„Wunderbares Österreich“: Wörthersee und Nationalpark Kalkalpen im „Universum“-Porträt – am 13. August ab 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Ob Bodensee oder Ausseerland, ob Lungau oder Wiener Prater, ob Ötscher, Inn, Wörthersee, die Nationalparks Kalkalpen, Neusiedler See, Eisenwurzen und Donau-Auen oder Arlberg – in zwölf eindrucksvollen Naturdokus made in Austria präsentiert die „Universum“-Serie „Wunderbares Österreich“ in diesem Sommer Österreich von seiner schönsten Seite. Seit Dienstag, dem 23. Juli 2019, stehen jeweils Dienstag um 20.15 Uhr bzw. 21.05 Uhr in ORF 2 heimische Naturjuwele im Mittelpunkt des „Universum“-Programms – am 13. August sind dies der Wörthersee und der Nationalpark Kalkalpen.

„Wörthersee – Bühne für Tier und Mensch“ (13. August, 20.15 Uhr in ORF 2)

Der Wörthersee ist nicht nur einer der schönsten Seen Österreichs, sondern auch ein international bekanntes Gewässer. Er ist Bühne für weltbekannte Komponisten, Architekten oder Hollywoodstars, Schauplatz von Filmen und Fernsehserien, Kulisse von Kultur-, Gesellschafts- und Sportevents. Jenseits des Trubels ist das landschaftlich reizvolle Gewässer mit seinen Inseln und Halbinseln ein Naturjuwel, das zum Teil zum „natura 2000 Gebiet“ erklärt wurde. Für „Universum“ blickt Kurt Mündl hinter die „Kulissen des Wörthersees“.

Ein See als Star vor der Kamera: zu jeder Jahreszeit, zu Lande, aus der Luft und unter Wasser – in aufwendiger HD-Technik. Die Dokumentation – eine Koproduktion von Power of Earth und ORF, gefördert von Land Kärnten und Fernsehfonds Austria – zeigt die seltenen Tierarten, die noch immer am Wörthersee leben. Obwohl in der Sommersaison bis zu 30.000 Badegäste täglich an den See kommen, ist er ein einzigartiges Naturparadies geblieben. Regisseur Kurt Mündl:
„Obwohl ich den Wörthersee seit vielen Jahren kenne, habe ich ihn erst durch die intensiven Dreharbeiten, die ein ganzes Jahr dauerten, von neuen, wenig bekannten Seiten kennengelernt. Und das wirklich Überraschende für mich als Naturfilmer war, wie vielfältig das Ökosystem am See ist und wie sehr es trotz der Einflüsse der Zivilisation funktioniert.“

Kaum jemand weiß, dass es hier eine Fischart gibt, die wie Lachse Stromschnellen überwinden kann – die sogenannte Mairenke: 50.000 Fische pro Tag schwimmen zum Laichen gegen den Strom aus dem Wörthersee in seine sauerstoffreichen Zuflüsse wie den Reifnitzbach, den wichtigsten Zufluss. Neben den Mairenken ist der Wörthersee auch mit Hechten und Barschen dicht besiedelt. Der Gigant des Gewässers ist aber der Wels, in den Tiefen gibt es bis zu 100 Jahre alte Exemplare mit Rekordgrößen von mehr als zwei Metern und 300 Kilogramm. Am Wörthersee ist auch eine der größten Populationen des Haubentauchers in Österreich zu finden. Obwohl scheu und kein Kulturfolger des Menschen, leben fast 200 dieser Vögel am See.

Auch eine der seltensten Schlangenarten Österreichs, die Würfelnatter, ist hier beheimatet. Kaum zu glauben, aber am beliebten Badesee hat die scheue, ungiftige Schlange ihr größtes Rückzugsgebiet. Nur selten kann beobachtet werden, wie die Würfelnatter tauchend nach Fischen jagt – Kurt Mündl war mit der Kamera dabei: „Es ist, als würde der See zwei Seiten haben. Über die Sommermonate wird er geprägt vom Menschen, von Kultur, Sport und anderen Highlights. Die überwiegende Zeit des Jahres, vor allem im Winter, ist er kaum wiederzuerkennen. Der Wörthersee ist dann ein Naturparadies, in dem es viel zu entdecken gibt. Kaum einer kennt diese Seite des Wörthersees.“

Kaum bekannt ist auch, dass Komponisten wie Johannes Brahms, Gustav Mahler oder Alban Berg am See lebten und hier einige ihrer Hauptwerke komponierten. Durch die Südbahnstrecke, die 1863 durch Kaiser Franz Joseph eröffnet wurde, war der Wörthersee auch für „Sommerfrischler“ aus Wien interessant geworden. In der Zeit der Jahrhundertwende entstanden viele stilprägende Villen, Ferienhäuser und Bäder – kein Wunder, dass manches an die Lagunenstadt Venedig erinnert. Nur konsequent für die Attraktivität des im Sommer bis zu 28 Grad warmen Sees: Schon 1929 wurde eine eigene Wasserfluglinie eingerichtet. Selbstverständlich ist der Wörthersee auch als internationale Kulisse für Kino- und Fernsehproduktionen ein Thema der „Universum“-Dokumentation. Es gibt ein Wiedersehen mit Weltstars wie Omar Sharif, Ingrid Bergman und Hardy Krüger.

„Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen“ (13. August, 21.05 Uhr, ORF 2)

Rita und Michael Schlambergers Film porträtiert das größte Verwilderungsgebiet der Alpen, das sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem wildromantischen Urwald entwickelt hat. Über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren haben sie das Geheimnis des unberührten Urwalds in den Kalkalpen eingefangen. Der in neuester 4K-Technik gedrehte Film entstand als Koproduktion von ScienceVision und Nationalpark Kalkalpen in Zusammenarbeit mit dem ORF, den Österreichischen Bundesforsten, mit Unterstützung des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich, dem Land Oberösterreich und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.

In dem riesigen, unberührten Gebiet, in dem der Mensch die Natur Natur sein lässt, kommunizieren Bäume untereinander, streifen Luchse majestätisch anmutend am Waldboden und springen Gelbhalsmäuse zehnmal so weit wie sie lang sind. Dabei hatten die Kalkalpen vor nicht allzu langer Zeit ein gänzlich anderes Erscheinungsbild. Erst im Jahr 1997 wurden das Sengsengebirge und das Reichraminger Hintergebirge als Nationalpark Kalkalpen unter strengen Schutz gestellt. Gleichzeitig mit einer mutigen Entscheidung: Fortan sollte das Bewirtschaften des Waldes den natürlichen dynamischen Prozessen überlassen sein. Nicht wenige Fachleute warnten damals vor diesem Schritt und befürchteten eine Verwesung des Waldes. Heute ist klar, dass alle Zweifel unberechtigt waren. Das deutlichste Symbol dafür ist die Wiederkehr der Luchse. Nachdem ein Vorbote für die zukünftige Erfolgsgeschichte schon 1998 in den Nationalpark gekommen war, wurden Luchse aus der Schweiz im Jahr 2011 wiederangesiedelt. Nur ein Jahr später gab es den ersten Nachwuchs. Der einzige Feind, den die erste Luchspopulation in den Alpen seit ihrer Ausrottung vor 115 Jahren noch hat, ist der Mensch. Denn er sieht den Luchs nicht selten als Trophäe.

Das mächtigste Symbol der Kalkalpen ist aber letztlich der Baum. Seit mehr als 350 Millionen Jahren haben sich Bäume zu perfekt angepassten Lebewesen entwickelt, zu pflanzlichen Genies, die in einem hochkomplexen Verbund den Organismus Wald bilden. Bäume sind Teil der wohl größten Gemeinschaftsarbeit in der Geschichte des Lebens. Myriaden von Pilzen zersetzen und verarbeiten das Totholz. Verborgen im Untergrund führen sie ein finsteres Dasein. Und sie bahnen sich ihren Weg an die Oberfläche. Dort spannen sie energisch ihre Schirme auf. Das, was wir dann landläufig als Pilz bezeichnen, dient bloß der Vermehrung. Im Herbst, wenn die Pilze an die Oberfläche drängen, verraten sie indirekt, wo sie im Untergrund wachsen und sich ausbreiten. Die weitläufigen Myzelstränge der Pilze durchziehen ungeheuer große Flächen. Sie bilden ein riesiges unterirdisches Netzwerk, breiten sich in abgestorbenen Bäumen und dem Boden aus. Und wie in den USA bereits nachgewiesen, erreichen sie ein Gewicht von mehr als 600 Tonnen.

Bäume kommunizieren auch untereinander. So warnen Fichten benachbarte Fichten vor etwaigen Borkenkäferangriffen. In diesem Fall geben die befallenen Bäume Duftstoffe ab. Die alarmierten Fichten in der unmittelbaren Umgebung werfen wiederum ihre „interne Chemiefabrik“ an. In weiterer Folge entziehen sie dem Boden unterschiedliche Stoffe, die sie für einen zu erwartenden Angriff der Borkenkäfer wappnen. „Bäume kommunizieren mit speziellen Codes“, sagt Filmemacherin Rita Schlamberger. „Ihre Wörter sind Duftstoffe und Schwingungen.“

Der Urwald in den Kalkalpen ist aber nicht nur monströs und gewaltig – er ist auch klein und auf den ersten Blick unscheinbar. So fasziniert die Gelbhalsmaus mit ihrer atemberaubenden Sprung- und Klettertechnik. Diese Waldmaus klettert die Bäume ohne Probleme senkrecht nach oben – und springt zehnmal so weit wie sie lang ist. Nicht weniger Staunen rufen die besonderen Fähigkeiten der Schlupfwespe hervor. Punktgenau, mit der Präzession eines Hightech-Bohrers, befördert sie ihr Ei unter die Rinde des Baumes. Dort wird das Ei direkt auf die Larve der Riesenholzwespe abgelegt, die kurz davor mit einem Gift paralysiert wurde. Nun kann sich das Ei der Schlupfwespe genüsslich an der unbeweglichen Larve der Riesenholzwespe nähren.

Das Leben unter der Rinde wird mit Hilfe von Computeranimationen dargestellt, auch Zeitraffer-, Zeitlupen- und Highspeed-Aufnahmen sorgen dafür, dass der Urwald im Nationalpark Kalkalpen mit all seinen Bestandteilen ins Bild gerückt werden kann. „Oft haben wir erst in der Analyse der Bilder alle Details sehen können, die dieser Wald zu bieten hat“, betont Filmemacher Michael Schlamberger. „So konnten wir festhalten, wie geschickt und zielgerichtet zum Beispiel der Weißrückenspecht an die tief im Stamm lebenden Larven gelangt.“

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