Oö. Volksblatt: "Blaue Gedanken" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 8. August 2019

Linz (OTS) - Dass SPÖ und FPÖ gar nicht miteinander könnten, ist hinlänglich widerlegt — etwa auch durch die rot-blaue Landeskoalition im Burgenland. So gesehen sind Absagen an eine SPÖ-FPÖ-Koalition das Papier nicht wert, auf das sie in Aussendungen geschrieben werden. Tatsache ist auch, dass SPÖ und FPÖ nicht nur beim Sturz der Regierung im Parlament gemeinsame Sache gemacht haben, sondern dass sie sich auch ein genehmes Parteispendengesetz gegönnt haben und gemeinsam den Termin für die Nationalratswahl — ganz gegen den Wunsch des Bundespräsidenten — möglichst weit nach hinten geschoben haben. All das spricht nicht dagegen, dass sich SPÖ und FPÖ auch nach der Wahl als Koalitionspartner finden können.
Doch abseits aller Beteuerungen ist letztlich das Wahlergebnis der Schlüssel dazu, von welcher Koalition Österreich in den nächsten Jahren regiert wird. Den derzeitigen Umfragen zufolge würde sich Rot-Blau nicht ausgehen, doch in acht Wochen bis zur Wahl kann einiges passieren. Und der Vorstoß des burgenländischen FPÖ-Chefs Johann Tschürtz, den dortigen SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als Kanzler auf den Schild zu heben, zeigt, dass in blauen Köpfen alle möglichen Gedanken gewälzt werden.

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