AK: Immer mehr SchülerInnen brauchen im Sommer Nachhilfe

Anstieg um 20.000! Anderl fordert mehr Ganztagsschulen und kostenlosen Förderunterricht

Wien (OTS) - Das AK Nachhilfebarometer 2019 zeigt: Der Anteil der SchülerInnen, die im Sommer bezahlte Nachhilfe in Anspruch nehmen müssen, ist massiv gestiegen. Waren es 2017 noch hochgerechnet 39.000 SchülerInnen, waren es 2018 um die Hälfte mehr, nämlich 59.000 SchülerInnen, die in den Ferien Nachhilfe nehmen mussten. „Schafft man es ins Gymnasium, schafft man es zur Matura - Eltern und Kinder werden in einen regelrechten Kampf um Aufstiegschancen gehetzt. Das erzeugt großen Druck in den Familien“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl.

Das AK Nachhilfebarometer wird von IFES im Auftrag der AK Wien erstellt. Bei der bundesweit repräsentativen Befragung bei 3.064 Eltern-Haushalten von 5.651 Schulkindern von Anfang März bis Ende April 2019 zum Thema „Nachhilfe in Österreich“ wurde auch nach der bezahlten Nachhilfe im vergangenen Sommer gefragt: 6 Prozent aller SchülerInnen brauchen in den Ferien bezahlte Nachhilfe. Den höchsten Anteil gibt es in der AHS-Oberstufe (13 Prozent) und der BHS (10 Prozent).

Pro betroffenem Schulkind wurde in den Sommerferien 2018 im Schnitt 430 Euro für die Nachhilfe bezahlt. 2017 belief sich der Mittelwert noch auf 380 Euro. Am meisten haben im Sommer die Eltern in Niederösterreich pro Nachhilfekind ausgegeben (im Schnitt: 490 Euro), danach folgte Wien mit rund 450 Euro pro Nachhilfefall. Die Eltern von Volksschulkindern mussten im Mittel 390 Euro bezahlen, in der NMS- und der AHS-Unterstufe waren es jeweils ca. 450 Euro, in der AHS-Oberstufe ca. 400 und in der BHS rund 450 Euro.

AK Präsidentin Renate Anderl kritisiert: „Die Kinder, Jugendlichen und Eltern werden hier noch viel zu oft alleine gelassen: Sie sollen in der Ferienzeit aufholen, was der Schule in einem ganzen Schuljahr nicht gelungen ist.“ Sie fordert:

+ Ausbau der Ganztagsschulen beschleunigen – nicht verlangsamen.

+ Mehr echte, verschränkte Ganztagsschulen: Das AK Nachhilfebarometer zeigt, dass nur die echte Ganztagsschule die Eltern vom Lernen mit den Kindern und von teurer Nachhilfe entlastet. Der Besuch muss beitragsfrei werden!

+ In einem ersten Schritt Ausbau des regelmäßigen Förderunterrichts:
Für den Förderunterricht muss ein zweckgebundener Fördertopf eingerichtet werden. So wie in den Volksschulen muss der regelmäßige Förderunterricht auch ab der Mittelstufe gleich ab Beginn des Schuljahrs leicht und unbürokratisch zugänglich sein.

+ Neue Schulfinanzierung nach einem Chancenindex: Pro Schülerin, pro Schüler, deren Eltern selber keinen Hochschulabschluss haben, soll die jeweilige Schule mehr Geld bekommen – damit sie die Kinder besser fördert.

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