verheiratet, stolze Eltern dreier Kinder und hatten sowohl privat als auch beruflich viel Glück im Leben. Wie tragfähig ihre Liebe ist, wurde ihnen jedoch nie so deutlich bewusst wie in jener Zeit, als Norbert plötzlich an einer mysteriösen Krankheit litt. Er lag wochenlang gelähmt im Krankenhaus. „Obwohl unsere Kinder noch klein waren und sie den Betrieb allein schupfen musste, besuchte mich Franziska jeden Tag im Krankenhaus und sprach mir Mut zu. Das hat wesentlich zu meiner Gesundung beigetragen, und das werde ich mein Lebtag nicht vergessen.“

Der Alltag auf einem Bergbauernhof ist ohnehin hart genug. Für Rosa, die frisch angetraute Jungbäuerin, kam erschwerend hinzu, dass sie sich von ihrer Schwiegermutter von Anfang an abgelehnt fühlte. Und Josef, einziges Kind seiner Mutter, die ihren Mann früh verloren hatte, saß zwischen zwei Stühlen. Einerseits wollte er seiner Mutter gegenüber loyal sein, andererseits durfte er seine Frau nicht „im Regen stehen lassen“, wie er sagt. „Wenn man Geduld und einen guten Mann hat, geht alles“, erzählt Rosa: „Wir haben viel mit einander geredet. Er war einfach lieb zu mir.“ Heute, nach 52 Ehejahren, macht Josef seiner Rosa vor laufender Kamera eine Liebeserklärung: „Ich muss mich glücklich schätzen. So eine Frau findet man nicht alle Tage.“

„Ohne dich bin ich wie die Wolke ohne Regen, wie der Papst ohne Segen, wie der Müll ohne Tonne, wie der Sex ohne Wonne“, textet die eine Barbara in einem Liebeslied an die andere Barbara. Mit ihrer Band „Enfemmes Terribles“ geben sie die Nummer in der Wiener „Sargfabrik“ zum Besten – und die Melodie wird zum Leitmotiv des Films. Leitmotiv ihrer Beziehung ist die Veränderung, und auch, wenn sie sich demnächst hoch offiziell aneinanderbinden, versprechen sie einander immer wieder von Neuem, nur solange zusammen zu bleiben, solange es für beide passt. Und in den bisher 30 gemeinsamen Jahren hat einiges gepasst. Von der gemeinsamen Arbeit für eine Berliner Putzfirma bis zum kargen Leben auf einem Kärntner Bauernhof – „super alternativ und brotlos“, wie sie sich lachend erinnern.

Es gibt sie noch, die Liebe fürs Leben. In Zeiten von hohen Scheidungsraten, die den Eindruck vermitteln, lebenslange Zweierbeziehungen seien ein Auslaufmodell, legt der Film das Augenmerk auf Paare, die zusammenbleiben. „Die Liebe fürs Leben“ – ein Film, der Mut machen will. Mut zum Leben, zur Beziehung, zur Liebe. Mut zum Leben in einer Liebesbeziehung.

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