Bildungskiller NEOS: Vorschlag gefährdet Schulbuchaktion

Wien (OTS) - 109 Millionen Euro werden Österreichs Schülerinnen und Schülern jährlich für Bildungsmedien seitens der Republik (aus Mitteln des Familienlasten-Ausgleichsfonds FLAF) zur Verfügung gestellt. Jedoch reichen die Budgets nicht aus, um alle benötigten Bildungsmedien zu finanzieren. Eltern sind häufig gezwungen, Kosten privat abzudecken. Zudem sind künftig zusätzlich 30 Millionen Euro zur flächendeckenden Versorgung mit E-Books und E-Books plus erforderlich und in Diskussion.

Wenn NEOS nun diesen Etat für die Entwicklung und Produktion der seit 1972 für alle Schülerinnen und Schüler kostenfreien Bildungsmedien um rund 30 Prozent kürzen will, gefährden sie eines der erfolgreichsten Bildungsmodelle weltweit. Zudem führt der Weg zum Teil zurück zu jenem „Schulbuch“, das von den Eltern zu bezahlen sein würde.

Apropos Kürzung um 30 Prozent: Mit diesen rund 30 Millionen will NEOS Tablets ankaufen und IT-Infrastruktur an Schulen stärken – ein guter Gedanke, jedoch mit fatalen Auswirkungen auf die Entwicklung und Produktion von approbierten Bildungsmedien.

Bildungsverleger entwickeln „neue Medien“ seit vielen Jahren

„Es dürfte NEOS entgangen sein, dass Österreichs Bildungsverleger neben den gedruckten Büchern E-Book und E-Book plus den Schülerinnen und Schülern seit Jahren zur Verfügung stellen“, versteht Friedrich Hinterschweiger, Obmann des Fachverbandes der Buch- und Medienwirtschaft, den versuchten „Bildungskahlschlag von NEOS“ nicht.

Das digitale Medium ist an Österreichs Schulen bestens eingeführt und wird auch sehr gut angenommen. Dazu kämen, so Hinterschweiger, drei repräsentative Umfragen bei Schülern, Eltern und Pädagogen, die in den Jahren 2018 und 2019 durchgeführt wurden. Bei jeder dieser Umfragen wird überwiegend festgestellt, dass Österreichs „hybrides Schulbuch“, also Bildungsmedien in Print und Digital, eine zukunftsorientierte Lösung ist. Nicht umsonst ist dieser „hybride Weg Österreichs Vorbild und internationaler Trend“ stellt Friedrich Hinterschweiger sachlich fest. Nahezu einhellig stehen 1,2 Millionen Schülerinnen und Schüler, 250.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie 2 Millionen Eltern hinter dieser Bildungsstrategie.

Tablets und Breitbandausbau sind zu begrüßen

Die von NEOS geforderte Investition in Tablets und Breitband-Infrastruktur sei dennoch zu begrüßen, wenngleich eine alte Forderung vieler, die sich mit Bildungsszenarien an Österreichs Schulen beschäftigen. „Der Vorstoß von NEOS ist also nicht neu, man schüttet jedoch das Kind mit dem Bade aus“, trennt Fachverbands-Obmann Friedrich Hinterschweiger die Themen. Denn im Sinne von Österreichs Schülerinnen und Schülern sowie der Pädagoginnen und Pädagogen sei die Entwicklung von hybriden Bildungsmedien höher zu dotieren, anstatt die Mittel dafür kürzen zu wollen. Der Ankauf von Tablets und die Verbesserung der Breitband-Infrastruktur sei getrennt zu betrachten und deswegen zusätzlich zu finanzieren. Hinzu kommt die Ausstattung der schulischen Infrastrukturen und die Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen in digitaler Didaktik, um in der Folge entsprechend neue Unterrichtseinheiten zu den Themen Online & Digitalisierung zu gewährleisten. Insgesamt ergibt das für die digitale Schule einen Finanzierungsaufwand von etlichen hundert Millionen Euro.

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